Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Landrat Frank Scherer, Moderator Norbert Großklaus, Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, Hubert Burda, Preisträger Marco-Sharif Khan und Heinz Spengler (Vorstand der Hubert Burda Stiftung)

Zum 6. Mal hat die Hubert Burda Stiftung den Senator-Ehrenamtspreis für Offenburg und die Ortenau vergeben. 2012 initiiert durch Hubert Burda und benannt nach seinem Vater, Senator Franz Burda, dem das soziale Wirken eines Unternehmens innerhalb der Gesellschaft ein Herzensanliegen war, würdigt die Auszeichnung ehrenamtliches Engagement in der Region, in der Hubert Burda Media seinen Unternehmenssitz, seine Wurzeln hat.

Der Preisträger 2017 ist Marco-Sharif Khan aus Lahr. Der Vorsitzende und Gründer der gemeinnützigen musikalischen Jugendinitiative „Jugend-Musik-Werk Baden“ engagiert sich seit vielen Jahren vorbildlich im sozialen und kulturellen Bereich.

Die Begründung der Jury: „Der Preisträger schafft es, in der heutigen Zeit mit Musik Licht in die Herzen von Kindern und Jugendlichen zu tragen.“

Musik baut Brücken zwischen Menschen jedes Alters und jeder Herkunft, sie überwindet kulturelle und sprachliche Grenzen ebenso wie Barrieren im Kopf. Im „Jugend-Musik-Werk Baden“ lernen die Kinder fürs Leben – gegenseitiger Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung – ganz nach dem Credo des Vereins: „Let’s rock and be a family“.

Auszeichnung für das Ehrenamt

Ehrenamtspreis_2016
Regina Stein erhält den Senator-Ehrenamtspreis 2016

Für ihre herausragende Leistung als „Stille Heldin“ im Ehrenamt erhält Regina Stein den Senator-Ehrenamtspreis 2016 der Hubert Burda Stiftung. Die 1. Vorsitzende und Mitgründerin des Fördervereins „Freunde und Förderer der Feldscheune Kehl“ engagiert sich seit vielen Jahren vorbildlich im sozialen und kulturellen Bereich.

Trotz ihrer seit 40 Jahren andauernden und immer wiederkehrenden Krebserkrankung habe Regina Stein ihren Lebenswillen und ihre Herzlichkeit nie verloren. Im Gegenteil – mit ganzer Kraft engagiere sie sich für andere Menschen, die ebenfalls an Krebs erkrankt sind, so die Jury. Regina Stein organisiert neben ihrem Engagement für kulturelle Events in der Kehler Feldscheune den sehr erfolgreichen Infotag „Krebs und was dann?“ Hier bringt Regina Stein versierte Mediziner und andere Fachleute aus dem Gesundheitsbereich, Physio- und Kunsttherapeuten sowie verschiedene Selbsthilfegruppen mit Interessierten, Betroffenen und Angehörigen zusammen.

Der Senator-Ehrenamtspreis der Hubert Burda Stiftung wird seit 2012 jährlich auf Initiative von Dr. Hubert Burda in Offenburg und der Ortenau, Stammsitz von Hubert Burda Media, vergeben.

Verständigung durch Verständnis

Hubert Burda und Wolfgang Schäuble mit dem Preis für Verständigung und Toleranz

Seit 2002 zeichnet das Jüdische Museum Berlin jährlich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik aus, die einen besonderen Beitrag zum interkulturellen Verständnis leisten. Hubert Burda habe sich seit vielen Jahren für ein tolerantes Miteinander eingesetzt, so die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander in ihrer Laudatio auf den Verleger, nicht zuletzt mit der Gründung des „Hubert Burda Center for Innovative Communications“ an der Ben-Gurion-Universität in Israel.

„Verständigung, so erlebe ich das als Verleger, kann heute nur gelingen, wenn wir lernen, die einschneidende digitale und mediale Revolution zu verstehen, in der wir heute leben“, so Burda in seiner Dankesrede.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. „Die Felder, auf denen ich einen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten durfte und darf, verlangen noch und wieder unseren ganzen Einsatz“, appellierte der Preisträger. „Auch 25 Jahre nach der Zeitenwende, die uns das Ende der Geschichte bringen sollte, wie manche versprachen, also den endgültigen Sieg der liberalen Demokratie, herrscht in der Welt ein eklatanter Mangel an Verständigung und Toleranz.“

Fortsetzung des Dialogs in Brüssel

Hubert Burda beim Dinner des European Publishers Council in Brüssel, neben ihm Neelie Kroes (Vizepräsidentin der Europäischen Kommission) und Francisco Balsemão (Impresa, EPC-Chairman) mit Kommissionspräsident José Manuel Barroso

Im Kreise europäischer Spitzenpolitiker erneuert Hubert Burda die Forderung nach fairen rechtlichen Rahmenbedingungen. Am Dienstag war er zum jährlichen Dinner des European Publishers Council (EPC) nach Brüssel gereist, einem der hochkarätigsten Zusammenschlüsse europäischer Verleger, den Burda 1991 mitbegründet hatte.

