30. Todestag von Senator Franz Burda

Hubert Burda erinnert sich am 30. Todestag des Senators an das „alte Offenburg“

Es ist die Zeit der Weinlese in Fessenbach, dem geliebten Rückzugsort des Senators Franz Burda. Die Blätter färben sich herbstlich bunt und die Sonne scheint über Baden. „Ein wunderbarer Tag in unserer Heimat, ein Tag, wie ihn mein Vater geliebt hätte“, mit diesen Worten begrüßte Hubert Burda die Ehrengäste der Gedenkfeier anlässlich des 30. Todestages des Senators in Offenburg. Vor Freunden, Weggefährten, ehemaligen und aktuellen Geschäftsführern sowie vor der Oberbürgermeisterin von Offenburg, erinnerte Hubert Burda an die Tatkraft und an den Unternehmergeist seines Vaters: „Er war ein Mann der Tat“.

Die Leidenschaft für seine Arbeit sowie die Liebe zu seiner Heimatstadt gingen beim Senator Burda immer Hand in Hand. Und so entwickelte sich seine kleine Offenburger Druckerei zu einem Großkonzern und mit ihm wandelte sich auch das Stadtbild: „Bedeutungsschwanger, wie mein Vater war, hat er für das wenige Geld, das er hatte, keinen Kamin gebaut, sondern den Burda Turm“, sagte Hubert Burda über den Bau der alten Druckerei. Stetiger Wandel sei wichtig, allerdings dürfe man dabei seine Wurzeln nicht vergessen.

Sowohl Burda als Unternehmen, als auch die Stadt Offenburg unterliegen einem stetigen Wandel. Während Hubert Burdas Visionen von der Digitalisierung früher von manchen noch belächelt wurden, verzeichnet das Digitalgeschäft nun einen Großteil des Unternehmensumsatzes. Und auch Offenburg befindet sich im Wandel: Auf dem einstigen Druckerei-Areal, nur einen Steinwurf entfernt vom besagten Burda-Turm des Senators, entsteht nun ein Gesundheits- und Arztzentrum, das täglich von 1500 Menschen besucht wird. „Wenn ich in die Stadt reinfahre, bin ich ziemlich stolz auf das neue Offenburg«, betonte Hubert Burda.

Der Baubürgermeister der Stadt Offenburg Oliver Martini nahm dieses Thema in seiner Rede auf und lobte die gelungene Zusammenarbeit: „Das Projekt an der Kronenwiese ist ein schönes Beispiel dafür, wie die private Wirtschaft mit der öffentlichen Hand zusammenarbeitet.“ Bei aller Bautätigkeit sei es wichtig, etwas zu schaffen, dass Bestand habe und identitätsstiftende Gebäude, wie zum Beispiel das Helios Building, zu erhalten und noch besser in Szene zu setzen. Gemäß dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“.

 

Nachruf auf Shimon Peres

Der realistische Optimist

Weltwirtschaftsgipfel Davos 1999
Helmut Markwort, Hubert Burda, Shimon Peres und Gerhard Schröder beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos (c) Wolf Heider-Sawall

Von den persönlichen Treffen mit Shimon Peres habe ich eine Botschaft nie vergessen: Wer realistisch sein will, darf nicht das Ziel vergessen, die Verhältnisse zu verbessern. Seine Vision war ein neuer Naher Osten, in dem sich die arabischen Staaten und Israel zu einer friedlichen, technisch innovativen und sozial ausgeglichenen Region entwickeln.

Der Friedensprozess Anfang der 90er Jahre und die vielen Enttäuschungen danach haben ihn nie davon abgebracht, sein Projekt festzuhalten. Das Wasserproblem im Nahen Osten lösen, durch technologische Erfindungen den sozialen Wandel in der Region herbeiführen, die Voraussetzungen für eine demokratische Gesellschaft in den besetzen Gebieten und Gaza schaffen: der Mann, der 1923 im weißrussischen Wischnewa geboren wurde, glaubte an den „Fortschritt“ wie ihn die Aufklärung predigte – in einer Region, deren Konflikte heute an die Religionskriege im Europa des 17. Jahrhunderts erinnern.

