In Gedenken an Frieder Burda

Ein Bild des Künstlers Andy Warhol aus dem Jahr 1982: Die Brüder Hubert Burda, Franz Burda und Frieder Burda (v.l.n.r.) © HBM

Frieder Burda, der Bruder von Verleger Hubert Burda, ist am Sonntag im Alter von 83 Jahren in Baden-Baden gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Elke und vier Kinder – eines davon ist Patricia Kamp, die mit dem Museum Frieder Burda dessen Lebenswerk weiterführen wird. Hubert Burda konnte sich von seinem Bruder am Freitag in Baden-Baden persönlich verabschieden.

«Frieder und mich hat immer unsere tiefe Liebe zur Kunst verbunden. Mein Bruder hat ihr nach dem Tod unseres Vaters sein Leben gewidmet, und er hinterlässt der Welt mit über 1000 frei zugänglichen Meisterwerken ein großartiges Vermächtnis.»

Hubert Burda

Vor wenigen Wochen erst war das Buch „Von Mougins nach Baden-Baden. Frieder Burda und die Kunst“ erschienen. Die ARD-Journalistin Bernadette Schoog hat die Lebensgeschichte Frieders nachgezeichnet, und unter anderem gezeigt, welch große Rolle die Kunst in der Familie Burda schon ab den 50er und 60er Jahren einnahm.

Beteiligung an Axel Springer

Bis 1986, dem Todesjahr des Senators Franz Burda, war Frieder Burda im Verlag verantwortlich für Finanzen, Verwaltung und Beteiligungen. Im Laufe der Jahre war durch zahlreiche Zu- und Verkäufe aus dem Druck- und Verlagshaus eine große Unternehmensgruppe entstanden, die nach dem Tod von Franz Burda im Jahr 1986 neu geordnet wurde. Die Brüder Franz und Frieder übernahmen sämtliche Beteiligungen, unter anderem an den US-amerikanischen Druckereien, deutschen Papierfabriken und dem österreichischen Pressevertrieb. Am lukrativsten waren die Anteile am Verlagshaus Axel Springer, schon 1983 hatte Frieder Burda insgesamt 24,9 % an dem Unternehmen gekauft. Verleger Hubert Burda wurde alleiniger Gesellschafter der Burda GmbH mit Sitz in Offenburg, wo alle Druck- und Verlagsaktivitäten gebündelt waren. Mit dieser „Realteilung“ waren die Geschäfte klar getrennt und Frieder Burda schaffte es, die Anteile an Axel Springer für seinen Bruder Franz und sich bis auf eine Sperrminorität zu erhöhen.

Leidenschaft für den Erhalt Jerusalems

Über eine persönliche Freundschaft zum damals legendären Bürgermeister Jerusalems, Teddy Kollek, lernt Frieder Burda diese Stadt kennen und lieben. Über die Jerusalem Foundation, die er mitgründet, können 1986 die dringend erforderlichen Renovierungsarbeiten am „Löwentor“ in der Via Dolorosa aufgenommen werden. Nicht nur Verleger Axel Springer ist beeindruckt von der tatkräftigen Hilfe. Gemeinsam mit Axel Springer empfinden beide Brüder Frieder und Hubert eine besondere Verantwortung der deutschen Verlage für die Zukunft Israels und Jerusalems als die Wiege unserer Kultur.

Ein Leben für die Kunst

Seine Lebensaufgabe fand Frieder Burda nach der Realteilung in der Kunst. Mit Anfang 30 kaufte er 1968 ein Bild des zeitgenössischen Malers Lucio Fontana für etwa 3.500 D-Mark und legte damit den Grundstein seiner Kunstsammlung. Seit Mitte der 1980er Jahre sammelte Burda dann intensiv und systematisch die Werke von Gerhard Richter und Sigmar Polke. Zusätzlich widmete er sich dem deutschen Expressionismus mit Werken von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Wilhelm Lehmbruck und August Macke. Der amerikanische abstrakte Expressionismus mit Werken von Jackson Pollock, Arnulf Rainer, Willem Kooning und Mark Rothko bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Heute umfasst die Sammlung über 1000 Meisterwerke moderner und zeitgenössischer Kunst.