„Chancengleichheit für europäische Unternehmen im internationalen Wettbewerb“, so die Forderung des Verlegers in seiner Ansprache vor EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und den EU-Kommissaren Viviane Reding, Neelie Kroes, Androulla Vassiliou und Michel Barnier am Dienstag in Brüssel. Burda war zum jährlichen Dinner des European Publishers Council (EPC) gereist, einem der hochkarätigsten Zusammenschlüsse europäischer Verleger, den Burda 1991 mitbegründet hatte. Außer ihm waren u.a. Julia Jäkel (Gruner + Jahr), Stefan von Holtzbrinck, Michael Ringier, Rob Grimshaw (Financial Times), Kevin Beatty (Daily Mail) und Francisco Balsemão (Impresa) vor Ort.

Burda betonte zunächst die Bedeutung der Zeitschriften in der europäischen Medienlandschaft: Während Gattungen wie die Tageszeitung zunehmend unter Druck gerieten, investiere Burda in neue Magazine wie zuletzt Harper’s Bazaar und expandiere gleichzeitig in die digitale Welt: „Wir tun das eine, ohne das andere zu lassen“, so Burda mit Blick auf die duale Konzernstrategie, die dynamisches Wachstum in digitalen Geschäftsfeldern mit höchst erfolgreichem und international expansivem Magazingeschäft vereint.

Im Anschluss sprach der Verleger über die richtige Politik für die Consumer-Internet-Branche – ein Thema, das bereits vor zwei Wochen im Mittelpunkt stand, als eine Burda-Delegation zu politischen Gesprächen in Brüssel war. „Die USA haben das Consumer Internet früh zu einer strategischen Industrie gemacht, mit dem Resultat, dass alle wichtigen Mautstellen im Internet, wie etwa Online-Werbung, e-Commerce und App-Verkäufe von amerikanischen Unternehmen dominiert werden“, konstatierte der Verleger. „Europa dagegen hängt hinterher.“ Um den europäischen Unternehmen aber zumindest Chancengleichheit zu garantieren, müssten die massiven Wettbewerbsnachteile abgebaut werden, die durch rechtliche Asymmetrien entstünden – insbesondere in den Bereichen Datenschutz, Steuern und Suchmaschinenneutralität. Burdas Appell an die EU-Kommission: „Wir brauchen ein Level Playing Field, also gleiches Recht für alle und damit faire Chancen im Wettbewerb!“

Besondere politische Aufmerksamkeit, so Burda weiter, verdiene die Consumer-Internet-Branche, da sie andere Branchen immer stärker beeinflusse: „Hier werden Schlüsseltechnologien entwickelt, wie zum Beispiel Datenverarbeitung, die für andere Wirtschaftszweige immer wichtiger werden“, so Burda. „Wenn Europa im Consumer Internet abgeschlagen bleibt, wird sich dies bald auch auf die Automobilindustrie, den Biotechnologiesektor oder die Medizintechnik auswirken, wo diese Schlüsseltechnologien verstärkt zur Anwendung kommen“, prognostizierte Burda den Vertretern der EU-Kommission. Es müsse also auch im Interesse der Politik sein, eine wettbewerbsfähige Consumer-Internet-Branche in Europa zu haben.

Termin mit der Kanzlerin

Angela Merkel empfing Hubert Burda und weitere Vertreter der Medienwirtschaft

„Die Maxime der Medienpolitik sollte sein: Fairer Wettbewerb und Abbau rechtlicher Asymmetrien zwischen den Wettbewerbern.“ Mit diesem Plädoyer wandte sich Hubert Burda am Dienstag an Angela Merkel, die den Verleger und weitere Vertreter der deutschen Medienwirtschaft zu einem Spitzengespräch nach Berlin eingeladen hatte. Ziel des Gesprächs war ein Meinungsaustausch über aktuelle Themen der Medienpolitik.

Dabei herrschte Einigkeit, dass politischer Handlungsbedarf bestehe. Teilweise seien zwar richtige Schritte zur Modernisierung des Rechtsrahmens unternommen worden – beispielsweise die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger, das sowohl die Kanzlerin als auch Burda als wichtigen Baustein eines fairen medienpolitischen Ordnungsrahmens und Modell für andere Länder bezeichneten. In anderen Politikfeldern hingegen gebe es noch viel zu tun, so der Verleger: In Deutschland gehe es etwa um neue Regelungen zur Pressefusionskontrolle und zum Presse-Grosso, in Europa um „Fair Search“ (also das Gebot der Neutralität von Suchmaschinen gegenüber allen Inhalteanbietern), um die Novellierung des Datenschutzrechts und die Reformierung der Steuergesetzgebung – ein Thema, dem sich die Bundesregierung widmen wolle, wie die Kanzlerin mitteilte.

Beide Seiten vereinbarten, im fortlaufenden Dialog zu bleiben.

Das Gespräch mit der Bundeskanzlerin fand im Rahmen der Arbeit der „Deutschen Content Allianz“ statt, einer Initiative von Verbänden und Organisationen mit dem Ziel, Politik und Öffentlichkeit für die Anliegen der Medienwirtschaft zu sensibilisieren. Neben Hubert Burda – als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger – nahmen u. a. Monika Piel (WDR), Thomas Bellut (ZDF), Helmut Heinen (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger), Gottfried Honnefelder (Börsenverein des Deutschen Buchhandels), Dieter Gorny (Bundesverband Musikindustrie), Jürgen Doetz (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) sowie die Schauspielerin Iris Berben (als Vertreterin der Deutschen Filmakademie) teil.