Senator-Ehrenamtspreis 2019 verliehen

Sonderpreisträger Dr. Axel Richter, Schirmherr Oberbürgermeister Marco Steffens, Hubert Burda, Preisträgerin Loretta Bös, Schirmherr Landrat Frank Scherer und Heinz Spengler, Vertreter der Hubert Burda Stiftung © Iris Rothe für HBM

Loretta Bös aus Offenburg ist mit dem Senator-Ehrenamtspreis 2019 der Hubert Burda Stiftung für ihr großes, über Jahrzehnte andauerndes, ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des „Kulturkreis Offenburg e.V.“, den es seit dem Jahr 1983 gibt. Der Verein ist Träger des Kulturzentrums KIK (Kultur in der Kaserne) auf dem Kulturforum in Offenburg. Das KIK wurde vor 25 Jahren, 1994, auf Initiative von Loretta Bös ins Leben gerufen.

Das KIK wurde zur Heimat für das Kommunale Kino, Jazzfreunde, Hip Hopper, Sprachstammtische, Musikschulprojekte, das Frauencafé sowie für diverse Bands, die dort im Keller die lang ersehnten Proberäume fanden. Loretta Bös bietet vielen jungen Künstlern die Möglichkeit, sich im KIK zu präsentieren. Über ihr kulturelles Engagement hinaus engagiert sie sich zudem kommunalpolitisch als Gemeinderätin sowie im sozialen Bereich.

Die Jury des Senator-Ehrenamtspreises würdigt mit der Auszeichnung den unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz von Loretta Bös im kulturellen Bereich seit nun über mehr als drei Jahrzehnten.

Sonderpreis für Dr. Axel Richter

Im Rahmen der Feierstunde zum Senator-Ehrenamtspreis 2019 in der Fondation Aenne & Franz Burda der Hubert Burda Stiftung in Offenburg wurde, wie bereits im vergangenen Jahr, auch wieder ein Sonderpreis für das Lebenswerk vergeben. Gewürdigt wird damit das große gesellschaftliche Engagement von Dr. Axel Richter, ehemaliger Chirurg am Offenburger Ortenau-Klinikum. Dr. Axel Richter ist seit 2013 Vorsitzender des Vorstands des gemeinnützigen Fördervereins „Pflasterstube“ im St. Ursulaheim für Wohnungslose in Offenburg. Der 76-Jährige setzt sich seit Jahrzehnten im sozialen Bereich ein und leistet mit seiner Arbeit im Team der „Pflasterstube“ einen so wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung von Obdachlosen in der Region.

Der Senator-Ehrenamtspreis wird seit 2012 jährlich vergeben. Ohne ehrenamtliches Engagement würden viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens kaum funktionieren. Der freiwillige und selbstlose Einsatz so vieler Menschen für Gesellschaft und Umwelt ist von unschätzbarem Wert. Der Senator-Ehrenamtspreis wurde ins Leben gerufen, um ehrenamtliches Engagement in Offenburg und in der Ortenau, dem Sitz der Hubert Burda Stiftung, zu würdigen. Marco Steffens, Offenburgs Oberbürgermeister, und Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, sind die Schirmherren der Preisverleihung. Die Preisträger bisher: Dorothea Oldak und Mathias Deger (2012), Dr. Rolf Geiger (2013), Denis Arifov (2014), Berndt Schnepf (2015), Regina Stein (2016), Marco-Sharif Khan (2017), Walter Schmider und Jess Haberer (2018).