Um die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde 1998 die „Stiftung Frieder Burda“ gegründet, Frieder Burda blieb bis zuletzt ihr einziger Stifter und finanzierte alles aus seinem privaten Vermögen. 2002/03 entschied sich die Stiftung zum Neubau „Sammlung Frieder Burda“ in Baden-Baden und beauftragte den New Yorker Stararchitekten Richard Alan Meier, der das zunächst umstrittene Projekt umsetzte. Im Oktober 2004 konnte Frieder Burda das Museum in der Baden-Badener Lichtentaler Allee eröffnen. Heute ist der „Palast des Lichts“ eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst in Europa und ein kultureller Magnet für Baden-Baden. Das große Erbe wurde Patricia Kamp von Frieder Burda schon vor Jahren in die Hände gelegt. Nun ist es an der 37-jährigen leidenschaftlichen Kuratorin, das großartige Vermächtnis ihres Stiefvaters in die Zukunft zu führen.

Senator-Ehrenamtspreis 2019 verliehen

Sonderpreisträger Dr. Axel Richter, Schirmherr Oberbürgermeister Marco Steffens, Hubert Burda, Preisträgerin Loretta Bös, Schirmherr Landrat Frank Scherer und Heinz Spengler, Vertreter der Hubert Burda Stiftung © Iris Rothe für HBM

Loretta Bös aus Offenburg ist mit dem Senator-Ehrenamtspreis 2019 der Hubert Burda Stiftung für ihr großes, über Jahrzehnte andauerndes, ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des „Kulturkreis Offenburg e.V.“, den es seit dem Jahr 1983 gibt. Der Verein ist Träger des Kulturzentrums KIK (Kultur in der Kaserne) auf dem Kulturforum in Offenburg. Das KIK wurde vor 25 Jahren, 1994, auf Initiative von Loretta Bös ins Leben gerufen.

Das KIK wurde zur Heimat für das Kommunale Kino, Jazzfreunde, Hip Hopper, Sprachstammtische, Musikschulprojekte, das Frauencafé sowie für diverse Bands, die dort im Keller die lang ersehnten Proberäume fanden. Loretta Bös bietet vielen jungen Künstlern die Möglichkeit, sich im KIK zu präsentieren. Über ihr kulturelles Engagement hinaus engagiert sie sich zudem kommunalpolitisch als Gemeinderätin sowie im sozialen Bereich.

Die Jury des Senator-Ehrenamtspreises würdigt mit der Auszeichnung den unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz von Loretta Bös im kulturellen Bereich seit nun über mehr als drei Jahrzehnten.

Sonderpreis für Dr. Axel Richter

Im Rahmen der Feierstunde zum Senator-Ehrenamtspreis 2019 in der Fondation Aenne & Franz Burda der Hubert Burda Stiftung in Offenburg wurde, wie bereits im vergangenen Jahr, auch wieder ein Sonderpreis für das Lebenswerk vergeben. Gewürdigt wird damit das große gesellschaftliche Engagement von Dr. Axel Richter, ehemaliger Chirurg am Offenburger Ortenau-Klinikum. Dr. Axel Richter ist seit 2013 Vorsitzender des Vorstands des gemeinnützigen Fördervereins „Pflasterstube“ im St. Ursulaheim für Wohnungslose in Offenburg. Der 76-Jährige setzt sich seit Jahrzehnten im sozialen Bereich ein und leistet mit seiner Arbeit im Team der „Pflasterstube“ einen so wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung von Obdachlosen in der Region.

Der Senator-Ehrenamtspreis wird seit 2012 jährlich vergeben. Ohne ehrenamtliches Engagement würden viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens kaum funktionieren. Der freiwillige und selbstlose Einsatz so vieler Menschen für Gesellschaft und Umwelt ist von unschätzbarem Wert. Der Senator-Ehrenamtspreis wurde ins Leben gerufen, um ehrenamtliches Engagement in Offenburg und in der Ortenau, dem Sitz der Hubert Burda Stiftung, zu würdigen. Marco Steffens, Offenburgs Oberbürgermeister, und Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, sind die Schirmherren der Preisverleihung. Die Preisträger bisher: Dorothea Oldak und Mathias Deger (2012), Dr. Rolf Geiger (2013), Denis Arifov (2014), Berndt Schnepf (2015), Regina Stein (2016), Marco-Sharif Khan (2017), Walter Schmider und Jess Haberer (2018).

