Was die Welt nach vorne bringt

Interface zwischen Medien und Kunst: Darum geht es auch im Iconic-Turn-Buch „In Medias Res“

Was können wir von der Renaissance und Andy Warhol über den Medienwandel lernen? Darüber hat Verleger und Kunsthistoriker Hubert Burda am Rande der diesjährigen DLD-Konferenz mit Alexander Kluge gesprochen. Die Begegnung hat die „Welt“ heute zusammengefasst, sie wird am Wochenende außerdem in Sat.1 zu sehen sein.

Zwei Entwicklungen bestimmen unsere mediale Gegenwart – davon ist Burda überzeugt: Der Anbruch des digitalen Zeitalters und der „Iconic Turn“, die stetig wachsende Bedeutung von Bildern. Mit Gutenbergs Erfindung der Buchdruckerkunst beginnt die Entwicklung der Neuzeit. Heute erleben wir das digitale Zeitalter, einen nicht weniger rasanten Umbruch: den Beginn einer neuen Schwellenzeit. Das Zeichen für Menschen, die sich der beschleunigten Zeit anpassen, ist der Delphin. Zugleich brauchen wir Anker, erklärt Burda – und schlägt hier die Brücke zur Kunst.

In seiner neuesten Publikation „In Medias Res“ entwickelt Hubert Burda einen Grundriss für den Umgang mit den neuen Öffentlichkeiten des 21. Jahrhunderts. Gerade die Brüche zwischen Tradition und neuen Entwicklungen sieht er dabei als eine Chance für produktive Antworten. In den zehn Kapiteln zum Iconic Turn begleiten ihn Friedrich Kittler, Horst Bredekamp, Peter Sloterdijk, Bazon Brock und der Kunsthistoriker Hans Belting.

Was bringt den Weltgeist nach vorne? Die Begegnung zwischen Alexander Kluge und Hubert Burda hat die „Welt“ am 9. März veröffentlicht. Im Fernsehen wird eine Aufzeichnung im Rahmen des Sat.1- Formats „News & Stories“ am 13. März ausgestrahlt.

Das Buch „In Medias Res“ ist auf Deutsch und Englisch erhältlich. „The Digital Wunderkammer“ hatte Hubert Burda exklusiv auf dem DLD vorgestellt. Hubert Burda: „In medias res. Zehn Kapitel zum Iconic Turn“. Wilhelm Fink, 202 Seiten, 29.80 Euro. „The Digital Wunderkammer“ erscheint im Fink Verlag unter der ISBN-Nummer 978-3-7705-5193-4.

Einweihung in Indien

Druck-Standort: Hubert Burda beim Indien-Besuch

Die Maschinen laufen bereits auf Hochtouren, nun ist die Tiefdruckerei in Neu-Delhi auch offziell eingeweiht worden. Verleger Hubert Burda, der Burda-Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard Kallen und Burda Druck-Chef Egon Weimer waren für die Feier nach Indien gereist – nach Neu-Delhi eingeladen hatten der Geschäftsführer des indischen Verlags, Rajiiv Verma, und Shobhana Bhartia, die Vizechefin von Hindustan Times Media. Die indische Tageszeitung ist gemeinsam mit Burda Druck Partner des Joint Ventures HT Burda Media.

Unter den mehr als hundert geladenen Gästen waren auch die indische Ministerin für Information und Broadcasting, Ambika Soni, sowie der deutsche Botschafter Thomas Matussek. Im Anschluss an eine Einweihungszeremonie folgten Reden von Shobhana Bhartia, Hubert Burda und Ministerin Soni, bevor die Gäste sich beim High Tea austauschen konnten.

Bereits im März 2010 war die Arbeit in der indischen Druckerei aufgenommen worden, die zweite Rotationsmaschine im Mai in Betrieb genommen. Für den neuen Standort wurden zwei Tiefdruckrotationen aus Offenburg in Neu Delhi wieder aufgebaut. Die Führungsriege und Geschäftspartner von HT Burda Media waren bereits im September für zwei Tage zu Besuch in Baden. Neben zahlreichen Gesprächen hatte auch eine Besichtigung der Druckerei und der Burda Medien Park Verlage auf dem Programm gestanden.

Die Tageszeitung Hindustan Times wurde 1924 von Mahatma Gandhi gegründet und ist heute mit täglich über 1,2 Millionen Lesern die am schnellsten wachsende Zeitung in englischer Sprache. Mit Hindustan, der Tageszeitung in der Landessprache Hindi, erreicht HT Media sogar rund zehn Millionen Leser täglich.

Über Eindrücke und Vorhaben in Indien sprach Hubert Burda zusammen mit Paul-Bernhard Kallen im Livemint.com-Interview.