Zwischen Pop und Pantheon

Spagat zwischen Geschäftsmann und Künstlergeist: Mit Blick auf die Gegenwart zeichnet Braxmaiers Buch Burdas junge Erwachsenenjahre nach

„Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst“ beginnt Autor Rainer Braxmaier den Klappentext von „Zwischen Pop und Pantheon – Hubert Burda, die frühen Lehrjahre“. Das jetzt veröffentlichte Buch zeichnet die frühen Erwachsenenjahre Burdas nach. Es handelt von Abschied und Aufbruch zum Studium der Kunstgeschichte in München, von Lehr- und Wanderjahren genauso wie von den ersten Erfolgen als Verlagsmann. Braxmaier will dabei „nicht einfach Vergangenes referieren, sondern die Vergangenheit erkennbar aus der Sicht der Gegenwart beleuchten“ und den Quellen von Burdas beruflicher Karriere nachspüren.

„Meine ganz persönliche Grand Tour begann“, sagt Hubert Burda im Vorwort über diese Zeit. Sie verläuft nicht immer gerade, sondern nimmt einige Umwege, ist genauso Zeit der Weiterentwicklung und der Reifung wie der Zweifel und der Rückschläge, die Braxmaier nacherzählt. Und eine Zeit der Schlüsselerlebnisse – mit Peter Handke und dem Petrarca-Kreis, den Beatles in den 60ern oder Andy Warhol in den 70er Jahren. „So gelang der Spagat zwischen den Welten, die mein späteres Leben ausmachten“, so Burda.

Das Buch ist in zahlreichen Gesprächen mit dem Verleger entstanden und gefüllt mit Stücken aus Burdas Privatarchiv: Fotos, Dokumente, Skizzen und Notizen bereichern die Texte. Gemäß dem Anliegen einer Spurensuche wird die Chronologie der Erzählung immer wieder durch aktuelle Bezüge unterbrochen. Genauso stellt Braxmaier die Verbindung zum jeweiligen Zeitgeschehen her – denn, so Burda, „in einem übergreifenden Sinn ist eine Geschichte meiner Generation entstanden.“