Hubert Burda (Mitte) und Senator Ehrenamtspreisträgerin 2019, Loretta Bös (rechts) sowie Sonderpreisträger Dr. Axel Richter (links) © Iris Rothe für HBM
Loretta Bös, Senator Ehrenamtspreisträgerin 2019 © Iris Rothe für HBM
Sonderpreisträger des Senator Ehrenamtspreises für das Lebenswerk, Dr. Axel Richter © Iris Rothe für HBM

Ausgezeichnete Architektur

Ortenaus Landrat Frank Scherer, Ehrenpreisträger Hubert Burda und Architekt Jürgen Grossmann, Initiator des ersten Badischen Architekturpreises © Iris Rothe for HBM

In Offenburg ist viel Burda und in Burda viel Offenburg: Hubert Burda ist der erste Preisträger des Badischen Architekturpreises und erhält ihn als „Ehrenpreis für identitätsstiftende Architektur“ in seiner Heimat.

Die Auszeichnung wurde Hubert Burda im Rahmen einer Feierstunde gestern Mittag in der Fondation Aenne und Franz Burda in Offenburg überreicht und würdigt Hubert Burda als Auftraggeber und Bauherr.

«Was der Eiffelturm für Paris oder die Oper für Sidney sind, das sind der Media Tower und der Medienpark für Offenburg.»

Frank Scherer, Ortenaus Landrat und Schirmherr des Architekturpreises

Großartiges „aufzubauen“ liegt der Familie Burda im Blut, sowohl unternehmerisch als auch im ganz ursprünglichen Wortsinn. Hubert Burda setze die von seinem Vater Franz und Mutter Aenne begonnene Familientradition fort: „Immer wenn er gebaut hat, hat sie gebaut und umgekehrt“, erinnert sich Hubert Burda auch an den architektonischen Wettstreit seiner Eltern in der Kinzigvorstadt von Offenburg.

Initiator und Stifter des ersten Badischen Architekturpreises ist der Architekt und Investor Jürgen Grossmann.

«Die Familie Burda setzt in ihrer Heimatstadt Offenburg seit Jahrzehnten Maßstäbe in Sachen Architektur. Damit haben die Burdas das Bild Badens ganz maßgeblich mitgeprägt. Das Burda-Ensemble ist identitätsstiftend für die gesamte Region, ein Wahrzeichen der Stadt und für viele Badener ein Inbegriff von Heimat. Zudem zeugen all diese Gebäude von viel gestalterischem Feingefühl.»

Jürgen Grossmann, Architekt und Investor

Von Eiermann bis Ingenhoven – ob Franz, Aenne oder Hubert Burda die Bauherren waren, gebaut wurde stets mit den besten Architekten ihrer Zeit. Hubert Burda bedankte sich für den Ehrenpreis und erinnerte in seiner Rede u.a. daran, dass es sein Vater war, der vor 70 Jahren auch die erste, in Europa größte Bau- und Gartenzeitschrift herausbrachte.

«Das Haus war eine der ersten Zeitschriften, die mein Vater gemacht hat.»

Hubert Burda, Verleger

1949 kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieg entwickelte der Senator in Kooperation mit den LBS-Bausparkassen die Zeitschrift. Zur Idee habe ihn damals der rege Häuserbau in Offenburg und Umgebung inspiriert.

Hubert Burda beim Badischen Architekturpreis © Iris Rothe for HBM

„Die schönste Stadt der Welt“

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Hubert Burda

Hubert Burda ist Ehrenbürger der Stadt München. Damit reiht sich der Verleger in die Riege von insgesamt 60 Persönlichkeiten ein, darunter auch Richard Strauß, Joseph von Fraunhofer oder Carl Orff, denen diese Ehre in der Vergangenheit ebenfalls zuteil geworden ist.

Der Oberbürgermeister Münchens, Dieter Reiter, stellte bei der Verleihungszeremonie im Alten Rathaus die herausragenden Leistungen der Ehrenbürger heraus, die sich im hohen Maße um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Der Schriftsteller Michael Krüger hielt, in einem für die Verleihungszeremonie vorab aufgezeichneten Video, die Laudatio auf Hubert Burda. Darin lobte Krüger Hubert Burdas Engagement für die kulturelle Vielfalt in München.