Hubert Burda (Mitte) und Senator Ehrenamtspreisträgerin 2019, Loretta Bös (rechts) sowie Sonderpreisträger Dr. Axel Richter (links) © Iris Rothe für HBM
Loretta Bös, Senator Ehrenamtspreisträgerin 2019 © Iris Rothe für HBM
Sonderpreisträger des Senator Ehrenamtspreises für das Lebenswerk, Dr. Axel Richter © Iris Rothe für HBM

Ausgezeichnete Architektur

Ortenaus Landrat Frank Scherer, Ehrenpreisträger Hubert Burda und Architekt Jürgen Grossmann, Initiator des ersten Badischen Architekturpreises © Iris Rothe for HBM

In Offenburg ist viel Burda und in Burda viel Offenburg: Hubert Burda ist der erste Preisträger des Badischen Architekturpreises und erhält ihn als „Ehrenpreis für identitätsstiftende Architektur“ in seiner Heimat.

Die Auszeichnung wurde Hubert Burda im Rahmen einer Feierstunde gestern Mittag in der Fondation Aenne und Franz Burda in Offenburg überreicht und würdigt Hubert Burda als Auftraggeber und Bauherr.

«Was der Eiffelturm für Paris oder die Oper für Sidney sind, das sind der Media Tower und der Medienpark für Offenburg.»

Frank Scherer, Ortenaus Landrat und Schirmherr des Architekturpreises

Großartiges „aufzubauen“ liegt der Familie Burda im Blut, sowohl unternehmerisch als auch im ganz ursprünglichen Wortsinn. Hubert Burda setze die von seinem Vater Franz und Mutter Aenne begonnene Familientradition fort: „Immer wenn er gebaut hat, hat sie gebaut und umgekehrt“, erinnert sich Hubert Burda auch an den architektonischen Wettstreit seiner Eltern in der Kinzigvorstadt von Offenburg.

Initiator und Stifter des ersten Badischen Architekturpreises ist der Architekt und Investor Jürgen Grossmann.

«Die Familie Burda setzt in ihrer Heimatstadt Offenburg seit Jahrzehnten Maßstäbe in Sachen Architektur. Damit haben die Burdas das Bild Badens ganz maßgeblich mitgeprägt. Das Burda-Ensemble ist identitätsstiftend für die gesamte Region, ein Wahrzeichen der Stadt und für viele Badener ein Inbegriff von Heimat. Zudem zeugen all diese Gebäude von viel gestalterischem Feingefühl.»

Jürgen Grossmann, Architekt und Investor

Von Eiermann bis Ingenhoven – ob Franz, Aenne oder Hubert Burda die Bauherren waren, gebaut wurde stets mit den besten Architekten ihrer Zeit. Hubert Burda bedankte sich für den Ehrenpreis und erinnerte in seiner Rede u.a. daran, dass es sein Vater war, der vor 70 Jahren auch die erste, in Europa größte Bau- und Gartenzeitschrift herausbrachte.

«Das Haus war eine der ersten Zeitschriften, die mein Vater gemacht hat.»

Hubert Burda, Verleger

1949 kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieg entwickelte der Senator in Kooperation mit den LBS-Bausparkassen die Zeitschrift. Zur Idee habe ihn damals der rege Häuserbau in Offenburg und Umgebung inspiriert.

Hubert Burda beim Badischen Architekturpreis © Iris Rothe for HBM

„Die schönste Stadt der Welt“

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Hubert Burda

Hubert Burda ist Ehrenbürger der Stadt München. Damit reiht sich der Verleger in die Riege von insgesamt 60 Persönlichkeiten ein, darunter auch Richard Strauß, Joseph von Fraunhofer oder Carl Orff, denen diese Ehre in der Vergangenheit ebenfalls zuteil geworden ist.

Der Oberbürgermeister Münchens, Dieter Reiter, stellte bei der Verleihungszeremonie im Alten Rathaus die herausragenden Leistungen der Ehrenbürger heraus, die sich im hohen Maße um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Der Schriftsteller Michael Krüger hielt, in einem für die Verleihungszeremonie vorab aufgezeichneten Video, die Laudatio auf Hubert Burda. Darin lobte Krüger Hubert Burdas Engagement für die kulturelle Vielfalt in München.