Wenn wir uns trafen, in Jerusalem, auf dem „World Economic Forum“ in Davos oder in München, genoss ich es sehr, wie er in den 90er Jahren mit seiner samtenen Stimme die Möglichkeiten für Frieden und Fortschritt im Nahen Osten eindrucksvoll ausmalte. Hier verwandelte sich Glaube in eine jeden Zweifel aufhebende Gewissheit. Peres, ein im europäischen Sinne Gebildeter und Literaturkenner, erkannte früh die Bedeutung von „high tech“, den Computerwissenschaften, ja der digitalen Revolution. Darum engagierte ich mich 1999 für das Projekt eines „Centers for Innovative Communication“ an der Ben Gurion Universität von Beer Sheva, einer Hochschulgründung, die Peres besonders am Herzen lag.

Mir war immer klar: Man darf die deutsch-jüdische Geschichte in ihrer Dramatik nicht verharmlosen, aber worauf es ankommt, ist der Einsatz für zukunftsträchtige Projekte, die Israel stabilisieren und vorantreiben. Im Jahr 2000 kam es zur Konferenz „Cool People in the Hot Desert“. Ich lernte meinen Freund Yossi Vardi kennen, einen digitalen Unternehmer, dem das Wohlwollen von Shimon Peres gehörte. Kontakte entstanden, die im Jahre 2005 zur Gründung des DLD führten, dem international wohl bekanntesten Forum für Debatten über die digitale Revolution. Ohne Peres keinen Yossi Vardi, keinen DLD, den Steffi Czerny und ich seit über zehn Jahren in Deutschland promovieren. Der Staat Israel wird ihm, neben all seinen Verdiensten, den Mut zur Innovation wohl am meisten verdanken.

Ich verneige mich vor seiner Leistung, ich trauere um einen Politiker von ungewöhnlichem Format.

Von Dr. Hubert Burda

106. Geburtstag von Aenne Burda

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Die Verlegerin an ihrem Schreibtisch

Schönheit und Anmut, harte Arbeit und der bedingungslose Glaube an die Machbarkeit: Aenne Burda, die Frau, die das Nachkriegsdeutschland einkleidete und dem Wirtschaftswunder ein Gesicht verlieh, wäre heute 106 Jahre alt geworden. Ihr Vermächtnis ist jetzt, über 65 Jahre nach der Erstausgabe von Burda Moden, allgegenwärtig und inspiriert noch immer junge Gründer zu neuen Innovationen.

In einer Zeit, in der es noch kein Internet gab, spann Aenne Burda ein weltweites umfassendes Netzwerk und überwand dabei nicht nur kulturelle, sondern auch politische Barrieren. Einen Höhepunkt ihrer Karriere erreichte die „Königin der Kleider“ 1987, als Burda Moden als erste westliche Zeitschrift in der Sowjetunion veröffentlicht wurde. Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher fand anerkennende Worte für diese Leistung: „Aenne Burda zog auf ihre Weise und mit ihren Möglichkeiten den Eisernen Vorhang ein Stück zur Seite.“

Mit ihren Schnittmustern brachte Aenne Burda den Glanz aus Paris und Hollywood in deutsche Wohnzimmer. Damit demokratisierte sie die Mode weltweit und machte sie für jeden erschwinglich. Dabei verstand es Aenne Burda, ihr erfolgreiches Konzept immer wieder an den Geist der Zeit anzupassen, das modische Erfolgsrezept lautete: „Die Mode soll nicht unerfüllbarer Wunschtraum bleiben, keine Illusionen vorzaubern, die niemals zu verwirklichen sind, sie soll getragen werden, um zu verschönern und unser Lebensgefühl zu heben.“

Aenne Burda wurde 1909 als Eisenbahnertochter geboren und heiratete 1931 Franz Burda. Mit ihm bekam sie die drei Söhne Franz, Frieder und den jetzigen Verleger Hubert Burda. Burda Style, wie Burda Moden heute heißt, erscheint in 17 Sprachen in mehr als 100 Ländern. 2005 starb die Gründerin des weltweit größten Modeimperiums mit 96 Jahren.

