Neubau eröffnet

Heidelbergs Uni-Rektor Bernhard Eitel, Charlotte Knobloch und Salomon Korn vom Zentralrat der Juden und Hubert Burda vor dem Neubau der Hochschule für Jüdische Studien

Zum 30. Geburtstag gab es für die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg am Mittwoch ein besonderes Geschenk: die Eröffnung des Neubaus in der Altstadt. Zu den Gästen zählten neben Prorektor Johannes Heil und Charlotte Knobloch und Salomon Korn als Vertreter des Zentralrats der Juden, Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg und Heidelbergs Oberbürgermeister Eckhard Würzner. Korn hielt die Eröffnungsrede und erklärte darin, warum die Zukunft des Judentums in Deutschland aus den klassischen Bildungseinrichtungen kommt.

Hubert Burda sprach als Vorsitzender des Aktionskomittees, das private Mittel in Höhe von 2,15 Millionen Euro für den Neubau und die Ausstattung der Hochschule gesammelt hat. „Dies ist ein Drittel des gesamten Bauvolumens“, so Burda. Den Neubau zahlen zu je einem Drittel der Zentralrat der Juden, der Bund und das Land Baden-Württemberg, das der Schule außerdem das über 2.000 Quadratmeter große Grundstück kostenlos überlies.

Hubert Burda Media hat den Neubau unter anderem mit der Virtuellen Bibliothek zur deutsch-jüdischen Geistesgeschichte unterstützt und mit Buchpatenschaften Mittel für das Projekt gesammelt. „Die Liste wurde von der von mir geschätzten Rachel Salamander ausgewählt und bedeutende Größen wie Uwe Tellkamp, Yossi Vardi oder Lord Weidenfeld haben eine Patenschaft für Bücher übernommen“, so Hubert Burda.

Auf Initiative von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl wurden außerdem Bau-Aktien im Wert von je 500 Euro verkauft, die der ehemalige CDU-Chef alle eigenhändig unterschrieben hat. Und die Spender konnten Raumpatenschaften für den Neubau übernehmen: Die Räume sind alle nach deutsch-jüdischen Geistesgrößen benannt.

„Ich wünsche Ihnen, dass sich dieser Ort weiterhin zu einem vitalen und inspirierenden Forum für das bürgerliche, kulturelle und wissenschaftliche Leben dieser Stadt und ihrer Menschen entwickelt“, so der Verleger zum Abschluss seines Grußwortes.
Der Neubau der 1979 gegründeten Hochschule für Jüdische Studien beendet die Verteilung auf vier Häuser und fasst alle Bereiche von Lehre und Forschung zusammen: Unter einem Dach gibt es Hörsäle, Bibliothek, koschere Mensa und das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland.

Angefangen mit 16 Studenten, ist in der vom Zentralrat der Juden getragenen Einrichtung jetzt Platz für 250. Derzeit sind 150 Studierende aus 14 Ländern eingeschrieben. Acht Lehrstühle befassen sich mit Bibel und Exegese, mit Kunst, rabbinischer Literatur, Philosophie und Geistesgeschichte. In der Hochschule werden Religionslehrer, Sozialarbeiter, Rabbiner und Kantoren ausgebildet.

Zukunft der Zeitschriften

Über historische Parallelen und neue Wege für Medienmacher: Hubert Burda bei seiner Rede in Leipzig

„Selbstverständlich wird es noch Zeitschriften geben – aber auch sie werden sich verändern“, so Hubert Burda in der Handelshochschule Leipzig. Wo liegt die Zukunft der Zeitschriften? Auf Einladung von Ex-Hypovereinsbank-Chef Albrecht Schmidt sprach der Verleger anlässlich des 110. Jubiläums der Hochschule über Chancen und Perspektiven der Medienmacher.

Für Medienhäuser sei es fundamental, die Zeitenwende zu erkennen, in der sie sich befänden sagte Burda – und machte deutlich, dass die Zukunft sich auch ein Stück weit aus historischen Parallelen ableiten lässt.