Der Verleger habe sich unter dem Motto „Paten für Toleranz“ für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz stark gemacht und sei auch Preis- und Stiftungsgründer zur Förderung von Kunst und Wissenschaft, Völkerverständigung und Literatur in der Landeshauptstadt.

Anfang der 60er-Jahre ist der Offenburger Burda-Verlag nach München gekommen und hat hier nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch neue Technologien etabliert: „Wir waren die ersten in der Stadt, die mit Internet und Inhalten gearbeitet haben“, erinnerte sich Hubert Burda in dem dreiminütigen Einspieler und betont, dass München für ihn „die schönste Stadt der Welt“ sei.

In Anwesenheit seiner Frau Maria Furtwängler und Tochter Lisa Furtwängler nahm Hubert Burda die Ehrenbürgerurkunde vom Oberbürgermeister entgegen. In seiner Dankesrede erklärte der Verleger, dass diese Ehrung ein großer Moment in seinem Leben sei und dass er der Stadt viel zu verdanken habe.

«Ohne München wäre der Verlag nicht zu dem geworden, was er heute ist.»

Hubert Burda

Neben Hubert Burda zählen die Schauspielerinnen Michaela May und Jutta Speidel, Franz Herzog von Bayern, die Publizistin Rachel Salamander und der frühere Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger zu den neuen Ehrenbürger der Landeshauptstadt.

Der Name von Hubert Burda sowie von den sechs neuen Ehrenbürgern der Stadt wurden auf die Ehrentafeln im Foyer des Alten Rathauses eingetragen.

Marketing-Ehrenpreis für Hubert Burda

Duschan Gert (r.), Präsident des Ortenauer Marketingclubs, übergibt den Marketing-Ehrenamtpreis an Verleger Hubert Burda © HBM

Der Ortenauer Marketingclub hat Hubert Burda den Ehrenpreis 2018 verliehen. Die feierliche Übergabe fand im Vorfeld zur offiziellen Gala (24.11.2018) im Media Tower in Offenburg statt.

Visonär, Vordenker, Symbolfigur

«Dr. Burda ist für uns eine Symbolfigur in der Region Baden, Ortenau und Offenburg. Ich glaube es gibt keinen, der Offenburg und die Region so nach außen getragen hat wie Dr. Burda.»

Duschan Gert, Präsident des Ortenauer Marketingclubs

Hubert Burda habe das Offenburger Familienunternehmen von einer Druckerei und einem Zeitschriftenverlag hin zu einem international agierenden Medien- und Technologiekonzern stetig weiterentwickelt. Hubert Burda sei ein Visionär, ein Mensch, der immer nach vorne geschaut hat. Das sei seine größte Stärke, als Vordenker die Chancen in der Medienwelt frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, so Duschan Gert in seiner Laudatio auf den Ehrenpreisträger 2018.

Engagement für die Heimat

Es gebe heutzutage so viel mehr Preise für alles mögliche als Menschen, die sie entgegennehmen könnten, sagt Hubert Burda eingangs in seiner Dankesrede. Deshalb habe er für sich entschieden, künftig eigentlich keine Preise mehr anzunehmen. Der Ehrenpreis des Ortenauer Marketingclubs jedoch sei eine ganz besondere Ausnahme. Diesen nehme er sehr gerne an, als Anerkennung für das Engagement für seine Heimat. Hier gebe es so viele innovative Köpfe, tüchtige Frauen und Männer, so Burda – heute wie damals und verweist damit auch auf seine Eltern, „zwei Granaten“, die so viel bewegt, so viel erreicht haben. Aenne Burda, die sich als Eisenbahnertochter aus der Unterschicht in der Offenburger Gaswerkstraße Weltruhm erarbeitet hat. Diese beispiellose Erfolgsgeschichte mit der Karrierestart der Wirtschaftswunderfrau Aenne Burda Anfang der 50er Jahre mit Burda Moden wird in einem zweiteiligen Spielfilm am 5. und 12. Dezember um 20.15 Uhr in Das Erste noch mal eindrucksvoll nachgezeichnet.

