Campusflair für Mediennachwuchs

Hochmodern: Das neue Hochschulgebäude

15 Jahre ist es her, dass Hubert Burda einen Anruf von dem damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel erhielt. Der Studiengang Medien und Informationswesen an der Hochschule Offenburg werde realisiert, teilte er dem Verleger mit, der damals den Anstoß für das neue Angebot gegeben hatte.

Seit Montag hat der Studiengang nun endlich auch das passende Zuhause: Mit einem Festakt ist der 3.000 Quadratmeter große, hochmoderne Erweiterungsbau der Hochschule eingeweiht worden. Neben Hubert Burda waren Ministerpräsident Günther Oettinger, weitere Vertreter des Landeskabinetts, Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner und zahlreiche Vertreter der Hochschule unter den Gästen.

Investition in die Medienregion: Hubert Burda sieht die Ausbildung als Chance – wenn man die Möglichkeiten rechtzeitig erkenne

„Ein toller Tag für Offenburg. Ich wüsste nicht, dass es in Bayern eine vergleichbare Einrichtung gibt“, sagte Burda in seiner Rede, in der er zunächst den Bogen zum Teufel-Anruf spannte. Die Medienbranche befinde sich im Umbruch, so der Verleger weiter – wie zu Gutenbergs Zeiten mit der Erfindung des Buchdrucks sei es eine Schwellenzeit. Er sehe mit dem neuen Studiengang viele Arbeitsplätze entstehen, wenn man die Möglichkeiten rechtzeitig erkenne.

Insgesamt 10,7 Millionen Euro hat das Land in die Hand genommen, um den Neubau am Medienstandort zu realisieren. Der Studiengang gilt als eine der Visitenkarten der auch bei ausländischen Studenten äußerst beliebten Hochschule und wird von der regionalen Wirtschaft gefördert: 630.000 Euro haben Unternehmen für den Erweiterungsbau beigesteuert. Dafür bedankte sich Ministerpräsident Oettinger am Montag. Er erinnerte an den kalten Novembertag vor drei Jahren als der erste Spatenstich gesetzt wurde und an das zehnjährige Jubiläum, das der Studiengang Medien und Informationswesen damals feierte.

Rektor Winfried Lieber, selbst viel für seine Hartnäckigkeit in punkto Hochschulausbau gelobt, bedankte sich bei Hubert Burda für die Initiative, die Medienwissenschaften zu fördern, und wünschte sich vom Land, dass die Hochschule auch in Zukunft wachsen kann.

„Angesichts der aktuellen Krise dürfen wir sehr froh sein, dass wir diesen Neubau erhalten haben“, erklärte Oberbürgermeistern Edith Schreiner. Die Hochschule sei ein wichtiger Standortfaktor für die Medienstadt Offenburg und sie sei froh, eine so innovative und zukunftsorientierte Einrichtung vor Ort zu haben.

Und die wird es auch brauchen: Waren es anfangs noch 105 Medien- und Informationswissenschafler, werden es wohl bald 800 sein. Der fertige Bau mit sieben Hörsälen, 14 Labors, Technikräumen, einem Multimedia-Hörsaal und viel Campusflair soll ab dem kommenden Sommersemester außerdem den dann startenden Studiengang Medien.gestaltung und Produktion beherbergen.

Einen Beitrag zur engen Verzahnung von Theorie und Praxis wird auch Burda weiterhin liefern: Der Medienkonzern stellt verschiedene Praktikumsplätze zur Verfügung, Bachelor- und Masterstudenten können im Unternehmen ihre Abschlussarbeit schreiben und der Austausch mit der Burda Journalistenschule über neue Berufsfelder soll auch in Zukunft in die Studiengänge einfließen.

Keine Angst vor Google

Politik meets Media: Hubert Burda forderte politische Rahmenbedingungen für Leistungsschutz im Netz

Die EU muss politische Rahmenbedingungen für Leistungsschutz schaffen – das forderten die Verleger der European Federation of Magazine Publishers (FAEP) am Mittwoch beim Gala-Dinner in Brüssel. „Was wir von der neuen EU-Kommission erwarten, ist eine neue Internetpolitik“, sagte VDZ-Präsident Hubert Burda vor den rund 250 hochrangigen Gästen aus Medien und Politik.

Grundthema seiner Rede war die Veränderung und besondere Bedrohung der europäischen Medienmärkte. Hier unterstrich Burda noch einmal die Kritik der Verbände an Suchmaschinengigant und Content-Aggregator Google, der über Anzeigen mit Inhalten der Verlage, das heißt mit geistigem Eigentum, Geld mache.

Google habe gerade einen Umsatz in Milliardenhöhe veröffentlicht – fast das Doppelte von dem, was alle Verlagshäuser zusammen genommen erzielen würden, so Burda. Und es könne nicht sein, dass europäische Medienmacher in einer solchen Situation der Monopolbildung einfach stillhielten aus Angst, im Google-Ranking schlecht abzuschneiden. Dagegen forderte er Transparenz und Fair-Play-Regeln im Netz. Es gehe um „eine faire Suche und eine faire und transparente Beteiligung an den Online-Erlösen“.

Die EU müsse die politischen Grundlagen dafür schaffen, sagte Burda weiter. Politik, Wirtschaft und Medien sollten zusammenarbeiten, um neue Bewegung in den Markt zu bringen. „Wir brauchen eine neue europäische Internetpolitik“, schloss er. „Denn im Internet werden die Jobs der Zukunft geschaffen, das ist es, wo Wachstum entsteht.“