Angela Krauß am Tegernsee geehrt

Michael Krüger, Hubert Burda, Alfred Kolleritsch, Angela Krauß, Peter Handke und Peter Hamm bei der Preisverleihung

Hubert Burda überreichte den mit 15.000 Euro dotierten Hermann-Lenz-Preis für deutschsprachige Literatur am Samstag im Barocksaal des Tegernseer Schlosses an die Schriftstellerin Angela Krauß. Der Preis sei ihr wichtig, „weil der Namensgeber eine Literatur geschrieben hat, die leise ist, sich lange entwickelt, lange über die Landschaft schaut, und lange den Menschen zuschaut“, bedankte sich die Autorin für die Auszeichnung. Die Laudatio hielt Juror Peter Hamm.

Die 1950 in Chemnitz geborene Krauß studierte an der Fachhochschule für Werbung und Gestaltung in Berlin. Von 1976 bis 1979 besuchte sie das Literaturinstitut „J.R. Becher“ in Leipzig. Seit Anfang der Achtziger Jahre veröffentlichte sie Prosawerke – darunter „Kleine Landschaft“ (1991), „Die Überfliegerin“ (2002), „Weggeküsst“ (2002) und „Wie weiter“ (2006). An der Universität Paderborn war sie Gastdozentin für Poetik. Sie ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

Heute lebt Krauß als freie Schriftstellerin in Leipzig. Für ihre Arbeiten wurde sie bereits mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Lessing-Förderpreis ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie den Berliner Literaturpreis, die Bobrowski-Medaille sowie den Literaturpreis „Kammweg“. Juroren des Hermann-Lenz-Preises sind Carl Hanser-Verleger Michael Krüger, Autor und Kritiker Peter Hamm, Schriftsteller Peter Handke sowie „Manuskripte“-Herausgeber und Autor Alfred Kolleritsch.

Die diesjährigen Stipendiaten der Hermann-Lenz-Stiftung sind Simone Hirth, Lyrikerin, Verfasserin von Kurzprosa und Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift „Minima“, Katharina Tanner, Verfasserin von Lyrik, Prosa und Drehbüchern, sowie Angelika Reitzer. Sie schreibt Erzählungen, Theaterstücke und Drehbücher. Jeder Stipendiat erhält 6.000 Euro.

Der mit je 5.000 Euro dotierte Hubert-Burda-Preis für junge osteuropäische Lyrik geht an den 1973 in Mazedonien geborenen Nikola Madzirov, dessen vielfach ausgezeichneten Gedichte bereits in 17 Sprachen übersetzt wurden, die 1969 in der Westukraine geborene Halina Petrosanjak und den 1962 in Wolka Krowicka geborenen Eugenuisz Tkaczyszyn-Dycki.