Globaler Erfolg mit festen Wurzeln

„Mit der Heimat im Herzen hinaus in die Welt“: So lautete schon der Titel von Hubert Burdas Abituraufsatz und diesem Credo ist er bis heute treu geblieben. Dabei war und ist die beständige Veränderungsbereitschaft im Unternehmen Burda stets die Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit und damit den Erfolg.

«Heute ist ‚der Laden‘ global geworden, aber immer noch in Offenburg verwurzelt und das ist wichtig.»

Hubert Burda, Verleger

Die Werte in einem Familienunternehmen vermittle er auch seinen Kindern. Er habe von frühester Kindheit an mitgekriegt, dass das, was Du geerbt hast nicht dein Besitz ist, sondern vielmehr ein Pfand, das es an die nächste Generation „vermehrend“ weiterzugeben gelte. „Ich danke sehr für diesen Preis!“

Ein Amt in allen Ehren!

Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, Preisträger Walter Schmider, Ortenaus Landrat Frank Scherer, Hubert Burda und Moderator Norbert Großklaus (v.l.n.r.) © Iris Rothe für Hubert Burda Media

Es heißt Ehrenamt, weil es dem Ausübenden eine Ehre ist, das Amt selbstlos, ganz ohne Eigennutz zum Wohle der Gemeinschaft zu übernehmen. Und doch wird dem Ehrenamt obgleich seiner unersetzlich wichtigen Funktion in der Gesellschaft noch viel zu selten selbst Ehre zuteil. Deshalb hat Hubert Burda 2012 den Senator-Ehrenamtspreis der Hubert Burda Stiftung ins Leben gerufen. Gestern ist die Auszeichnung zum 7. Mal in der Fondation Aenne & Franz Burda in Offenburg an einen „stillen Helden“ aus der Ortenau, dem Sitz der Stiftung, verliehen worden. Preisträger 2018 ist Walter Schmider aus Wolfach im Kinzigtal. Erstmals wurde diesmal zudem ein Sonderpreis für das Lebenswerk verliehen – an den Offenburger Jess Haberer.

Für Völkerverständigung und Toleranz

Walter Schmider, der ehemalige Rektor der Grund- und Werkrealschule Wolfach, ist seit über 50 Jahren ehrenamtlicher Leiter des Bildungswerks der katholischen Pfarrei Wolfach. Bei über 1000 Veranstaltungen und Reisen hat er viele Menschen zusammengebracht, für wertvollen Erfahrungsaustausch und Lebenshilfe gesorgt und sich in all seinem Tun für Religionsfreiheit, Völkerverständigung und Toleranz eingesetzt.

„In einer sich immer schneller drehenden Welt, in der die Menschen sich elektronisch näher sind als real, in der viele trotz Google-Maps & Co orientierungslos und entwurzelt sind, vermittelt bürgerliches Engagement à la Walter Schmider ein Gemeinschaftserlebnis über die Verbundenheit mit einer gemeinsamen Aufgabe. So werden Menschen wie Walter Schmider zu Vorbildern, die unsere Gesellschaft gerade auch in ihrer aktuellen Transformation dringend braucht.“
Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises

Sonderpreis für Offenburger Tausendsassa Jess Haberer

Mit einem Sonderpreis für das Lebenswerk wird das große gesellschaftliche Engagement von Jess Haberer, Offenburger Kommunalpolitiker, seit über 25 Jahren Leiter der Stadtkappelle und seit 50 Jahren Stammesvorsitzender der Pfadfinder St. Konradin gewürdigt. „Mr. Offenburg ist ein Tausendsassa in XXL-Format. Er ist ein Kommunikator, ein Motor, Ideengeber, ein Planer. Gerade das Ehrenamt, das im Mittelpunkt dieser Preisverleihung steht, verkörpert Jess Haberer für die Stadt Offenburg wie kein anderer“, so Oberbürgermeisterin Edith Schreiner. Der ehemalige Rektor der Georg-Monsch-Schule in Offenburg setzt sich seit Jahrzehnten in vielen Bereichen ehrenamtlich ein, wie in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, der Pflege der Offenburger Städtepartnerschaften, oder auch der traditionellen Fastnacht. Die Ehrenmedaille und Urkunde überreichte Hubert Burda an Jess Haberer.

