Gipfeltreffen mit DLD-Geist

Beim DLD FOCUS Nightcap in Davos: Philipp Rösler, Hubert Burda und Frank Appel © Hubert Burda Media

Der DLD FOCUS Nightcap war Hotspot am ersten Abend des Weltwirtschaftsforums in Davos. Rund 700 Gäste strömen am Mittwoch zu dem Vernetzungsevent im Hotel Belvédère – Topmanager und Politiker ebenso wie Internet-Pioniere, Gründer, Medien- und Kulturschaffende aus aller Welt. Es ist bunt, es ist Business, kurz: es ist DLD mitten in Davos. Die globale Elite zu Gast in einem kleinen Raum mit digitalem Lagerfeuer und Tegernseer Musi.

Der Nightcap, zu dem DLD, FOCUS und Hubert Burda Media in diesem Jahr eingeladen hatten, ist längst als traditioneller Abschluss des WEF-Auftakttages im schweizerischen Kurort Davos etabliert. Viele der geladenen Hochkaräter hatten sich davor bereits in München getroffen, denn der Nightcap knüpfte wie immer auch an die „Digital-Life-Design“-Conference an und brachte deren interdisziplinären Vernetzungsgeist nach Davos. „Wir freuen uns sehr, dass der Andrang und das Interesse am Nightcap so groß sind. Das zeigt auch wie attraktiv das Ereignis mittlerweile als Brücke zwischen DLD und Weltwirtschaftsforum geworden ist“, erklärten die DLD-Gründer Marcel Reichart und Stephanie Czerny.

Um die Transformation von Geschäftsmodellen, um neue Datenschutzregelungen, und die Grundsatzfrage „All you need is …data?“ war es bei DLD 2012 gegangen. Mehr als 800 Teilnehmer aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft waren zu Gast, darunter US-Topvertreter des Silicon Valleys aber auch Delegationen aus Russland, Indien und der Türkei. Diese besondere Mischung fand sich beim DLD FOCUS Nightcap wieder. Auch thematisch passte das abendliche Highlight zum 42. Weltwirtschaftsforum: Das Gipfeltreffen, das noch bis zum 29. Januar dauert, steht 2012 unter dem Motto „Die große Transformation – neue Modelle gestalten.“

Unter den DLD FOCUS Nightcap-Gästen waren: Lufthansa-CEO Christoph Franz, Deutsche-Post-Chef Frank Appel, Siemens-Boss Peter Löscher und Allianz-CEO Paul Achleitner, die Vizepräsidentin der EU-Kommission Viviane Reding, Wirtschaftsminister Philipp Rösler und sein Bayerischer Kollege Martin Zeil, Eric Schmidt und Nikesh Arora von Google, der Aufsichtsratschef von Facebook Jim Breyer, Aenne-Burda-Preisträgerin Arianna Huffington, der indische Großindustrielle Lakshmi Mittal, Autor Paulo Coelho, Bertelsmann-Chefin Liz Mohn und Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.

Erfolgreiche Integration fördern

Hubert Burda mit Liz Mohn und Aydin Dogan © Hubert Burda Media

Toleranz und Austausch zwischen Menschen mit einem unterschiedlichen nationalen, kulturellen und sozialen Hintergrund zu fördern – das ist Ziel der Deutschlandstiftung Integration. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat sie 2008 gegründet und bei der Aufgabenstellung, die vielen unterschiedlichen Integrationsbemühungen zu vernetzen, einen Schwerpunkt auf die Rolle der Medien gelegt.

Die einmalige Integrations-Funktion der Medien hob Hubert Burda, VDZ-Präsident und Vorsitzender des Beirats, beim Neujahrsempfang der Stiftung am Mittwoch in Berlin noch einmal besonders hervor. Medien transportierten und gestalteten Meinungen, Informationen und Initiativen für die öffentliche Wahrnehmung. Sie könnten dazu beitragen, Integrationsdefizite sichtbar zu machen und darüber aufzuklären, betonte Burda. „Medien können Vorurteile abbauen, Solidarität begründen und Empathie erzeugen. Für all diese Aufgaben steht gerade ihnen der Hebel ihrer eigenen Branche zur Verfügung.“

Hochkarätige Gäste dieser Medienwelt, aus Kultur, Wirtschaft, Sport und Politik, waren beim Neujahrsempfang zusammengekommen – darunter die Familie Dogan und Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wir müssen mit positivem Beispiel nach vorne gehen“, erklärte der Verleger bei seiner Begrüßungsrede. Jeder spüre die Tragweite dieses historischen Moments, und was es bedeutete, wenn Integration nicht gelänge. „In einem Jahr wollen wir über den heutigen Tag sagen: ,There was a spirit of Change‘.“ In den vergangenen drei Jahren habe die Stiftung bereits erfolgreiche Kampagnen anschieben können. Nun gelte es, die Arbeit in drei Bereichen, in denen erfolgreiche Integration stattfindet, weiterzutreiben: Wirtschaft, Sport sowie Schule und Erziehung.

„Wer Handel treibt, hält Frieden“, erklärte Burda mit Bezug auf ein Zitat des israelischen Politikers und Friedensnobelpreisträgers Schimon Peres. Es gäbe viele deutsche Unternehmen, die zum großen Teil Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln hätten – damit sei die Wirtschaft Integrationsvorbild für die Gesellschaft. Beim Sport zähle die Leistung, nicht die Herkunft, erklärte der VDZ-Präsident zum zweiten Bereich. „Es gibt wenige Bundesliga-Vereine, die einen so hohen Ausländeranteil haben und so erfolgreich sind.“ Die Welt habe sich durch Globalisierung und Digitalisierung verändert. Nun müssten in Deutschland die Schulsysteme nachziehen, das neue Weltbild erkennen und ihre Ausbildung multimedial anpassen, sagte Burda zum dritten Feld. An dieser Stelle hob er auch den Stiftungsfokus der Förderung der gemeinsamen Sprache hervor: Sie sei der Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe, für eine erfolgreiche Ausbildung und für den Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Angela Merkel bedankte sich im Anschluss für das Engagement. „Wir stehen hier heute zusammen und sagen: ,Gute Ideen sind willkommen‘.“ Es sei wichtig, Menschen Mut zu machen, die deutsche Sprache zu lernen, um teilhaben zu können. „Integration ist keine Einbahnstraße!“, betonte die Kanzlerin.