Auszeichnung für Lebenswerk

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Preisträger Hubert Burda und Kress-Chefredakteur Bülend Ürük

Hubert Burda ist im Rahmen eines Empfangs zu seinem 78. Geburtstag am Unternehmenssitz Offenburg für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Bülend Ürük, Chefredakteur des Medienfachdienstes Kress, überreichte dem Verleger den Kress-Award 2017 im Namen von Herausgeber und Chefredaktion des Kress Reports.

„Ein Vorbild und Leuchtturm“:

Das sei der stets neugierige, universal interessierte Verleger Hubert Burda in der Medienlandschaft, betonte Bülend Ürük. In seiner Laudatio zur Preisverleihung würdigte Ürük Hubert Burda als Visionär der Digitalisierung, als einen Verleger, der „seiner Zeit manchmal zehn Jahre voraus“ gewesen sei und zitiert Hubert Burda aus einer Rede im Jahr 1995: „Die digitale Revolution führt uns von der postkapitalistischen in die Knowledge-Gesellschaft. Wissen, Information, Kommunikation wird zur dominierenden Ware.“ Hubert Burda stehe wie kein zweiter für Print und Digitales, für Neues, für das Verbindende in der Branche, so Ürük. „Stets neugierig zu sein, den Weg immer weiter zu gehen, keiner Mühe auszuweichen, lebenslang zu lernen und den Wandel als ständigen Begleiter zu begreifen“ – diese Einstellung Hubert Burdas helfe gerade in herausfordernden Zeiten.

„Mit der Heimat im Herzen hinaus in die Welt!“

In seiner Dankesrede nahm Hubert Burda u.a. Bezug auf die mediengeschichtliche Bedeutung der Oberrheinregion vom Buchdruck bis zur Digitalisierung, die Bedeutung von Karlsruhe als eigentliche Internet-Hauptstadt mit der ersten E-Mail in Deutschland vor fast 35 Jahren und die dazugehörigen Hochschulstudiengänge für die Berufe der Zukunft. „An dieser Zukunft müssen die Oberrheinregion und Offenburg weiter partizipieren.“ Dazu trage nicht zuletzt auch der stetige Wandel im heute weltweit agierenden Medienunternehmen Burda bei.

Bildrechte: Hubert Burda Media, Fotocredit: Iris Rothe

„Seismografischen Spürsinn für den Wandel“

VDZ Publishers Summit 2016
Hubert Burda wurde bei der Publishers‘ Night des VDZ in Berlin mit der „Goldenen Victoria“ ausgezeichnet

„Hubert Burda hat mit der Gründung des Focus Mediengeschichte geschrieben“, mit diesen Worten ehrte EU-Kommissar Günther Oettinger Hubert Burda, der bei der Publishers‘ Night des VDZ mit der „Goldenen Victoria für das Lebenswerk“ ausgezeichnet wurde. „Er ist ein liberaler, bodenständiger und badischer Visionär, dessen Lebenswerk stets von Gradlinigkeit und Erfolg geprägt war“, sagte Oettinger.

Mit dem Preis danken der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und seine 450 Mitgliedsverlage Hubert Burda für seinen jahrzehntelangen Einsatz an der Spitze der Branche. Der Verleger sei der Spiritus Rector der Zeitschriftenbranche und ein Seismograph für Veränderungen, so der VDZ in seiner Begründung.

„Das wichtigste daran, einen Menschen auszuzeichnen, ist die Tatsache, ihm das Gefühl zu geben, dass seine Arbeit sich gelohnt hat“, sagte Hubert Burda, als er die „Goldene Victoria“ vom Digitalkommissar Günther Oettinger entgegen nahm.

Auch Schauspiellegende Mario Adorf würdigte Hubert Burdas Verdienste als VDZ-Präsident. In einem Videobeitrag sagte er über den Verleger: „Er hat frühzeitig vorhergesagt, dass die digitale Revolution eine ähnliche Bedeutung wie das Automobil für unsere Gesellschaft haben würde und er hat erkannt, dass auch in diesem Bereich einheitlich Verkehrsregeln geschaffen werden müssen. Hubert Burda hatte schon immer einen seismografischen Spürsinn für den Wandel.“