„Ich freue mich ganz besonders, heute einen Mann auszuzeichnen, der diesem Geist, der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, dem bonum commune so stark verbunden ist.“
Hubert Burda

Der Einsatz für das „bonum commune“ sei auch seit jeher der Geist von Burda gewesen, insbesondere des Namensgebers für diesen Preis, Senator Franz Burda.

Auszeichnung für Lebenswerk

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Preisträger Hubert Burda und Kress-Chefredakteur Bülend Ürük

Hubert Burda ist im Rahmen eines Empfangs zu seinem 78. Geburtstag am Unternehmenssitz Offenburg für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Bülend Ürük, Chefredakteur des Medienfachdienstes Kress, überreichte dem Verleger den Kress-Award 2017 im Namen von Herausgeber und Chefredaktion des Kress Reports.

„Ein Vorbild und Leuchtturm“:

Das sei der stets neugierige, universal interessierte Verleger Hubert Burda in der Medienlandschaft, betonte Bülend Ürük. In seiner Laudatio zur Preisverleihung würdigte Ürük Hubert Burda als Visionär der Digitalisierung, als einen Verleger, der „seiner Zeit manchmal zehn Jahre voraus“ gewesen sei und zitiert Hubert Burda aus einer Rede im Jahr 1995: „Die digitale Revolution führt uns von der postkapitalistischen in die Knowledge-Gesellschaft. Wissen, Information, Kommunikation wird zur dominierenden Ware.“ Hubert Burda stehe wie kein zweiter für Print und Digitales, für Neues, für das Verbindende in der Branche, so Ürük. „Stets neugierig zu sein, den Weg immer weiter zu gehen, keiner Mühe auszuweichen, lebenslang zu lernen und den Wandel als ständigen Begleiter zu begreifen“ – diese Einstellung Hubert Burdas helfe gerade in herausfordernden Zeiten.

„Mit der Heimat im Herzen hinaus in die Welt!“

In seiner Dankesrede nahm Hubert Burda u.a. Bezug auf die mediengeschichtliche Bedeutung der Oberrheinregion vom Buchdruck bis zur Digitalisierung, die Bedeutung von Karlsruhe als eigentliche Internet-Hauptstadt mit der ersten E-Mail in Deutschland vor fast 35 Jahren und die dazugehörigen Hochschulstudiengänge für die Berufe der Zukunft. „An dieser Zukunft müssen die Oberrheinregion und Offenburg weiter partizipieren.“ Dazu trage nicht zuletzt auch der stetige Wandel im heute weltweit agierenden Medienunternehmen Burda bei.

Bildrechte: Hubert Burda Media, Fotocredit: Iris Rothe

„Seismografischen Spürsinn für den Wandel“

VDZ Publishers Summit 2016
Hubert Burda wurde bei der Publishers‘ Night des VDZ in Berlin mit der „Goldenen Victoria“ ausgezeichnet

„Hubert Burda hat mit der Gründung des Focus Mediengeschichte geschrieben“, mit diesen Worten ehrte EU-Kommissar Günther Oettinger Hubert Burda, der bei der Publishers‘ Night des VDZ mit der „Goldenen Victoria für das Lebenswerk“ ausgezeichnet wurde. „Er ist ein liberaler, bodenständiger und badischer Visionär, dessen Lebenswerk stets von Gradlinigkeit und Erfolg geprägt war“, sagte Oettinger.

