Zur Aktualität von Jakob Fugger

Verleger Hubert Burda hielt eine Rede an der Universität Augsburg

Er erkannte die Trends, ließ sich nicht beirren, suchte nach neuen Produkten und Absatzwegen: Jakob Fugger. Verleger Hubert Burda sprach gestern zur Aktualität des Unternehmers aus Anlass der feierlichen Eröffnung des Jakob-Fugger-Zentrums in Augsburg – einem Forschungskolleg für Transnationale Studien. „Es ist mir eine Ehre“, erklärte Festredner Burda und beschrieb kurzweilig die Geschichte des herausragenden Geschäftsmannes aus der Renaissance.

Was machte den Erfolg eines Jakob Fuggers aus? Schon mit 14 Jahren lernte er wichtige Menschen und das Handels-„Business“ in Venedig kennen. Die Kaufmänner aus Augsburg lieferten Baumwolle, Leinen und Barchent, im Gegenzug exportierte Italien Gewürze wie Ingwer, Safran und Kardamom.

Fugger lernte schnell und wurde ein Meister in der doppelten Buchführung. Sie wurde den zunehmend komplizierteren Wirtschaftsvorgängen um 1500 gerecht. Das mittelalterliche, kameralistische Rechnungswesen kannte nur einen reinen „cash in und cash out, also Einnahmen und Ausgaben“, so Hubert Burda. Das neue System stellte dagegen auch Vermögensveränderungen dar.

So schnell er die doppelte Buchführung verstand, so schnell implementierte Fugger später die neusten Techniken im Tiroler Bergbau, in den er dank seines zufriedenen Kunden Kaiser Maximilian I. einstieg. Der Grund, warum aus der Kaufmannsfamilie Bergbau-Investoren wurden? Fugger erkannte rechtzeitig, dass er sich neben dem Handel um andere Produktions- und Absatzmärkte kümmern musste. Noch dazu lagen die Gold- und Schürfrechte in Tirol bei der kaiserlichen Familie und Maximilian erinnerte sich an die Leistungskraft des Hauses Fugger. Die Augsburger lieferten die Aussteuer für seine Hochzeit mit Maria von Burgund 1477.

Was vor über 550 Jahren die doppelte Buchführung gewesen sei, „sind heute die Algorithmen“, erklärte der Verleger und gab den jüngeren Zuhörern auf den Weg: „Versuchen Sie einen Code zu schreiben; alle Zukunftsberufe hängen davon ab, ob Sie einen Algorithmus schreiben können.“

Mindestens zweimal pro Jahr hält Verleger Hubert Burda eine Rede an deutschen Universitäten. Eine Aufgabe, die er mit Freude und Verantwortung als Professor für besondere Verdienste in Wissenschaft und Forschung wahrnimmt.