Burda schafft Strukturen für die Zukunft

Hubert Burda gemeinsam mit seinen Kindern Jacob und Elisabeth

Vor dem Hintergrund der verstärkten Internationalisierung des Konzerns und um die gesellschaftsrechtlichen Strukturen für die zukünftige Führung des Unternehmens zu schaffen, haben Hubert Burda und seine beiden Kinder Jacob Burda und Elisabeth Furtwängler eine Umstrukturierung der Hubert Burda Media Gruppe beschlossen. Für die Geschäftsleitung des Konzerns wird künftig eine Europäische Gesellschaft („SE“) zuständig sein, die von einem Verwaltungsrat geführt wird. Hubert Burda bleibt weiterhin persönlich haftender Gesellschafter und vertritt in operativen Fragen auch die Stimmen seiner Kinder.

Paul-Bernhard Kallen bleibt in dieser neuen Struktur der operativ verantwortliche Vorstandsvorsitzende („CEO“) und übernimmt zusätzlich den Vorsitz im Verwaltungsrat. Die drei Gesellschafter Hubert Burda, Jacob Burda und Elisabeth Furtwängler werden dem Verwaltungsrat angehören. Für die operative Geschäftsführung bleibt wie bisher der Vorstand verantwortlich.

Diese Änderung betrifft nur die Konzernholding, für die übrigen Gesellschaften unter dem Burda-Dach ergeben sich keine Veränderungen. Das Unternehmen bleibt zu 100 Prozent im Familienbesitz. Die Gesellschaftsanteile liegen zu je knapp 37,5 Prozent bei Jacob Burda und Elisabeth Furtwängler und zu ca. 25,1 Prozent bei Hubert Burda.

Hubert Burda erklärt:

„Mit dem Beitritt einer SE in die konzernleitende Holding KG haben wir eine sehr gute Lösung für die Zukunft geschaffen. Paul-Bernhard Kallen ist eine Unternehmerpersönlichkeit an der Spitze, die einerseits die erforderliche Kontinuität gewährleistet und andererseits die Transformation unserer Geschäfte entschieden vorantreibt. Ich freue mich sehr, dass wir ihn langfristig binden konnten und dadurch die notwendige Stabilität für die nächste Dekade geschaffen haben. Ich habe größtes Vertrauen, dass meine Kinder einmal ein sehr gut aufgestelltes, innovatives und zukunftsfähiges Unternehmen übernehmen werden.“

„Digitale Horizonte“ von Hubert Burda

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Hubert Burda präsentierte in München sein neues Buch „Digitale Horizonte“

„Die Märkte wandeln sich, alte Strukturen bröckeln, brechen zusammen, Monopole wanken“, mit diesen Worten sagte der Verleger Hubert Burda bereits vor 26 Jahren den digitalen Wandel voraus – in seiner Festrede zum 40-jährigen Jubiläum des Südwestdeutschen Zeitschriftenverleger-Verbands. Wir schreiben das Jahr 1990. Google ging erst sieben Jahre später an den Start und der Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg feierte gerade seinen sechsten Geburtstag.

Hubert Burda veröffentlicht in seinem neuen Buch „Digitale Horizonte“, das im Petrarca Verlag erschienen ist, 13 Reden von 1990 bis 2010 über seine Visionen der digitalen Zukunft. Diese vorhergesagte Zukunft ist heute bereits gelebte Realität und markiert laut Hubert Burda, nach der Erfindung des Buchdrucks, einen weiteren Meilenstein in der Menschheitsgeschichte.

Inspiriert von Visionären wie den Medienphilosophen Vilém Flusser und Friedrich Kittler sah Hubert Burda das digitale Zeitalter mit seinen Chancen und Herausforderungen bereits am noch weit entfernten Horizont dämmern und richtete als Unternehmer seine Strategie danach aus.