Mit dem Preis danken der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und seine 450 Mitgliedsverlage Hubert Burda für seinen jahrzehntelangen Einsatz an der Spitze der Branche. Der Verleger sei der Spiritus Rector der Zeitschriftenbranche und ein Seismograph für Veränderungen, so der VDZ in seiner Begründung.

„Das wichtigste daran, einen Menschen auszuzeichnen, ist die Tatsache, ihm das Gefühl zu geben, dass seine Arbeit sich gelohnt hat“, sagte Hubert Burda, als er die „Goldene Victoria“ vom Digitalkommissar Günther Oettinger entgegen nahm.

Auch Schauspiellegende Mario Adorf würdigte Hubert Burdas Verdienste als VDZ-Präsident. In einem Videobeitrag sagte er über den Verleger: „Er hat frühzeitig vorhergesagt, dass die digitale Revolution eine ähnliche Bedeutung wie das Automobil für unsere Gesellschaft haben würde und er hat erkannt, dass auch in diesem Bereich einheitlich Verkehrsregeln geschaffen werden müssen. Hubert Burda hatte schon immer einen seismografischen Spürsinn für den Wandel.“

Einen Tag zuvor ließ Hubert Burda bei der Eröffnung des Publishers‘ Summit, dem jährlichen Gipfeltreffen der deutschen Zeitschriftenverleger, die 20 Jahre im Präsidentenamt Revue passieren. „Es erfüllt mich mit großer Zufriedenheit, den Stab an der Spitze unserer Interessenvertretung in einem solchen Moment der Souveränität unserer Branche weiterzugeben“, so der Verleger. „In Zeiten enormer Umbrüche im Zuge der Digitalisierung ist es uns gelungen, den VDZ zu einem der besten Verbände Deutschlands zu machen – kraftvoll in seinen Netzwerken, wirksam in der Kommunikation und mit einer Strahlkraft, die weit über die Verlagswelt hinausreicht.“ Einer der größten Erfolge des VDZ sei es, dass niemand an der Gattung der Zeitschrift zweifele. „Unser Kerngeschäft ist auch nach 20 Jahren Digitalisierung kerngesund.“ Darüber hinaus könne der Verband bemerkenswerte politische Erfolge verzeichnen: „Gerade in Brüssel hat sich viel getan. Wir spüren einen bemerkenswerten Kurswechsel der Politik, der insbesondere auf die Arbeit des VDZ zurückzuführen ist. Brüssel bleibt auch weiterhin von entscheidender Bedeutung für uns, denn die europäische Digitalwirtschaft steht gerade erst am Anfang.“

Als Burdas Nachfolger im Amt des Präsidenten wählten die VDZ-Delegierten am Sonntag einstimmig den Funke-Gesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner. Über seinen Nachfolger sagte der scheidende Präsident: „Es ist ein gutes Gefühl, mit Stephan Holthoff-Pförtner einen Unternehmer als meinen Nachfolger zu wissen, der ebenfalls mit viel persönlichem Engagement an der Spitze eines starken Zeitschriftenverlages steht.“

Der Publishers‘ Summit und die Publishers‘ Night sind das jährliche Branchentreffen des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), das über 800 Medienmacher mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenführt. Für Burda sind neben dem Verleger auch Vorstand Philipp Welte und Focus-Chefredakteur Robert Schneider beim Publishers‘ Summit aufgetreten.

Zum Interview mit Hubert Burda in der Berliner Morgenpost hier klicken

Hubert Burda erhält Moses Mendelssohn Medaille

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Hubert Burda bei der Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille

Hubert Burda wurde am Montag für seine herausragenden Verdienste um die Verständigung zwischen Deutschland und Israel geehrt.

Julius Schoeps, Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn Zentrums in Potsdam, betonte Burdas „besonderes Engagement, die jüdischen Gemeinden, vor allem die Münchner Israelitische Kultusgemeinde, darin zu unterstützen, sich als eine öffentlich wahrgenommene und zunehmend als Selbstverständlichkeit akzeptierte Gemeinschaft der deutschen Gesellschaft zu etablieren“.

