Petrarca-Preis in Marbach

Die Jury des Petrarca-Preis: Peter Handke, Peter Hamm, Hubert Burda, Michael Krüger und Alfred Kolleritsch © Hubert Burda Media

Der von Hubert Burda gestiftete Petrarca-Preis wird am 23. Juni in Marbach verliehen. Er geht für 2012 an den Sorben Kito Lorenc und den Serben Miodrag Pavlovic. Beide Preisträger setzen auf die Kraft der Sprache als Ausdruck der Kultur ihres Landes. Kito Lorenc, 1938 in Schleife geboren, hat sein ganzes Leben für den Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur gekämpft – als Mitarbeiter am Institut für Sorbische Volksforschung in Bautzen, als Dramaturg am Sorbischen Theater und als sorbisch-deutscher Lyriker. Miodrag Pavlovic, 1928 in Novi Sad geboren, war zunächst Arzt und später Mitarbeiter eines Verlags in Belgrad. Heute lebt er in Süddeutschland. Sein lyrisches und erzählendes Werk ist in der Übersetzung von Peter Urban auch in Deutschland zugänglich.

Der mit 20.000 Euro dotierte Petrarca-Preis feiert die leise und dafür umso eindringlichere Literatur. Denn er wird jährlich an herausragende europäische Autoren verliehen, die nach Ansicht der Jury – Peter Handke, Peter Hamm, Alfred Kolleritsch und Michael Krüger – eine größere Anerkennung verdienen. Solche Autoren, die trotz ihrer Bedeutung für ihre heimatliche Literatur in Deutschland bisher nicht ihrem Rang gemäß wahrgenommen wurden.

Diesem Anspruch wird die Auszeichnung gerecht: Zu den Preisträgern gehörte zum Beispiel bereits 1981 der Schwede Tomas Tranströmer, der im vergangenen Jahr mit dem Literaturnobelpreis geehrt wurde. 2011 ging der Petrarca-Preis an John Burnside und Florjan Lipuš. Der Petrarca-Preis existierte nach ihrer Gründung 1975 bis 1995 und wird seit 2010 wieder verliehen. Von 1999 bis 2009 vergab die Jury den ebenfalls von Hubert Burda gestifteten Hermann-Lenz-Preis an deutschsprachige Autoren. Der Verleihung des Petrarca-Preises findet alljährlich an verschiedenen Orten statt und versteht sich auch als „Gipfeltreffen des Geistes“ und als „Fest der Poesie“, da der Austausch zwischen den Autoren im Vordergrund steht.