Einen Tag zuvor ließ Hubert Burda bei der Eröffnung des Publishers‘ Summit, dem jährlichen Gipfeltreffen der deutschen Zeitschriftenverleger, die 20 Jahre im Präsidentenamt Revue passieren. „Es erfüllt mich mit großer Zufriedenheit, den Stab an der Spitze unserer Interessenvertretung in einem solchen Moment der Souveränität unserer Branche weiterzugeben“, so der Verleger. „In Zeiten enormer Umbrüche im Zuge der Digitalisierung ist es uns gelungen, den VDZ zu einem der besten Verbände Deutschlands zu machen – kraftvoll in seinen Netzwerken, wirksam in der Kommunikation und mit einer Strahlkraft, die weit über die Verlagswelt hinausreicht.“ Einer der größten Erfolge des VDZ sei es, dass niemand an der Gattung der Zeitschrift zweifele. „Unser Kerngeschäft ist auch nach 20 Jahren Digitalisierung kerngesund.“ Darüber hinaus könne der Verband bemerkenswerte politische Erfolge verzeichnen: „Gerade in Brüssel hat sich viel getan. Wir spüren einen bemerkenswerten Kurswechsel der Politik, der insbesondere auf die Arbeit des VDZ zurückzuführen ist. Brüssel bleibt auch weiterhin von entscheidender Bedeutung für uns, denn die europäische Digitalwirtschaft steht gerade erst am Anfang.“

Als Burdas Nachfolger im Amt des Präsidenten wählten die VDZ-Delegierten am Sonntag einstimmig den Funke-Gesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner. Über seinen Nachfolger sagte der scheidende Präsident: „Es ist ein gutes Gefühl, mit Stephan Holthoff-Pförtner einen Unternehmer als meinen Nachfolger zu wissen, der ebenfalls mit viel persönlichem Engagement an der Spitze eines starken Zeitschriftenverlages steht.“

Der Publishers‘ Summit und die Publishers‘ Night sind das jährliche Branchentreffen des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), das über 800 Medienmacher mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenführt. Für Burda sind neben dem Verleger auch Vorstand Philipp Welte und Focus-Chefredakteur Robert Schneider beim Publishers‘ Summit aufgetreten.

Zum Interview mit Hubert Burda in der Berliner Morgenpost hier klicken

Hubert Burda erhält Moses Mendelssohn Medaille

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Hubert Burda bei der Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille

Hubert Burda wurde am Montag für seine herausragenden Verdienste um die Verständigung zwischen Deutschland und Israel geehrt.

Julius Schoeps, Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn Zentrums in Potsdam, betonte Burdas „besonderes Engagement, die jüdischen Gemeinden, vor allem die Münchner Israelitische Kultusgemeinde, darin zu unterstützen, sich als eine öffentlich wahrgenommene und zunehmend als Selbstverständlichkeit akzeptierte Gemeinschaft der deutschen Gesellschaft zu etablieren“.

Die Laudatio auf Hubert Burda hielt Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München/Oberbayern und selbst Trägerin der Moses Mendelssohn Medaille. „Hubert Burda verkörpert den verantwortungsvollen Umgang mit unserer gemeinsamen Geschichte, den geschichtsbewussten Umgang mit unserer gemeinsamen Gegenwart und das Für- und Miteinander in unserer Zukunft.“ Sie zitierte den gemeinsamen Freund Lord Weidenfeld: „Hubert Burda gehört zu den deutschen Persönlichkeiten, die mir, einem Vertriebenen des Nazi-Regimes, wieder Vertrauen zu Deutschland gegeben haben.“

Burda dankte den 150 Gästen im „Hubert-Burda-Saal“ des Jüdischen Gemeindezentrums am Münchner Sankt-Jakobs-Platz. „Toleranz und das Aushalten kontroverser Welten, in die man durch das Leben hineingestellt ist; diese Werte galten für Moses Mendelssohn und auch ich versuche ihnen gerecht zu werden. Jeder moderne Verleger muss sich angesichts der Meinungsvielfalt in unserer Gesellschaft diesem Toleranzgedanken bewusst sein, der die deutsche Geistesgeschichte leider nicht immer prägte.“

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Hielt die Laudatio auf Hubert Burda: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Die Moses Mendelssohn Medaille wird seit 1993 an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne des Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786) für Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren. Träger der Medaille sind unter anderem Friede Springer, Hildegard Hamm-Brücher, Daniel Barenboim und Berthold Beitz.