 

Auszeichnung für das Ehrenamt

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Regina Stein erhält den Senator-Ehrenamtspreis 2016

Für ihre herausragende Leistung als „Stille Heldin“ im Ehrenamt erhält Regina Stein den Senator-Ehrenamtspreis 2016 der Hubert Burda Stiftung. Die 1. Vorsitzende und Mitgründerin des Fördervereins „Freunde und Förderer der Feldscheune Kehl“ engagiert sich seit vielen Jahren vorbildlich im sozialen und kulturellen Bereich.

Trotz ihrer seit 40 Jahren andauernden und immer wiederkehrenden Krebserkrankung habe Regina Stein ihren Lebenswillen und ihre Herzlichkeit nie verloren. Im Gegenteil – mit ganzer Kraft engagiere sie sich für andere Menschen, die ebenfalls an Krebs erkrankt sind, so die Jury. Regina Stein organisiert neben ihrem Engagement für kulturelle Events in der Kehler Feldscheune den sehr erfolgreichen Infotag „Krebs und was dann?“ Hier bringt Regina Stein versierte Mediziner und andere Fachleute aus dem Gesundheitsbereich, Physio- und Kunsttherapeuten sowie verschiedene Selbsthilfegruppen mit Interessierten, Betroffenen und Angehörigen zusammen.

Der Senator-Ehrenamtspreis der Hubert Burda Stiftung wird seit 2012 jährlich auf Initiative von Dr. Hubert Burda in Offenburg und der Ortenau, Stammsitz von Hubert Burda Media, vergeben.

Hubert Burda erhält Moses Mendelssohn Medaille

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Hubert Burda bei der Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille

Hubert Burda wurde am Montag für seine herausragenden Verdienste um die Verständigung zwischen Deutschland und Israel geehrt.

Julius Schoeps, Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn Zentrums in Potsdam, betonte Burdas „besonderes Engagement, die jüdischen Gemeinden, vor allem die Münchner Israelitische Kultusgemeinde, darin zu unterstützen, sich als eine öffentlich wahrgenommene und zunehmend als Selbstverständlichkeit akzeptierte Gemeinschaft der deutschen Gesellschaft zu etablieren“.

Die Laudatio auf Hubert Burda hielt Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München/Oberbayern und selbst Trägerin der Moses Mendelssohn Medaille. „Hubert Burda verkörpert den verantwortungsvollen Umgang mit unserer gemeinsamen Geschichte, den geschichtsbewussten Umgang mit unserer gemeinsamen Gegenwart und das Für- und Miteinander in unserer Zukunft.“ Sie zitierte den gemeinsamen Freund Lord Weidenfeld: „Hubert Burda gehört zu den deutschen Persönlichkeiten, die mir, einem Vertriebenen des Nazi-Regimes, wieder Vertrauen zu Deutschland gegeben haben.“

Burda dankte den 150 Gästen im „Hubert-Burda-Saal“ des Jüdischen Gemeindezentrums am Münchner Sankt-Jakobs-Platz. „Toleranz und das Aushalten kontroverser Welten, in die man durch das Leben hineingestellt ist; diese Werte galten für Moses Mendelssohn und auch ich versuche ihnen gerecht zu werden. Jeder moderne Verleger muss sich angesichts der Meinungsvielfalt in unserer Gesellschaft diesem Toleranzgedanken bewusst sein, der die deutsche Geistesgeschichte leider nicht immer prägte.“

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Hielt die Laudatio auf Hubert Burda: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Die Moses Mendelssohn Medaille wird seit 1993 an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne des Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786) für Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren. Träger der Medaille sind unter anderem Friede Springer, Hildegard Hamm-Brücher, Daniel Barenboim und Berthold Beitz.