Die Laudatio auf Hubert Burda hielt Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München/Oberbayern und selbst Trägerin der Moses Mendelssohn Medaille. „Hubert Burda verkörpert den verantwortungsvollen Umgang mit unserer gemeinsamen Geschichte, den geschichtsbewussten Umgang mit unserer gemeinsamen Gegenwart und das Für- und Miteinander in unserer Zukunft.“ Sie zitierte den gemeinsamen Freund Lord Weidenfeld: „Hubert Burda gehört zu den deutschen Persönlichkeiten, die mir, einem Vertriebenen des Nazi-Regimes, wieder Vertrauen zu Deutschland gegeben haben.“

Burda dankte den 150 Gästen im „Hubert-Burda-Saal“ des Jüdischen Gemeindezentrums am Münchner Sankt-Jakobs-Platz. „Toleranz und das Aushalten kontroverser Welten, in die man durch das Leben hineingestellt ist; diese Werte galten für Moses Mendelssohn und auch ich versuche ihnen gerecht zu werden. Jeder moderne Verleger muss sich angesichts der Meinungsvielfalt in unserer Gesellschaft diesem Toleranzgedanken bewusst sein, der die deutsche Geistesgeschichte leider nicht immer prägte.“

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Hielt die Laudatio auf Hubert Burda: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Die Moses Mendelssohn Medaille wird seit 1993 an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne des Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786) für Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren. Träger der Medaille sind unter anderem Friede Springer, Hildegard Hamm-Brücher, Daniel Barenboim und Berthold Beitz.

Verständigung durch Verständnis

Hubert Burda und Wolfgang Schäuble mit dem Preis für Verständigung und Toleranz

Seit 2002 zeichnet das Jüdische Museum Berlin jährlich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik aus, die einen besonderen Beitrag zum interkulturellen Verständnis leisten. Hubert Burda habe sich seit vielen Jahren für ein tolerantes Miteinander eingesetzt, so die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander in ihrer Laudatio auf den Verleger, nicht zuletzt mit der Gründung des „Hubert Burda Center for Innovative Communications“ an der Ben-Gurion-Universität in Israel.

„Verständigung, so erlebe ich das als Verleger, kann heute nur gelingen, wenn wir lernen, die einschneidende digitale und mediale Revolution zu verstehen, in der wir heute leben“, so Burda in seiner Dankesrede.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. „Die Felder, auf denen ich einen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten durfte und darf, verlangen noch und wieder unseren ganzen Einsatz“, appellierte der Preisträger. „Auch 25 Jahre nach der Zeitenwende, die uns das Ende der Geschichte bringen sollte, wie manche versprachen, also den endgültigen Sieg der liberalen Demokratie, herrscht in der Welt ein eklatanter Mangel an Verständigung und Toleranz.“

Auszeichnung für den Verleger Hubert Burda

Der Londoner Verleger Lord Weidenfeld bei der Laudation auf Hubert Burda

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste, eine Vereinigung von Philanthropisten und Akademikern mit Sitz in Salzburg, ehrte am 22. September im Kölner Rathaus den Verleger Hubert Burda, den Berater des Königs Mohammed VI. von Marokko André Azoulay und Prinz Hassan von Jordanien: Jeder habe sich durch sein Engagement für die Toleranz zwischen den Religionen und Kulturen im Nahen Osten verdient gemacht.

Der Londoner Verleger Lord Weidenfeld als Laudator dankte Hubert Burda vor allem für seinen Einsatz, die Verständigung zwischen Deutschen und Juden, Deutschland und Israel voranzutreiben. Alle drei Preisträger erhielten je einen Toleranzring. Er erinnert an Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel. In ihr erben drei Söhne von ihrem Vater je einen Ring. Die drei Ringe stehen für die Ablehnung von Bigotterie, Intoleranz und Missionierung.