So sagte er 1995 in der Telepolis Konferenz in München: „Als Printmedium ist das Nachrichtenmagazin Focus zwar noch ein Gutenberg-Medium, doch es folgt der digitalen Logik: Bild, Text und Grafik stehen gleichwertig nebeneinander und fügen sich zu einem ikonografischen System der Informationsvermittlung zusammen. Focus reagiert auf die Multimedia-Revolution, die schon im vollem Gange ist.“ Das Nachrichtenmagazin hat den Schritt ins Internet seit langem erfolgreich geschafft, sodass Focus Online heute zu den erfolgreichsten Online-Nachrichtenplattformen Deutschlands sowie zur Hitliste der zwölf erfolgreichen digitalen Burda-Marken gehört.

Damit zeichnet Hubert Burda in seinem Buch „Digitale Horizonte“ nicht nur die technologische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte nach, sondern auch die Wandlung seines eigenen Verlages hin zu einem Medien- und Tech-Unternehmen. Diese Medienrevolution wird im Buch auch visuell, in zahlreichen Bildern und Infografiken, erlebbar gemacht.

30. Todestag von Senator Franz Burda

Hubert Burda erinnert sich am 30. Todestag des Senators an das „alte Offenburg“

Es ist die Zeit der Weinlese in Fessenbach, dem geliebten Rückzugsort des Senators Franz Burda. Die Blätter färben sich herbstlich bunt und die Sonne scheint über Baden. „Ein wunderbarer Tag in unserer Heimat, ein Tag, wie ihn mein Vater geliebt hätte“, mit diesen Worten begrüßte Hubert Burda die Ehrengäste der Gedenkfeier anlässlich des 30. Todestages des Senators in Offenburg. Vor Freunden, Weggefährten, ehemaligen und aktuellen Geschäftsführern sowie vor der Oberbürgermeisterin von Offenburg, erinnerte Hubert Burda an die Tatkraft und an den Unternehmergeist seines Vaters: „Er war ein Mann der Tat“.

Die Leidenschaft für seine Arbeit sowie die Liebe zu seiner Heimatstadt gingen beim Senator Burda immer Hand in Hand. Und so entwickelte sich seine kleine Offenburger Druckerei zu einem Großkonzern und mit ihm wandelte sich auch das Stadtbild: „Bedeutungsschwanger, wie mein Vater war, hat er für das wenige Geld, das er hatte, keinen Kamin gebaut, sondern den Burda Turm“, sagte Hubert Burda über den Bau der alten Druckerei. Stetiger Wandel sei wichtig, allerdings dürfe man dabei seine Wurzeln nicht vergessen.

Sowohl Burda als Unternehmen, als auch die Stadt Offenburg unterliegen einem stetigen Wandel. Während Hubert Burdas Visionen von der Digitalisierung früher von manchen noch belächelt wurden, verzeichnet das Digitalgeschäft nun einen Großteil des Unternehmensumsatzes. Und auch Offenburg befindet sich im Wandel: Auf dem einstigen Druckerei-Areal, nur einen Steinwurf entfernt vom besagten Burda-Turm des Senators, entsteht nun ein Gesundheits- und Arztzentrum, das täglich von 1500 Menschen besucht wird. „Wenn ich in die Stadt reinfahre, bin ich ziemlich stolz auf das neue Offenburg«, betonte Hubert Burda.

Der Baubürgermeister der Stadt Offenburg Oliver Martini nahm dieses Thema in seiner Rede auf und lobte die gelungene Zusammenarbeit: „Das Projekt an der Kronenwiese ist ein schönes Beispiel dafür, wie die private Wirtschaft mit der öffentlichen Hand zusammenarbeitet.“ Bei aller Bautätigkeit sei es wichtig, etwas zu schaffen, dass Bestand habe und identitätsstiftende Gebäude, wie zum Beispiel das Helios Building, zu erhalten und noch besser in Szene zu setzen. Gemäß dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“.