Der Verleger habe sich unter dem Motto „Paten für Toleranz“ für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz stark gemacht und sei auch Preis- und Stiftungsgründer zur Förderung von Kunst und Wissenschaft, Völkerverständigung und Literatur in der Landeshauptstadt.

Anfang der 60er-Jahre ist der Offenburger Burda-Verlag nach München gekommen und hat hier nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch neue Technologien etabliert: „Wir waren die ersten in der Stadt, die mit Internet und Inhalten gearbeitet haben“, erinnerte sich Hubert Burda in dem dreiminütigen Einspieler und betont, dass München für ihn „die schönste Stadt der Welt“ sei.

In Anwesenheit seiner Frau Maria Furtwängler und Tochter Lisa Furtwängler nahm Hubert Burda die Ehrenbürgerurkunde vom Oberbürgermeister entgegen. In seiner Dankesrede erklärte der Verleger, dass diese Ehrung ein großer Moment in seinem Leben sei und dass er der Stadt viel zu verdanken habe.

«Ohne München wäre der Verlag nicht zu dem geworden, was er heute ist.»

Hubert Burda

Neben Hubert Burda zählen die Schauspielerinnen Michaela May und Jutta Speidel, Franz Herzog von Bayern, die Publizistin Rachel Salamander und der frühere Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger zu den neuen Ehrenbürger der Landeshauptstadt.

Der Name von Hubert Burda sowie von den sechs neuen Ehrenbürgern der Stadt wurden auf die Ehrentafeln im Foyer des Alten Rathauses eingetragen.

„The Culture of Now“

«Die aktuelle Andy-Warhol-Ausstellung des Whitney Museum in New York versetzt mich zurück in die prägendste Zeit meines Lebens!

Über die Disruption von Musik, Kunst und Werbung in den 60er-Jahren in NYC spreche ich mit meinem damaligen Weggefährten und späteren Hearst-COO Gil Maurer.»

Hubert Burda

Demokratisierung der Mode

 
«In den 50er-Jahren begleitete ich meine Mutter Aenne oft nach Paris zu den herrlichen Modeschauen der Designer.

Dass zu der Zeit eine Revolution in der Modeindustrie im Gange war, konnte ich nur erahnen. Meine Mutter aber hatte das richtige Gespür und brachte die Fashion nach Deutschland, die als Ready-to-Wear die Modeindustrie revolutionieren sollte.

Über die Zeit, die für den Burda-Verlag eine entscheidende Weichenstellung bedeuten sollte, haben die Kuratorin des Musée des Art Décoratifs, die Aenne-Burda-Darstellerin aus dem kommenden SWR-Zweiteiler und ich mit der Harper’s Bazaar gesprochen.»

Hubert Burda

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Generationenaustausch der Innovationsführer Badens

Links von hinten: Jacob Burda, Hubert Burda, Martin Herrenknecht, Martin-Devid Herrenknecht, Achim Kühn (Unternehmenskommunikation Herrenknecht AG). Rechts von hinten: Roland Mack, Thomas Mack, Michael Mack, Kari Albermann (Berater Burda)

Rust: Die drei großen badischen Familienunternehmen Hubert Burda Media, Europa-Park und die Herrenknecht AG wollen künftig mit gemeinsamen Aktionen den Südwesten und speziell die Oberrhein-Region noch stärker voranbringen. Das ist das Fazit eines generationenübergreifenden Treffens der Firmeninhaber jüngst im Europa-Park in Rust.

Auf Initiative von Hubert Burda trafen sich drei der innovativsten Familienunternehmen Badens mit der Absicht, ihre Interessen künftig stärker zu koordinieren. Neben Roland Mack, Martin Herrenknecht und Hubert Burda nahmen auch deren Söhne Michael und Thomas Mack, Martin-Devid Herrenknecht und Jacob Burda an dem Treffen teil. Eines der erklärten Ziele aller drei Unternehmen ist es, jungen Menschen neue Berufsbilder und Zukunftsperspektiven sowohl in der Medien- und Technologiebranche als auch in der Hightech- und Entertainmentindustrie aufzuzeigen. Dazu soll unter dem Motto „Baden Digital“ eine Konferenz ins Leben gerufen werden, an der sich auch Start Up-Unternehmen sowie die Hochschulen Karlsruhe, Offenburg und Furtwangen beteiligen sollen.

