Glamour und Emotionen

Die Preisträger und Laudatoren 2007

Der wichtigste deutsche Medienpreis, gestiftet von Verleger Dr. Hubert Burda, wurde zum 59. Mal an herausragende Persönlichkeiten verliehen. Die glanzvolle Gala mit rund 1.300 prominenten Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Medien und Showbusiness fand erstmals in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf statt und wurde von Entertainer Harald Schmidt zum zweiten Mal in Folge moderiert. Aus dem Kongresszentrum Düsseldorf übertrug die ARD (MDR) das von Werner Kimmig produzierte Live-Ereignis.

Die Live-Übertragung des BAMBI 2007 im Ersten sahen durchschnittlich 5,8 Millionen Zuschauer (20, 5 % Marktanteil), in der Spitze waren sogar über 7,4 Millionen Zuschauer an den Bildschirmen dabei. Damit war die 196-minütige Preisverleihung Marktführer in der Gruppe der Zuschauer ab 3 Jahren. Die zum ersten Mal live übertragene Sondersendung zur Ankunft der Stars am Roten Teppich um 18.50 Uhr verfolgten bereits 1,4 Millionen Zuschauer.

Das goldene Reh wurde in diesem Jahr in insgesamt 16 Kategorien verliehen. So ging unter anderem der Ehren-BAMBI an die jordanische Königin Rania, die ihre Kraft und ihren Einfluss in den Dienst der Frauen und Kinder der jordanischen Gesellschaft stellt. Dr. Maria Furtwängler überreichte den Preis in der Kategorie „Lebenswerk“ an Schauspielerin Sophia Loren. Ausgezeichnet wurden außerdem Eva Longoria in der Kategorie „TV-Serie international“, Armin Mueller-Stahl in der Kategorie „Schauspiel“ und Hollywood-Star Tom Cruise erhielt den „Courage“-BAMBI für seine Bereitschaft, Risiken für seine Projekte einzugehen. Der Sonderpreis der Jury ging an den ARD-Zweiteiler „Contergan“, der den größten Arzneimittelskandal der deutschen Geschichte thematisiert. Für musikalische Unterhaltung sorgten Rihanna, Ricky Martin und Eros Ramazzotti im Duett, Andrea Bocelli und Sarah Brightman sowie James Blunt.

Alle BAMBI-Preisträger des Jahres 2007 im Überblick:

Ehren-BAMBI: Königin Rania von Jordanien
Lebenswerk: Sophia Loren
Musik international: Bon Jovi
Courage: Tom Cruise
Comeback: Henry Maske
Kultur: Hape Kerkeling
Schauspiel national: Armin Mueller-Stahl
Information: Maybrit Illner
Mode: Christopher Bailey
Sport: Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes
Engagement: Dr. oec. Dr. h.c. Markus Dewender und Dr. med. Matthias Angrés stellvertretend für „Kinder brauchen uns e.V.“
TV-Serie International: Eva Longoria
Film national Weiblich: Katja Riemann
Film national Männlich: Matthias Schweighöfer
Publikumspreis für das Fernsehereignis des Jahres: „Die Flucht“
Sonderpreis der Jury: ARD-Zweiteiler „Contergan“ (Benjamin Sadler, Katharina Wackernagel, Denise Marko)
Überraschungs-Bambi Johannes Heesters

Auszeichnung für außergewöhnliches Wirken

Hubert Burda gratulierte seinem Freund Ernst Pöppel zur Auszeichnung

Mit der Goldenen Peutinger Medaille wurde jetzt der Münchner Hirnforscher Prof. Ernst Pöppel geehrt. Staatsminister Dr. Thomas Goppel hielt die Laudatio.

Der Hirnforscher Prof. Dr. Ernst Pöppel ist Leiter des Instituts für medizinische Psychologie und des Humanwissenschaftlichen Zentrums der Ludwig-Maximilians-Universität München. In seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen (u.a. „Grenzen des Bewusstseins. Wie kommen wir zur Zeit, und wie entsteht Wirklichkeit?“, 2000) behandelt er die Frage, was man unter Bewusstsein versteht. Das Thema gehört nicht allein in die Psychologie, in die Philosophie oder die Hirnforschung, sondern alle Wissenschafts- und Kulturbereiche können ihren Beitrag leisten. Bestimmte Phänomene in den Künsten tragen wesentlich zu einer Analyse des Bewusstseins bei.