„Die Gestaltung der Zukunft“

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Hubert Burda hat für das Handelsblatt anlässlich seiner Wiederwahl zum VDZ-Präsidenten einen Gastkommentar geschrieben

Gestern wurde Hubert Burda erneut zum VDZ-Präsidenten gewählt – heute skizziert er im „Handelsblatt“ die Agenda seiner neuen Präsidentschaft. Auch in der digitalisierten Medienwelt habe die Zeitschrift ihren festen Platz im Leben der Menschen, so Burda in seinem Gastbeitrag. „Die Vielfalt der deutschen Verlagslandschaft ist in der Welt einzigartig. Es ist unsere Verantwortung, sie in die Zukunft zu führen.“ Die Gestaltung dieser Zukunft sei vor allem eine unternehmerische Aufgabe. Gleichzeitig sei aber auch die Politik gefordert, „auf den Wandel mit klugen Justierungen zu reagieren“.

„Handelsblatt“-Herausgeber Gabor Steingart gratulierte Hubert Burda in seinem heutigen „Morningbriefing“, das die Überschrift „Burda for president“ trägt: „Glückwunsch an Hubert Burda: Der Verleger aus München (Focus, Bunte, Xing u.a.) wurde gestern erneut zum Präsidenten des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger gewählt. Im Gastkommentar für das Handelsblatt legt er heute seine Agenda vor. Er fordert eine Reform des Kartellrechts, um die kaufmännische Kooperation der Verlage zu erleichtern. Er mahnt einen Urheberschutz an, der die Rechte der Journalisten gegenüber Google stärkt. Er drängt – auch im Interesse der Leser – auf einen modernen Datenschutz. Und zwischen den Zeilen strahlt uns Burdas Zuversicht entgegen, dass die Medienindustrie ihre besten Zeiten erst noch vor sich hat. Den Ängstlichen unseres Gewerbes sei dieser Gastkommentar zur sofortigen Lektüre empfohlen. Er wird auf sie wirken wie ein hochdosiertes Antidepressivum. Nur ohne Nebenwirkungen.“

Lesen Sie hier den Gastbeitrag von Hubert Burda im Handelsblatt.

Hubert Burda bleibt VDZ-Präsident

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VDZ-Präsident Hubert Burda und VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer

Die Delegiertenversammlung des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger hat Hubert Burda einstimmig im Amt des VDZ-Präsidenten bestätigt.

Der Verleger dankte den Delegierten für ihr Vertrauen: „Dem VDZ gelingt es in bemerkenswerter Weise, den öffentlichen Diskurs mitzugestalten. Diese Kraft unserer Branche werden wir auch weiterhin einsetzen, um für die Pressefreiheit und den fairen Wettbewerb in der digitalisierten Medienwelt zu werben.“ Burda kündigte an, dass der VDZ den intensiven Dialog mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fortsetzen werde.

Burda, der das Amt seit 1997 innehat, hielt zudem fest: „Deutschland hat die besten Zeitschriften der Welt. Seit Jahren zeigen die Verleger, wie man bestehende Geschäftsmodelle erfolgreich transformiert und gleichzeitig die Chancen der digitalen Welt nutzt. Das Zeitschriftengeschäft ist gesund, sodass wir allen Grund haben, den Herausforderungen der digitalen Revolution selbstbewusst zu begegnen.“

VDZ-Vizepräsident Rudolf Thiemann sagte: „Die deutschen Zeitschriftenverleger freuen sich, dass mit Hubert Burda eine herausragende Verleger-Persönlichkeit Präsident des VDZ ist. Er ist ein Leuchtturm für die Verlagshäuser im stärksten Wandel ihrer Geschichte, und er ist ein glaubwürdiger, geschätzter und wirkungsvoller Ansprechpartner in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.“

VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer betonte das visionäre Handeln Burdas, „der vorausschauend neue gesellschaftliche, soziale Strömungen aufnimmt und stets in Beziehung zur eigenen Branche setzt. Dieses Denken prägt den VDZ“.

Weltkunst in München

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Hubert Burda im Gespräch mit Renate Eikelmann, Generaldirektorin des Bayerischen Nationalmuseums

Rund 80 Meisterbronzen und 25 Zeichnungen von berühmten Künstlern wie Johann Gregor van der Schardt oder Adriaen de Vries – die Bandbreite der Ausstellung „Bella Figura“ im Bayerischen Nationalmuseum begeisterte gestern Abend die Gäste, die Hubert Burda zu einem Empfang und einer Führung durch die Ausstellung eingeladen hatte.