Innovationsfähigkeit mit Bodenhaftung

In Zeiten von Disruption und digitaler Business-Transformation ist Innovationsfähigkeit die Voraussetzung für unternehmerisches Wachstum und Zukunftssicherung.

«Uns fehlt in Deutschland oftmals der Mut, uns zu verändern und neu zu erfinden. Wir müssen uns hier in Europa auch bei der Digitalisierung nicht hinter den USA verstecken. Wir haben ein riesiges Potenzial in der Forschung, das es noch stärker zu nutzen gilt. Deutschland ist weit mehr als nur Weltmarktführer im Maschinenbau.»

Michael Mack, geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park

Martin Herrenknecht: „Als Exportnation müssen wir für Fortschritt und ambitionierte Zukunftsperspektiven fighten. Unsere kostbarste Ressource sind top ausgebildete junge Leute, frei von Dogmen mit mutigen Visionen“.

Die Unternehmer beider Generationen waren sich dabei einig, dass vor allem die Nähe zu den Mitarbeitern und die Bodenhaftung die größten Stärken von Familienbetrieben sind. Roland Mack, geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park: „Mittelständische Familienunternehmen sind die Treiber der deutschen Wirtschaft. Ich bin sehr froh, dass nun die nächste Generation neue Technologien mit großer Leidenschaft vorantreibt. Darin liegt unsere große Chance für die Zukunft“.

Media-Valley zwischen Schwarzwald und Vogesen

«Fernab der Metropolen hat sich entlang des Oberrheins von Karlsruhe über Straßburg und Offenburg bis Freiburg und Basel ein herausragender Medien- und Technologiecluster entwickelt, der seinesgleichen in ganz Europa sucht. Als Medien- und Technologiekonzern in einem Land mit Kultur und Tradition sind wir kontinuierlich auf kreativen Input, auf gut ausgebildete junge Leute, auf high potentials angewiesen.»

Hubert Burda, Verleger

Das Rheintal sei das Media-Valley – so innovativ wie weltweit vielleicht nur noch das Silicon Valley. Die Region mit dem Rhein als frühem „Kommunikationsstrom“ blicke auf über 1000 Jahre Mediengeschichte, erklärt Burda. Im Dreiländereck erfand Gutenberg den Druck, Schongauer den Kupferstich und in Basel stand die erste Papiermühle. Ferdinand Braun, der als Professor der Physik über viele Jahre an den Universitäten Karlsruhe und Straßburg wirkte, hat mit der Braunschen Röhre die Grundlagen für das Fernsehen geschaffen.

Hidden Champions bilden Innovation Hub

Burda, der Europa-Park und Herrenknecht gehören heute zu den großen Innovationstreibern in dieser mediengeschichtsträchtigen Region. Hubert Burda: „Hier in Baden werden Visionen gelebt. Das gilt auch für den weltweit führenden Tunnelbauer Martin Herrenknecht. In Baden treffen sich Hidden Champions aus Medien und Technologie auf höchstem Niveau. Der Europa-Park schafft es, Dreh- und Angelpunkt der Medien zu sein. Neben seinen Fahrattraktionen, Shows und Hotels ist Deutschlands größter Freizeitpark durchaus mit großen Studios wie Babelsberg in Potsdam oder der Bavaria-Filmstadt in München vergleichbar“. Jüngstes Beispiel für ein gemeinsames Projekt von Europa-Park und Burda war erst vergangene Woche die Wahl der „Miss Traumatica Moon Servants 2018“ vom Lifestylemagazin Playboy im Rahmen der von Michael Mack initiierten und international mehrfach ausgezeichneten „Horror Nights – Traumatica“. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Playboy und Europa-Park folgt.

Mit zusammen über 20.000 Mitarbeitern und einem geschätzten Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro gehören die drei badischen Unternehmen Hubert Burda Media, Europa-Park und die Herrenknecht AG zu den wirtschaftlichen Schwergewichten in Baden. Die „Big Player Badens“ beschlossen einen künftig regelmäßigen direkten Austausch untereinander.