Verständigung durch Verständnis

Hubert Burda und Wolfgang Schäuble mit dem Preis für Verständigung und Toleranz

Seit 2002 zeichnet das Jüdische Museum Berlin jährlich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik aus, die einen besonderen Beitrag zum interkulturellen Verständnis leisten. Hubert Burda habe sich seit vielen Jahren für ein tolerantes Miteinander eingesetzt, so die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander in ihrer Laudatio auf den Verleger, nicht zuletzt mit der Gründung des „Hubert Burda Center for Innovative Communications“ an der Ben-Gurion-Universität in Israel.

„Verständigung, so erlebe ich das als Verleger, kann heute nur gelingen, wenn wir lernen, die einschneidende digitale und mediale Revolution zu verstehen, in der wir heute leben“, so Burda in seiner Dankesrede.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. „Die Felder, auf denen ich einen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten durfte und darf, verlangen noch und wieder unseren ganzen Einsatz“, appellierte der Preisträger. „Auch 25 Jahre nach der Zeitenwende, die uns das Ende der Geschichte bringen sollte, wie manche versprachen, also den endgültigen Sieg der liberalen Demokratie, herrscht in der Welt ein eklatanter Mangel an Verständigung und Toleranz.“

Auszeichnung für den Verleger Hubert Burda

Der Londoner Verleger Lord Weidenfeld bei der Laudation auf Hubert Burda

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste, eine Vereinigung von Philanthropisten und Akademikern mit Sitz in Salzburg, ehrte am 22. September im Kölner Rathaus den Verleger Hubert Burda, den Berater des Königs Mohammed VI. von Marokko André Azoulay und Prinz Hassan von Jordanien: Jeder habe sich durch sein Engagement für die Toleranz zwischen den Religionen und Kulturen im Nahen Osten verdient gemacht.

Der Londoner Verleger Lord Weidenfeld als Laudator dankte Hubert Burda vor allem für seinen Einsatz, die Verständigung zwischen Deutschen und Juden, Deutschland und Israel voranzutreiben. Alle drei Preisträger erhielten je einen Toleranzring. Er erinnert an Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel. In ihr erben drei Söhne von ihrem Vater je einen Ring. Die drei Ringe stehen für die Ablehnung von Bigotterie, Intoleranz und Missionierung.

Für europäischen Geist gewürdigt

Eucor-Präsident Alain Beretz überreicht Hubert Burda die Medaille

Als „Symbol für den europäischen Geist“ hat Eucor, die Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten, Hubert Burda am Montag in Straßburg gewürdigt. Das grenzüberschreitende Netzwerk verleiht dem Verleger die Eucor-Medaille für dessen Verdienste um die Völkerverständigung und die deutsch-französische Freundschaft.

Der Oberrheingraben sei schon immer „das Tal der Bilder“ gewesen, sagte Burda in seiner Dankesrede. Hier seien – von den Papierfabriken in Basel und der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg bis hin zur Braun’schen Röhre und dem Empfang der ersten Email – bedeutende Kapitel der Medien-, Kultur- und Technologiegeschichte geschrieben worden. Heute sei die Region eine Hochburg der IT-Wirtschaft.

Die Rolle der Universitäten sei es, die Menschen für die digitale Welt auszubilden. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Welt verändere sei immens. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, betonte Burda, „wenn wir im Vergleich zu den Amerikanern nicht noch weiter zurückfallen wollen“.

Das deutsch-französisch-schweizerische Netzwerk Eucor, die Oberrhein Universität, will mit der Verleihung der Eucor-Medaille an den Verleger dessen „herausragenden persönlichen Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft in den Bereichen Kunst, Kultur und Hochschulwesen“ würdigen.

Hubert Burda sei ein „Symbol für den europäischen Geist“ und durch seinen außerordentlichen Erfolg im Verlags- und Medienwesen ein Vorbild an Unternehmergeist für die Studenten der Eucor-Hochschulen.

Hubert Burda mit Eucor-Präsident Alain Beretz sowie Gottfried Langenstein von ARTE

Eucor wurde 1989 von den Universitäten in Freiburg im Breisgau, Basel, Straßburg, Karlsruhe und Mulhouse-Colmar gegründet. Das deutsch-französisch-schweizerische Netzwerk umfasst damit mehr als 100.000 Studierende und fast 13.000 Lehrende und Forscher. Die Eucor-Medaille soll Menschen würdigen, die sich „in besonderer Weise um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im trinationalen Raum des Oberrheins und darüber hinaus verdient gemacht haben“. Sie wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal vergeben: an den französischen Grafiker und Schriftsteller Tomi Ungerer.