Renate Eikelmann, Generaldirektorin des Bayerischen Nationalmuseums eröffnete den Abend und betonte die Exklusivität der Ausstellung: „Die Ausstellung wird es so in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr geben, hier wurde Weltkunst nach München gebracht“, so die Kunstliebhaberin. Hubert Burda selbst nahm das Ereignis zum Anlass, seine Begeisterung für die Bronzekunst, insbesondere die Merkur-Figuren, zu teilen: „Niemand gibt Ihnen so wunderbare Ideen wie eine Merkurstatue auf dem Schreibtisch. Sie müssen sie nur einmal ansehen, und schon haben sie eine zündende Idee im Kopf“, sagte der Verleger. Unter den geladenen Gästen waren unter anderem Ludwig Spaenle, der Bayerische Staatsminister für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst, und Fürst Hubertus Fugger von Babenhausen, dessen Vorfahren früher zu den Wohlhabenden gehörten, die kostbaren Bronzen in Auftrag gaben.

Kurator Jens Burk führte die Gäste in einer zwanzigminütigen Führung durch die Ausstellung, die auch Daniel Steil, dem Chefredakteur von Focus Online, einen spannenden Einblick in die Bronzekunst gewährte: „Es ist beeindruckend, wie es das Bayerische Nationalmuseum geschafft hat, international für Aufsehen zu sorgen und Erwähnungen über Deutschland hinaus, in Amerika und Asien zu haben. Das zeigt, welch künstlerische Qualität hinter der Ausstellung steckt.“

Hubert Burda feiert Geburtstag

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Hubert Burda bedankte sich bei seinen Gästen

300 Kerzen tauchten den barocken Kaisersaal der Münchener Residenz in ein warmes Lichtermeer. Zwischen bayerischen Wappen, biblischen Fresken und farbenfrohen Blumengestecken strich ein Quartett klassische Melodien, und auf der Bühne wurden ebenso herzliche wie kluge Worte gesprochen: Es war ein würdiger Rahmen, um Hubert Burda zu seinem 75. Geburtstag die Ehre zu erweisen. Dabei waren die 300 vom Vorstand geladenen Freunde, Geschäftspartner und Wegbegleiter des Verlegers ja beileibe nicht die ersten Gratulanten, sondern trotz aller Prominenz eher die Letzten. Denn die Feier am Donnerstagabend bildete den Abschluss ausdauernder Festivitäten in dieser Woche – jede für sich ein Höhepunkt.

Der Jubilar selbst zeigte sich auch beeindruckt von all den Würdigungen, die ihm in den vergangenen Tagen zuteil geworden sind, ja, er war fast schon ein wenig verlegen: Es sei ja so viel gesagt und geschrieben worden, wer und was er angeblich alles wäre, sinnierte er auf der Bühne – um dann seine Nachdenklichkeit plötzlich abzulegen und den Gästen zuzurufen: Richtig so! Schließlich habe er hart dafür gearbeitet. Viel Witz und schlaue Reden, lautes Lachen und intensive Gespräche, Gesang und Gitarrenmusik erfüllten die prachtvolle Atmosphäre an diesem Abend – connect the unexpected. Mal wieder. Plus ultra. Immer weiter.

Maria Furtwängler-Burda eröffnete den Abend und begrüßte die Gäste. Sie richtete eine rührende Liebeserklärung an ihren Gatten. Und auch die Kinder sorgten für herzerwärmende Momente. Sohn Jacob erinnerte an gemeinsame Heidegger-Debatten, Tochter Elisabeth sang ihr eigens für ihren Vater komponiertes Lied. Burda-CEO Paul Bernhard-Kallen beschrieb die prägenden Eigenschaften des sich stets wandelnden Unternehmers Hubert Burda. Und Bundesminister Schäuble hob den Weitblick des Verlegers hervor.

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Auch Maria Furtwängler-Burda begrüßte die Gäste

Zwischen diesen höchst persönlichen Beiträgen sang Star-Tenor Jonas Kaufmann für die Abendgesellschaft. Das Menü wurde von Weinen der Durbacher Winzer Heinrich Männle und Andreas Laible begleitet.