Marketing-Ehrenpreis für Hubert Burda

Duschan Gert (r.), Präsident des Ortenauer Marketingclubs, übergibt den Marketing-Ehrenamtpreis an Verleger Hubert Burda © HBM

Der Ortenauer Marketingclub hat Hubert Burda den Ehrenpreis 2018 verliehen. Die feierliche Übergabe fand im Vorfeld zur offiziellen Gala (24.11.2018) im Media Tower in Offenburg statt.

Visonär, Vordenker, Symbolfigur

«Dr. Burda ist für uns eine Symbolfigur in der Region Baden, Ortenau und Offenburg. Ich glaube es gibt keinen, der Offenburg und die Region so nach außen getragen hat wie Dr. Burda.»

Duschan Gert, Präsident des Ortenauer Marketingclubs

Hubert Burda habe das Offenburger Familienunternehmen von einer Druckerei und einem Zeitschriftenverlag hin zu einem international agierenden Medien- und Technologiekonzern stetig weiterentwickelt. Hubert Burda sei ein Visionär, ein Mensch, der immer nach vorne geschaut hat. Das sei seine größte Stärke, als Vordenker die Chancen in der Medienwelt frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, so Duschan Gert in seiner Laudatio auf den Ehrenpreisträger 2018.

Engagement für die Heimat

Es gebe heutzutage so viel mehr Preise für alles mögliche als Menschen, die sie entgegennehmen könnten, sagt Hubert Burda eingangs in seiner Dankesrede. Deshalb habe er für sich entschieden, künftig eigentlich keine Preise mehr anzunehmen. Der Ehrenpreis des Ortenauer Marketingclubs jedoch sei eine ganz besondere Ausnahme. Diesen nehme er sehr gerne an, als Anerkennung für das Engagement für seine Heimat. Hier gebe es so viele innovative Köpfe, tüchtige Frauen und Männer, so Burda – heute wie damals und verweist damit auch auf seine Eltern, „zwei Granaten“, die so viel bewegt, so viel erreicht haben. Aenne Burda, die sich als Eisenbahnertochter aus der Unterschicht in der Offenburger Gaswerkstraße Weltruhm erarbeitet hat. Diese beispiellose Erfolgsgeschichte mit der Karrierestart der Wirtschaftswunderfrau Aenne Burda Anfang der 50er Jahre mit Burda Moden wird in einem zweiteiligen Spielfilm am 5. und 12. Dezember um 20.15 Uhr in Das Erste noch mal eindrucksvoll nachgezeichnet.

Globaler Erfolg mit festen Wurzeln

„Mit der Heimat im Herzen hinaus in die Welt“: So lautete schon der Titel von Hubert Burdas Abituraufsatz und diesem Credo ist er bis heute treu geblieben. Dabei war und ist die beständige Veränderungsbereitschaft im Unternehmen Burda stets die Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit und damit den Erfolg.

«Heute ist ‚der Laden‘ global geworden, aber immer noch in Offenburg verwurzelt und das ist wichtig.»

Hubert Burda, Verleger

Die Werte in einem Familienunternehmen vermittle er auch seinen Kindern. Er habe von frühester Kindheit an mitgekriegt, dass das, was Du geerbt hast nicht dein Besitz ist, sondern vielmehr ein Pfand, das es an die nächste Generation „vermehrend“ weiterzugeben gelte. „Ich danke sehr für diesen Preis!“

30 Jahre starke Frauen

Hubert Burda mit Schauspielerin Iris Berben © Michael Tinnefeld

Unternehmerischer Mut und eine Vision: Vor 30 Jahren brachte Hubert Burda das internationale Fashion-Magazin Elle nach Deutschland. Am Freitag, den 12. Oktober 2018, fand anlässlich des 30. Geburtstags der deutschen Elle auf Einladung von Burda-Vorstand Philipp Welte, BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz und Elle-Chefredakteurin Sabine Nedelchev, eine kleine, feine Jubiläumsfeier bei Verleger Hubert Burda in der Münchner Schackstraße statt. In traumhafter Kulisse bei sommerlichen Temperaturen feierten 40 ausgesuchte Gäste aus Mode, Kunst und Wirtschaft den runden Geburtstag. Darunter langjährige Freunde und Wegbegleiter der Elle und des Verlegers. Den Aperitiv gab es im Garten, das Menü im Stadtpalais am Siegestor von Sternekoch Bobby Bräuer.