Das PEUTINGER-COLLEGIUM orientiert sich mit seinen Zielen an dem außergewöhnlichen Wirken und der überragenden Persönlichkeit des Augsburgers Konrad Peutinger (1465-1547): Konrad Peutinger war in seiner Zeit über viele Jahre als enger Berater Kaiser Maximilians I., als Stadtschreiber von Augsburg, als Herausgeber wichtiger Rechtstexte, usw. in einer Person Rechtsgelehrter, Staatsmann, Historiker, Humanist und Universalgelehrter. Er war Theoretiker und Praktiker zugleich, der fundierte und nachhaltige Visionen entwarf, und auch umsetzte. Als Vordenker der freien Marktwirtschaft und des freien Welthandels schuf er bleibende Werte für die Nachwelt.

Klare Spielregeln für das Internet

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hubert Burda auf den VDZ-Zeitschriftentagen

In der Diskussion um die digitalen Expansionsvorhaben von ARD und ZDF haben sich erneut die Zeitschriftenverleger zu Wort gemeldet. Auf den VDZ-Zeitschriftentagen in Berlin kritisierte Verlegerpräsident Hubert Burda das ungebremste Online-Wachstum der gebührenfinanzierten Sender in die Märkte der Verlage.

ARD und ZDF hätten sich in vielen Formaten wie zum Beispiel einer Vielzahl von Ratgeber- und Serviceportalen deutlich über die programmbegleitenden Funktionen hinaus entwickelt und seien dadurch zu Marktkonkurrenten für die Verlage geworden, die ihre redaktionellen Angebote im Gegensatz zu den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern über Werbung refinanzieren müssten. Dieses Ungleichgewicht gefährde mittelfristig den Bestand der Qualitätsmedien. Hubert Burda: „Wir bestreiten nicht den Grundversorgungsanspruch von ARD und ZDF – auch im Netz. Aber das Web 2.0 ist eine völlig neue Benutzeroberfläche, daher brauchen die Medien in Deutschland neue Spielregeln und eine präzise Definition des öffentlich-rechtlichen Auftrags.“

Die angebotenen Kooperationsmodelle, die eine Übernahme von Bewegtbildern aus den Online-Angeboten von ARD/ZDF vorsehen, seien zudem rechtlich problematisch. „Gerade im Internet ist die Rechtefrage äußerst kompliziert“, warnte Hubert Burda und wies darauf hin, dass auch in anderen Punkten noch Klärungsbedarf bestehe. „Wem gehören zum Beispiel die durch die Digitalisierung frei werdenden Frequenzen – muss die Europäische Union nicht auch hier Wettbewerb zulassen? Natürlich wollen wir Verlage in diese Frequenzen hineingehen, dies machen wir auch von Verbandsseite aus mit allem Nachdruck deutlich, denn wir müssen hier unsere Interessen vertreten.“

Im Anschluss an die Diskussionen fand am Abend die große „Publisher’s Night“ statt. Während der Gala zeichnete der VDZ Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl „für sein herausragendes Deutschland-Engagement“ mit der Ehren-Victoria aus. Auch sein Einsatz für die europäische Integration wurde gewürdigt. Kohl habe „wesentlich dazu beigetragen, dass die deutsche Teilung auch über parteipolitische Grenzen hinweg überwunden wurde und ein zuvor geteiltes Land seiner Verantwortung im internationalen Kontext gerecht werden kann“, hob Hubert Burda in seiner Laudatio hervor.

Am zweiten Tag sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sprach sich gegen die Diskriminierung von Druckmedien in einer Zeit des digitalen Umbruchs aus.