Er verglich die heutige Zeit mit der Schwellenzeit um 1500, als die terrestrischen Handelswege an Bedeutung verloren und die maritimen Wege an Bedeutung gewannen. Burda wies auf den universitären Kontext, in dem diese Veränderungen heute überhaupt erst verständlich würden. Um 1500 begann die Neuzeit und das Mittelalter endete mit zwei epochalen Entdeckungen: den beweglichen Lettern von Johannes Gutenberg 1450 und die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492.

Der Handel veränderte sich und mit ihm die Handelsstraßen. Es habe nicht nur eine Verlagerung des Handels von den terrestrischen auf die maritimen Handelswege gegeben, sondern damit verbunden auch eine Veränderung der Städte. Neue Handelszentren entstanden, alte verloren an Bedeutung.

Genau hier lägen epochale Parallelen: „Man muss verstehen, dass heute nichts anderes passiert.“ Die revolutionäre Kraft des Buchdrucks, das sei heute das Internet. Auch unsere heutigen Medien hätten sich verändert. Das Internet habe das Fernsehen als Leitmedium abgelöst. Neue Spieler kämen aufs Feld, Google sei der stärkste davon.

Burda erklärte, dass sich die Produkte der Verlage langfristig sicherlich in die Richtung maritimer Handelswege verlagern würden – im Digitalgeschäft läge die große unternehmerische Herausforderung. Allerdings habe man im Haus Burda die Wechselwirkung von Internet und Zeitschriftenmarkt „maritim-terrestrisch“ verstanden. „Natürlich spürt auch mein Unternehmen die Folgen der Digitalisierung“, so der Verleger, doch wenn man die sinnvolle Verschmelzung von alten und neuen Medien erkenne, dann hätten Medienhäuser eine sichere Zukunft. Dazu gehöre auch die Ausbildung in neuen, crossmedialen Berufen.

Die Handelshochschule zählt zu den drei besten der deutschen Business Schools. Unter den hochkarätigen Gästen am Donnerstag: Georg Milbradt, Ex-Ministerpräsident von Sachsen, Heribert Meffert, Aufsichtsrat der Handelshochschule Leipzig, Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig und viele weitere

Grüner Think Tank

Offenburg soll Gartenhauptstadt werden – das will Burda unterstützen

Mit Wohnen & Garten, Lisa Blumen & Pflanzen und Europas größtem Gartenmagazin Mein schöner Garten erreichen die Medien Park Verlage monatlich Millionen von Menschen. Ihre Kompetenz wollen die Redaktionen nun nutzen, um die Landesgartenschau 2016 nach Offenburg zu holen. Erste Ideen rund ums grüne Großereignis diskutierten sie am Mittwoch mit Hubert Burda und Oberbürgermeisterin Edith Schreiner.

Die Landesgartenschau wird alle zwei Jahre in einer anderen Stadt ausgerichtet, unter dem Arbeitstitel „Ortenau Park“ hat sich Offenburg bereits für die Ausrichtung beworben. Mitte November fällt die Entscheidung. Es winken Millionenzuschüsse – allerdings muss sich Offenburg gegen 16 weitere Bewerberstädte, darunter Rastatt und Lahr, durchsetzen.

Vorteil: Burda und seine kreativen Gartenprofis. Und die insgesamt 15 Redaktionsmitglieder der Runde am Mittwoch haben bereits erste Ideen gesammelt. So könnten einzelne Grünanlagen verknüpft oder Rosengarten und Mühlbachpfad reaktiviert werden. Außerdem könnten Menschen aus ganz Baden-Württemberg Pflanzensamen ihrer Region einschicken, um daraus einen eigenen, neuen Garten entstehen zu lassen.

„Eine solche Schau lebt von den Ereignissen die sie begleiten“, konstatiert Hubert Burda. Wenn Offenburg den Zuschlag erhält, soll ein Think Tank, eine Art grüne Expertenrunde der Redaktionen, Ideen weiter ausarbeiten und ein Konzept vorlegen, das auf begleitende Ereignisse ausgelegt ist. Auch Nachhaltigkeit soll eine große Rolle spielen.

„Ich bin stolz, dass wir das größte Gartenmagazin Europas in unserer Stadt haben und dass das ganze Team uns bei der Realisierung der Landesgartenschau unterstützen wird“, bedankte sich Edith Schreiner für das Angebot und die Anregungen.