Topmodel Toni Garrn, das Gesicht der Elle-Jubiläumsausgabe, war aus New York angereist, der internationale Modefotograf Lucian Bor kam aus Paris eingeflogen. Ebenfalls mit dabei: die Schauspielerinnen Iris Berben und Bibiana Beglau, Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen, Prinzessin Isabelle zu Hohenlohe-Jagstberg, Judith Milberg, Janina Kugel (Personalvorstand Siemens), ProsiebenSat.1-Vorstand Sabine Eckhardt sowie Beate Wedekind, die erste Chefredakteurin der deutschen Elle.

So kam die Elle nach Deutschland

Am 17. Januar 1988 unterschrieben Verleger Hubert Burda und sein französischer Kollege Daniel Filipacchi in der Arabellastraße in München den Vertrag, den Elle nach Deutschland bringt. Zwei Visionäre, eine Idee: sich für Frauen stark zu machen! Am 21. September 1988 erscheint dann schließlich die erste deutsche Ausgabe. Es war der erste internationale Lizenztitel im Portfolio von Hubert Burda Media. Die ursprüngliche Idee des französischen Mutterblatts, Trends aufspüren und ein mutiges neues Frauenbild zu fördern, wurde mit ihr fortgeführt.

Feminismus im Chanel-Kostüm

Die erste Elle-Ausgabe weltweit erschien am 21. November 1945 in Frankreich. Hélène Gordon-Lazareff, französische Journalistin mit russischen Wurzeln, hat Elle vor 73 Jahren in Paris gegründet – der Beginn einer bis heute andauernden, weltweiten Erfolgsgeschichte. Ein Magazin für Frauen, die frei und selbstbestimmt leben – das wollte Elle sein. Und das in einer Zeit, in der die drei K (Kind, Küche, Kirche) noch das Rollenbild der Frau definierten. Elle überzeugte mit Eigensinn, Haltung und einem neuen Konzept. Die erste Ausgabe drehte sich um das uneingeschränkte Wahlrecht für Frauen, ein Rezept für Croque Monsieur, sowie Tipps, wie alte Kleider mit wenigen Handgriffen wieder neu erstrahlen. Diese Kombination aus politischer Stellungnahme und Themen rund um aktuelle Saumlängen und angesagte Frühlingsfarben war bis dato undenkbar. Schnell avancierte Elle zu einem Symbol des gesellschaftlichen Wandels. Elle berichtete, hinterfragte, klärte auf. Und vergaß dabei nie, was das Leben schön macht – Mode!

Von Elle entdeckt

Ihre Fähigkeit, den Zeitgeist vor anderen aufzunehmen, Trends und Schönheitsideale abzuleiten und journalistisch aufzubereiten, machten Hélène Gordon-Lazareff zu einer der wirklich erfolgreichen Frauen ihrer Zeit. 1949 entdeckte sie die bis dahin unbekannte Brigitte Bardot, als sie sie auf einem Bahnsteig sah und ihr hinterherrief: „Melden Sie sich bei mir! Wir müssen Fotos von Ihnen machen lassen!“ Vier Monate später war sie auf der Titelseite der französischen Elle. Auch die deutsche Elle hat viele Topmodels und Stil-Ikonen über die Jahre hinweg begleitet: Carla Bruni, Cindy Crawford, Tatjana Patitz, Linda Evangelista, Laetitia Casta, Diane Kruger sowie Claudia Schiffer, schon kurz nachdem sie entdeckt wurde – sie alle waren auf dem Cover und in Modestrecken, die schönsten Frauen der Welt, geshootet von Top-Fotografen.

Weitere Impressionen der Veranstaltung finden Sie auf Flickr.