Auf den diesjährigen VDZ-Zeitschriftentagen beraten rund 800 Branchenvertreter über die Herausforderungen der digitalen Welt für die Zeitschriften.

VDZ ehrt Dr. Helmut Kohl

Dr. Helmut Kohl

Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1982 bis 1998, wird 2007 von den deutschen Zeitschriftenverlegern für sein herausragendes politisches Engagement für die deutsche Einheit und die Erweiterung der europäischen Union mit einer Ehren-Victoria ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgt vor rund 1.000 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am 15. November auf der Publishers´ Night des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger in Berlin. Laudator wird der Journalist und Buchautor Prof. Dr. Peter Scholl-Latour sein.

„Die Lebensleistung Dr. Helmut Kohls, der in seiner 16-jährigen Amtszeit an das große europäische Vermächtnis Konrad Adenauers und Willy Brands anknüpfte, ist von eindrucksvoller politischer Gestaltungskraft. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die deutsche Teilung auch über parteipolitischen Grenzen hinweg überwunden wurde und ein zuvor geteiltes Land seiner Verantwortung im internationalen Kontext gerecht werden kann“, würdigte Prof. Dr. Hubert Burda, Präsident des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, die Leistung des Altbundeskanzlers. Die Ehren-Victoria wird erst zum zweiten Mal vergeben. Im Vorjahr erhielt Franz Beckenbauer die Auszeichnung.

Die Verlegerin und der Starfotograf

Hubert Burda zeigt Eva Padberg die Briefe seiner Mutter an Rico Puhlmann

„Eva Padberg als Berlinerin ist die heutige Fortsetzung der Modewoche in den 60er und 70er Jahren. Berlin stand damals im Mittelpunkt und eines der kreativen Ergebnisse dieser Zeit – die Zusammenarbeit meiner Mutter mit Rico Puhlmann – können Sie in dieser Retrospektive sehen“, begrüßte Hubert Burda die Gäste zur Vernissage der Ausstellung „Lieber Rico – Aenne Burda und der Starfotograf Rico Puhlmann“.

Aenne Burda hatte den jungen Berliner in den 50er Jahren entdeckt, war durch Zeichnungen im „Textil-Report“ auf ihn aufmerksam geworden. Die Ausstellung zeigt Puhlmanns handbemalte Fotos aus dieser Zeit, Modezeichnungen, Fotostrecken für „Burda International“ aus den 70er Jahren und persönliche Briefe der Verlegerin an den Fotografen.

„Ich habe Eva die Briefe meiner Mutter gerade vorgelesen“, verrät Hubert Burda, „beiden fühlten sich angezogen von Mode, Farben und Schönheit.“ Für das Topmodel ist die Verlegerin eine Frau, die immer noch fasziniert. „Wahrscheinlich wegen ihrer Leidenschaft für alles Schöne“, so Padberg, die zur Vernissage ein Kleid der 1st Row-Kollektion nach „Burda Moden“ trug. „Uns verbindet die Mode und wir kommen beide aus einem kleinen Ort. Es ist toll, dass ein Heft wie das BURDA MODEMAGAZIN in Offenburg entstanden ist und hier Deutschlands Modegeschichte begonnen hat.“
Konzipiert hat die Ausstellung Ute Dahmen. Die Autorin recherchiert für ein Buch über die Verlegerin und hat bei einer Puhlmann-Retrospektive in New York den Bruder des 1996 verstorbenen Künstlers kennen gelernt. „Er erzählte mir, dass es im Archiv noch Briefe von Aenne Burda an Rico Puhlmann gibt – und so entstand die Idee zu dieser Ausstellung.“

Die Hauptstrecken des Starfotografen für „Burda Moden“ entstanden in den 70er Jahren, haben seither von ihrer Aktualität aber kaum eingebüßt. „Es hat einen Moment gedauert, bis ich erkannt habe, dass das keine aktuelle Kollektion ist“, bewunderte Eva Padberg die über 30 Jahre alten Fotos.