Unter den Gästen bei der Verleihung am Montag waren Véronique Cayla und Gottfried Langenstein von ARTE, Alain Beretz, Eucor-Präsident und Präsident der Universität Straßburg, Catherine Trautmann, Vize-Präsidentin der Stadtgemeinschaft Straßburg (CUS), Hubertus Legge vom Deutschen Konsulat Straßburg, Hans Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg, Christine Gangloff-Ziegler, Präsidentin der Université de Haute Alsace, Eberhard Umbach, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie sowie Gerhard Thomas von Burda.

„Prominenter Fährmann“

Hubert Burda wurde mit dem „Officier“-Orden ausgezeichnet

Besondere Ehre für Hubert Burda: Der Verleger ist in der französischen Botschaft in Berlin mit den Insignien eines Offiziers der Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Der „Officier dans l’ordre de la Légion d’Honneur“ ist der höchste Orden, den die französischen Republik an einen Nicht-Staatsmann vergibt.

Die Ehrenlegion wurde 1802 von Napoleon Bonaparte gestiftet, um Soldaten und Zivilisten auszuzeichnen, die Außergewöhnliches geleistet hatten. Die Insignien wurden von Anfang an nicht nur an französische Staatsangehörige verliehen, sondern auch an Persönlichkeiten, die Großes im Dienste der französischen Werte geleistet haben. „Sie, verehrter Herr Burda, sind eine solche Persönlichkeit“, erklärte Botschafter Maurice Gourdault-Montagne bei seiner Ansprache zur Ordensübergabe in Berlin. Er würdigte darin Burdas „entschlossenes und großzügiges Wirken im Dienste des Dialogs und der Meinungsbildung.“ Hubert Burda sei damit Vorbild.

„Keine demokratische Gesellschaft kann auf Dauer bestehen, wenn alle Bürger nicht zumindest zum Teil an denselben Kulturformen teilhaben, oder wenn es keinen gemeinsamen Raum der Öffentlichkeit gibt. Die Presse und die anderen Medien spielen hier eine unentbehrliche Rolle“, so der Botschafter. Burda sei seit vierzig Jahren wohl der wichtigste Vermittler von Kultur und Information in Deutschland. Gourdault-Montagne hob insbesondere die Beteiligung an Sozialnetzwerken wie XING hervor: „Seit vierzig Jahren geht es Ihnen darum, die Menschen einander näher zu bringen. Auch in dieser Hinsicht sind Sie ein Erbe unserer gemeinsamen deutsch-französischen Tradition des Kämpfens für die Grundfreiheiten im 18. und im 19. Jahrhundert: Presse- und Meinungsfreiheit ist Ihnen das höchste Gut.“

Als Zeitschriftenverleger sei Burda ferner ein wichtiger Akteur der deutsch-französischen Partnerschaft: So erscheine ELLE, eine der Galionsfiguren der französischen Presse, in Deutschland bei Hubert Burda Media. Umgekehrt seien die Burda-Verlagshäuser Dipa Burda und Editions Hubert Burda an mehreren französischen Zeitschriften beteiligt. „Dadurch haben Sie Teil an dem dichten deutsch-französischen Industrienetzwerk.“

Gourdault-Montagne hob daneben die emotionale Bindung zur Rheinregion hervor, die Burda, im Grenzbereich aufgewachsen, bis heute behalten habe – die Druckereien in Offenburg und in Vieux-Thann, im Schwarzwald und im Elsass also, seien dafür bezeichnend. „Ihre Zuneigung zum Rhein erinnert an eine eigentümliche Wendung der französischen Sprache, die Ihr Wirken ziemlich gut beschreibt. Wie Sie wissen, gibt es im Französischen nur ein Wort für ,Vermittler‘ und ,Fährmann‘, ,passeur‘. Ob in der Kultur oder in der Wirtschaft: Herr Burda, Sie sind ein ganz prominenter Fährmann, der seit nun vierzig Jahren den Rhein ständig überquert und überqueren lässt. Dialog und Vielfalt sind so kennzeichnend für Ihr Leben, dass eine Aufzählung Ihrer Verdienste bei Weitem den Rahmen dieser Zeremonie sprengen würde. Ich denke, es genügt zu sagen, dass Sie sich im Laufe Ihrer Karriere immerzu als ein Vermittler verstanden haben, der seinen Aufgaben stets unnachgiebig nachging, auch bei Rückschlägen.“