Historischer Erfolg für die Verlage

Verleger Hubert Burda hatte 2006 EU-Kommissare (hier Charlie McCreevy) in den Medienpark nach Offenburg eingeladen, um für die Interessen der Verlage in einer digitalen Welt einzutreten © Wilfried Beege

Seit vielen Jahren hatte Verleger Hubert Burda gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern leidenschaftlich darum gekämpft, nun rückt ein eigenes Leistungsschutzrecht für die Verlage auf europäischer Ebene in greifbare Nähe. Das Europaparlament in Straßburg hat heute nach einem fast zwei Jahre andauernden Streit den Bericht zur Urheberrechtsreform gebilligt, der erstmals auch das sogenannte Europäische Verlegerrecht enthält. Mit Blick auf die hitzigen Debatten der vergangenen Wochen ist das Abstimmungsergebnis von 438 Befürwortern zu 226 Gegenstimmen ein enormer Erfolg.

Gegen alle Widerstände

Auf maßgebliches Betreiben des ehemaligen VDZ-Präsidenten Hubert Burda wurde von der EU-Kommission im September 2016 ein Europäisches Presseleistungsschutzrecht vorgeschlagen. Es soll Verlage in eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Suchmaschinen und Aggregatoren versetzen und dazu beitragen, die Erlöse entlang der journalistischen Wertschöpfungskette fairer zu verteilen. Seither wurde über die Vorschläge der Kommission heftig gestritten. Während sich Verlagsvertreter und Journalistenverbände für den zwischenzeitlich erarbeiteten Kompromiss des Berichterstatters Axel Voss einsetzten, führten die Gegner des neuen Gesetzes, zu denen die großen internationalen Plattformbetreiber und Vertreter der Netzgemeinde gehören, eine emotional aufgeheizte Debatte, die sich an der Behauptung entzündete, das freie Hyperlink-Setzen und damit die allgemeine Freiheit im Internet könnten bedroht sein. Obwohl der Berichterstatter im federführenden Rechtsauschuss immer wieder darauf verwiesen hat, dass es für Privatpersonen zu keinerlei Einschränkungen beim Teilen von Inhalten kommen würde, hat das gegnerische Lager auch nicht vor großangelegten und von U.S.-Plattformen finanzierten Desinformationskampagnen Halt gemacht. Dies hatte im Juli 2018 schließlich dazu geführt, dass die zunächst positive Entscheidung des Parlaments in Bezug auf den Urheberrechtsbericht in einer weiteren Abstimmung gekippt wurde. Die langjährige, intensive Arbeit von Abgeordneten aus fünf verschiedenen Ausschüssen wurde damit in Frage gestellt und für weitere Änderungsanträge geöffnet. Trotz zahlreicher Änderungsanträge, die entweder eine Streichung oder eine Verwässerung des Verlegerrechtes vorgesehen hätten, konnte sich der Berichterstatter Axel Voss am Ende durchsetzen. In den sogenannten Trilogverhandlungen wird nun weiter über den Text beraten.

Ehre, wem Ehre gebührt

Eine breite Allianz von Verlegern, Journalisten, Künstlern und Kreativen hat für das heutige Abstimmungsergebnis gekämpft, das nicht ohne die politische Weitsicht von Verleger Hubert Burda möglich gewesen wäre. Schon 2013 hatte er – gegen den weltweiten Trend des Abbaus von Urheberrechten – zusammen mit dem VDZ ein deutsches Leistungsschutzrecht für Presseverleger errungen. Nachdem sich der deutsche Markt angesichts der Marktmacht von Plattformen wie Google jedoch zunächst als zu klein erwiesen hatte, um das neue Recht effektiv durchsetzen zu können, sollte mit einem europaweiten Verlegerrecht die nächste Hürde genommen werden. Die Entscheidung des Europäischen Parlamentes ist damit nicht nur ein persönlicher Erfolg für Hubert Burda, sie ist auch ein bedeutender Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Erlöse in der gesamten europäischen Medienindustrie und sendet nach den Kartellentscheidungen im Fall von Google erneut eine klare Botschaft an die Adresse der internationalen Plattformgiganten: Europa allein macht die Spielregeln, an die andere sich hier zu halten haben.

Verleger Hubert Burda (damals VDZ Präsident) sprach schon 2014 mit dem EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso über die Notwendigkeit eines europaweiten Leistungsschutzrechts © Lander Loeckx