Normalerweise würden wir an dieser Stelle Gäste aufzählen, die Sie ganz bestimmt kennen – allerdings müssten Sie dann weit mehr als 100 Namen lesen, zum Beispiel die von Peter Sloterdijk und Peter Handke, von den Adelsfamilien aus Baden, Württemberg und Bayern, von Ferdinand Piëch und Kai Diekmann, von Jürgen Fitschen und Edmund Stoiber, von Veronica Ferres und Franz Beckenbauer.

Notizen aus bewegten Zeiten

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Hubert Burda bei der Vorstellung seines neuen Buches „Notizen zur Digitalen Revolution“

Medienunternehmen mussten sich in den vergangenen 25 Jahren, getrieben durch neue Technologien, völlig neu erfinden. Als einer der Pioniere dieser Entwicklung blickt Verleger Dr. Hubert Burda in seinem neuen Buch „Notizen zur Digitalen Revolution 1990-2015″ auf mehr als zwei Jahrzehnte digitaler Transformation zurück. Das sehr persönliche Werk hat er am Dienstag in München vorgestellt.

„Wir erleben gerade eine digitale Revolution, die alle Lebensbereiche erfasst. Das Stichwort hier heißt ‚Infosphäre‘ – unsere neue Informationsumgebung, in der Menschen, Algorithmen und Geräte miteinander interagieren und kommunizieren“, so der Verleger anlässlich der Vorstellung seines Buches. Darin präsentiert er handschriftliche Notizen und Aufzeichnungen der vergangenen 25 Jahre und macht seine Gedanken einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Früh hat er die Möglichkeiten des Internets erkannt und bereits Anfang der Neunzigerjahre sein Unternehmen konsequent auf den digitalen Wandel ausgerichtet. Er war schon damals überzeugt: „Die New Economy ist keine Eintagsfliege. Wer das glaubt, der wird Schiffbruch erleiden.“ Er habe sich 1991 nicht vorstellen können, dass es tatsächlich noch so lange dauern würde, bis die digitale Transformation alle Lebensbereiche so durchdringen würde, wie es im Jahr 2014 der Fall ist, so Hubert Burda. Detailliert schildert der Verleger auch seine Begegnungen mit digitalen Vordenkern wie Jeff Bezos, Sergej Brin und Bill Gates, er beschreibt zudem die Entwicklungsgeschichte von Hubert Burda Media und die des 1993 gegründeten Nachrichtenmagazins Focus.

Über Auszüge aus seinen Tagebüchern und Redemanuskripten lässt er Revue passieren, wie seine Beobachtungen der neuen Megatrends in Medien und Technologie die Branche, sein Unternehmen und ihn persönlich geprägt und verändert haben. Er berichtet von Skepsis und Widerspruch, die ihm begegneten, als er große Herausforderungen für Branchen wie Banken und Versicherungen durch digitale Disruptoren voraussagte. Flankiert werden die Notizen von Beiträgen von seiner ersten Ehefrau Christa Maar, von seinem Sohn Jacob Burda und von Stephanie Czerny, die vor zehn Jahren für Burda die Digitalkonferenz DLD ins Leben gerufen hat. Sie gewähren aus ihren eigenen Perspektiven einen Einblick, wie die digitale Revolution das Leben und Arbeiten in Hubert Burdas Umfeld beeinflusst hat.

In seinen Privaträumen begrüßte Hubert Burda am Dienstag rund 60 Gäste zur Präsentation des Buches, unter ihnen der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber und die Verleger Michael Krüger und Dirk Ippen.

Notizen zur Digitalen Revolution 1990-2015 von Hubert Burda ist im Petrarca Verlag erschienen und ab sofort zum Preis von 19,80 € (Hardcover) bzw. 9,80 € (Broschiert) erhältlich. BurdaNews hat zudem ein E-Book erstellt, das zum Preis von 9,80 € über die kostenlose „Kindle Viewer App“ am Desktop-Rechner und auf Tablets (Android und iOS) sowie auf den „Kindle“-Lesegeräten „Fire“ und „Paperwhite“ verfügbar ist.

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