Die Ausstellung „Lieber Rico – Aenne Burda und der Starfotograf Rico Puhlmann“ ist noch bis Sommer 2008 nach telefonischer Voranmeldung unter (0781) 81 84 23 18 und im Rahmen der monatlichen Kunstführungen durch das Unternehmen zu besichtigen.

Regionale Impulse

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Die Bedeutung der „Trinationalen europäischen Metropolregion“ Oberrhein als „mediales Cluster“ für Deutschland und Europa betonte Hubert Burda beim Hohen Horn Kreis

„Zukunftsoffensive Metropolregion Oberrhein“ war das Motto des traditionellen Treffens des Hohen Horn Kreises am Donnerstag in Offenburg. Hubert Burda begrüßte die Gäste im Media Tower, die zunächst in einem Film in die Mediengeschichte der Oberrheinregion eingeführt wurden: mittelalterliche Buchkunst, die Erfindung des Buchdrucks, der Fotografie, Film, Fernsehen bis hin zur ersten Email in Karlsruhe vor 20 Jahren. Als „mediales Cluster“ bezeichnete Hubert Burda die Region, die zentrale Größen wie das ZKM mit seinen interdisziplinären Projekten zwischen Kunst, Medien und Technologie als „Bauhaus des 21. Jahrhunderts“ hervorgebracht habe.

Hubert Burda erinnerte bei seiner Begrüßung im Offenburger Media Tower an die Anfänge der „Trinationalen europäischen Metropolregion“ und forderte die anwesenden Entscheider auf, den Konkurrenzkampf um die besten Köpfe mit anderen Regionen und Unternehmen aufzunehmen: „Mitte Juni haben wir bei einem Kamingespräch die Initiative ins Leben gerufen“, so der Verleger, „nun müssen wir die Idee mit Leben füllen. Sie soll keine politische Floskel bleiben, sondern unsere gemeinsame Identität in der globalisierten Welt stärken.“ In Tischgesprächen während des Abendessens entwickelten die Gäste mögliche Projekte.

Zuvor hatte Hubert Burda gemeinsam mit der Offenburger Oberbürgermeisterin Edith Schreiner das restaurierte Dionysos-Denkmal enthüllt.

Regulierung versus Konvergenz

Hubert Burda forderte bei den Münchner Medientagen eine klare Definition der Online-Aktivitäten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks

Das Verhältnis zwischen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und den privatwirtschaftlich operierenden Verlegern sei im Online-Bereich „asymetrisch“ geworden, erklärte Hubert Burda im Rahmen der Münchner Medientage: „Durch das hohe Gebührenaufkommen stehen ARD und ZDF auf Dauer in Konkurrenz mit den Verlegern“. Es müsse geklärt werden, welche Informationen auf Grund des öffentlich-rechtlichen Auftrags im Internet verbreitet werden sollten.

Nach der Eröffnung des Kongresses durch Bayerns neuen Ministerpräsidenten Günther Beckstein folgte der von Helmut Markwort moderierte Mediengipfel: Mit Hubert Burda diskutieren unter anderem ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch, BR-Intendant Thomas Gruber und ZDF-Kollege Markus Schächter die „Regulierung im Zeitalter der Konvergenz“.

Auch hier kam es zu einem Schlagabtausch zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Medien. Die Vertreter der privaten Anstalten warfen ARD und ZDF vor, mit ihren digitalen Projekten über ihren Auftrag hinaus in das Terrain der Privaten einzudringen und dafür milliardenschwere Rundfunkgebühren zu nutzen. Es sei „sicher nicht der Auftrag der Gebührenfinanzierung, alles zu ermöglichen“, so Jürgen Doetz, Präsident des privaten Interessenverbandes VPRT.

In der Kritik stehen unter anderem die programmbegleitenden Angebote. Beispielsweise bedienten Ratgeberseiten die klassische Klientel der Zeitschriften, so Hubert Burda.

Unter dem Motto „Media Yourself – Wie das Internet Medien und Gesellschaft verändert“ diskutieren seit Mittwoch 5.000 Experten im Rahmen der Münchner Medientage die neuen Trends und Perspektiven der Digitalisierung.