Als Senator geehrt

Hubert Burda bei seiner Rede

Für seine herausragende Förderung und Unterstützung des europäischen Kompetenzzentrums für Jüdische Studien in Heidelberg wurde Hubert Burda am Montag zum Ehrensenator der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg ernannt. Der Verleger erhielt die Urkunde während einer feierlichen Zeremonie persönlich aus den Händen des Ersten Prorektors Johannes Heil. „Hubert Burda, der als neugieriger Entdecker für unternehmerische Visionen steht, setzte sich nachhaltig und mit großem Engagement für den Neubau dieser in Deutschland einzigartigen Institution ein“, erklärte er in seiner Laudatio.

In seiner Dankesrede ging Hubert Burda vor allem auf die digitale Revolution und die Bedeutung von Printprodukten ein – fand die Verleihung doch in Heidelberg, einer Wiege des Buchdrucks, statt. Gerade in Zeiten der digitalen Reproduzierbarkeit gehöre es zu den großen Privilegien, morgens eine Zeitung oder eine Zeitschrift aufzuschlagen. Die digitale Revolution sei allgegenwärtig: „Es ist eine unruhige See, die da draußen tobt. Umso so wichtiger sind Inseln wie die Jüdische Hochschule. Orte der Introversion um zu reflektieren“, betonte er.

Johannes Heil hob Burdas zupackende Art hervor, die, wie er sagte, das Land wieder voran gebracht habe, und stellte fest: „Hubert Burda will Gesellschaft gestalten. Das tut er auch in Bereichen, die nicht unbedingt ertragreich sind. Lyrik ist so etwas.“

2007 hatte Hubert Burda gemeinsam mit Salomon Korn, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Hochschule sowie Vizepräsident des Zentralrats der Juden, ein Aktionskomitee gegründet, das sich finanziell und ideell für einen Neubau eingesetzt hatte. Zu den Mitgliedern gehörten auch Persönlichkeiten wie Friede Springer, Stefan von Holtzbrinck, Klaus Tschira und Josef Ackermann. Im September 2009 wurde das neue Gebäude feierlich seiner Bestimmung übergeben. Studenten finden hier ein breit gefächertes Angebot im Bereich der jüdischen Studien.

„Ohne Hubert Burda, ohne dessen Überzeugungskraft und ohne seinen Willen zur Verwirklichung einer für ihn als historisch empfundenen Verpflichtung gäbe es diesen Neubau nicht“, betonte auch Salomon Korn. Zur Verleihung der Ehrensenatorwürde ergänzte der Vorsitzende des Kuratoriums: „Du hast sie wie kaum ein anderer verdient und bist ihrer wahrlich würdig.“

Hubert Burda wurde für seine Verdienste um die jüdische Kultur bereits mit dem Leo-Baeck-Preis und der Ohel-Jakob-Medaille ausgezeichnet. Zudem ist er Initiator des Hubert Burda Center for Innovative Communications an der Ben Gurion-Universität in Beer Sheva in Israel. Für den Neubau der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg hatte sich der Medienfachmann etwas Besonderes einfallen lassen: Er unterstützte das Projekt unter anderem mit der virtuellen Bibliothek zur deutsch-jüdischen Geistesgeschichte. Über symbolische – zu bezahlende – Buchpatenschaften wurden hierüber Gelder gesammelt.

Ehrendoktorwürde

Ehrendoktor: Bernd Huber und Maximilian Reiser übergaben Hubert Burda die Urkunde

„Ich hätte, als ich an dieser Uni begann, nie gedacht dass ich es hier schaffen könnte. Ich habe erfahren, was man mit Leistung bewältigen kann. Das war eine Erfahrung fürs Leben, die Uni hat mich geprägt wie nichts anderes“, erinnerte sich Hubert Burda in der großen Aula der Universität München an seine Studienzeit.

Mit einem Festakt und zahlreichen hochrangigen Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik hat ihm die Medizinische Fakultät dort am Montag die Ehrendoktorwürde verliehen.

Damit zeichnete sie Burdas Verdienste um die Förderung der biomedizinischen Forschung und des BioMedizinischen Zentrums Großhadern aus. Der sehr selten verliehene Ehrendoktortitel ist außerdem Anerkennung für Burdas gesundheitspolitisches Engagement in Form der Felix Burda Stiftung. Erst Kunststudent und Doktorand, als Medienmanager dann Initiator der Iconic-Turn-Reihe und erster Hochschulratsvorsitzender – die enge Verbindung mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ist in Burdas Leben nie abgerissen. Die Auszeichnung mit einem weiteren Doktortitel war in den so wohl bekannten Räumen deshalb auch eine besondere Würdigung. „Es ist wunderbar, hier zu stehen“, so der Verleger.

„Er ist einer der ganz Großen dieses Landes“, sagte Ex-Ministerpräsident und Gastredner Edmund Stoiber. Er nannte Burda einen Unternehmer, der persönliche Werte vorlebe – unter anderem mit der Investition ins Jüdische Zentrum am Jakobsplatz. Mit Weitblick und Tatkraft habe er Entwicklungen wie die Digitalisierung erspürt und dann gestaltet und geprägt.

Stoiber wie auch seine Vorredner, darunter Staatsminister Wolfgang Heubisch, würdigten außerdem Burdas Verbindung aus Künstlergeist und Wirtschaftsdenken. Als Kunsthistoriker und Medienunternehmer schaffe er den Spagat zwischen Hoch- und Popkultur, zwischen „High and Low“, sagte Laudator Maximilian Reiser, Dekan der Medizinischen Fakultät. Er verkenne die Gefahren der modernen Massenkultur nicht, sehe aber vor allem die Chancen und Vorteile, die diese mit sich brächte. Dass die Universität München heute in einem weltweiten Ranking an der Spitze stehe und aus ihr ein modernes Wirtschaftsunternehmen mit zukunftsweisenden Forschungsfeldern geworden sei, sei auch der Verdienst des Hochschulrats unter Burdas Vorsitz. Die Konfrontation der Wissenschaft mit der Wirtschaft sei „keine ganz einfache Aufgabe“ gewesen, erklärte Uni-Präsident Bernd Huber. Burda habe sie aber „souverän und mit viel Heiterkeit“ gemeistert.

In seiner Eigenschaft als Hochschulratsvorsitzender war Burda zwischen 1999 und 2007 maßgeblich an der Planung des BioMedizinischen Zentrums in Großhadern-Martinsried beteiligt. Auch der Bau des Zentrums für Neuropathologie und Prionenforschung hat der Hochschulrat unter seiner Ägide unterstützt.

Kreativität als Teil unternehmerischen Handelns sei Ausgangspunkt für die gerade in Zeiten der Krise so entscheidende Innovation, sagte Hubert Burda in seiner Dankesrede. Großhadern und Martinsried zählten zu den besten Kliniken der Welt mit Standards wie in Harvard, dem Sloan Catering von Hutchinson bis nach Houston. Und das neue BioMedizinische Zentrum werde eines der führenden Institute der Welt werden.

Mit Diskussionen über die Zukunft aber auch vielen Erinnerungen ließ der neue Ehrendoktor den Abend schließlich in der Schackstraße ausklingen: In seiner ehemaligen Studentenwohnung feierte er mit Weggefährten, Uni-Freunden und Burda-Kollegen.

„Die Erben“ ausgezeichnet

Die Ernst-Schneider-Preisträger 2008

Für die NDR-Dokumentation „Hubert Burda – Zwischen Rebellion und Pflicht“ haben die Autoren Kathrin Pitterling und Jörg Komorowski am Mittwoch in der Handelskammer Hamburg den Ernst-Schneider-Preis 2008 erhalten. Der Film aus der ARD-Reihe „Die Erben“ war Favorit in der Kategorie „Wirtschaft in der Unterhaltung“.

Die Jury beeindruckte die Dokumentation als ein Fernsehporträt, „das nach dem unternehmerischen Impuls, nach der Risikobereitschaft und den Spielinstinkten fragt, die Hubert Burda antreiben.“ Die Dokumentation war am 22. Januar 2007 im Ersten zu sehen und hatte allein in der Erstausstrahlung 3,4 Millionen Zuschauer.

Die Deutschen Industrie- und Handelskammern verleihen den mit 7.500 Euro dotierten Ernst-Schneider-Preis in jedem Jahr für herausragende Wirtschaftsbeiträge. Die Jurys trafen ihre Wahl aus insgesamt 900 Einsendungen.