 

106. Geburtstag von Aenne Burda

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Die Verlegerin an ihrem Schreibtisch

Schönheit und Anmut, harte Arbeit und der bedingungslose Glaube an die Machbarkeit: Aenne Burda, die Frau, die das Nachkriegsdeutschland einkleidete und dem Wirtschaftswunder ein Gesicht verlieh, wäre heute 106 Jahre alt geworden. Ihr Vermächtnis ist jetzt, über 65 Jahre nach der Erstausgabe von Burda Moden, allgegenwärtig und inspiriert noch immer junge Gründer zu neuen Innovationen.

In einer Zeit, in der es noch kein Internet gab, spann Aenne Burda ein weltweites umfassendes Netzwerk und überwand dabei nicht nur kulturelle, sondern auch politische Barrieren. Einen Höhepunkt ihrer Karriere erreichte die „Königin der Kleider“ 1987, als Burda Moden als erste westliche Zeitschrift in der Sowjetunion veröffentlicht wurde. Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher fand anerkennende Worte für diese Leistung: „Aenne Burda zog auf ihre Weise und mit ihren Möglichkeiten den Eisernen Vorhang ein Stück zur Seite.“

Mit ihren Schnittmustern brachte Aenne Burda den Glanz aus Paris und Hollywood in deutsche Wohnzimmer. Damit demokratisierte sie die Mode weltweit und machte sie für jeden erschwinglich. Dabei verstand es Aenne Burda, ihr erfolgreiches Konzept immer wieder an den Geist der Zeit anzupassen, das modische Erfolgsrezept lautete: „Die Mode soll nicht unerfüllbarer Wunschtraum bleiben, keine Illusionen vorzaubern, die niemals zu verwirklichen sind, sie soll getragen werden, um zu verschönern und unser Lebensgefühl zu heben.“

Aenne Burda wurde 1909 als Eisenbahnertochter geboren und heiratete 1931 Franz Burda. Mit ihm bekam sie die drei Söhne Franz, Frieder und den jetzigen Verleger Hubert Burda. Burda Style, wie Burda Moden heute heißt, erscheint in 17 Sprachen in mehr als 100 Ländern. 2005 starb die Gründerin des weltweit größten Modeimperiums mit 96 Jahren.

 

„Hacken“ im Badischen

Hubert Burda lädt Mitte Juni zum ersten Open Data Hack Day ein. Natalia Karbasova organisiert das Treffen in Offenburg

Storytelling, Datenanalyse und Design hängen unmittelbar zusammen – genau diese Verbindung wird beim ersten Offenburger Open Data Hack Day gezeigt. Journalisten, Programmierer, Mediendesigner, Volontäre und Studenten kommen im Medien Tower zusammen, um gemeinsam Ideen zu entwerfen, diese zu programmieren und einer Jury zu präsentieren. Die rund 50 Teilnehmer unterschiedlichster Fachrichtungen schließen sich in kleinen Teams zusammen und treten gegeneinander an. Die kreativsten Umsetzungen werden mit Cyberport-Gutscheinen (im Wert von 1500, 1000 und 500 Euro) sowie Veröffentlichungen in der Huffington Post Deutschland ausgezeichnet.

„Wer schon heute als Journalist ein paar Zeilen Code schreiben kann und weiß, wo er die Daten findet und diese dann visualisiert, ist gut für die Zukunft aufgestellt“, erklärt Verleger Hubert Burda. „Journalisten sollen aber nicht nur coden und visuell denken lernen, sondern sich immer mehr mit Entwicklern und Designern zusammenschließen – nur so entstehen innovative Medienprojekte. Auch wir als Verlag brauchen immer mehr solche jungen Menschen, die keine Scheu vor neuen Technologien haben. Daher freut es mich sehr, dass so viel Interesse an unserem Open Data Hack Day in Offenburg besteht. In der Region und auch deutschlandweit gibt es viele junge Talente, die wir gerne mit solchen Initiativen fördern möchten.“

Natalia Karbasova aus dem Verlegerbüro hat den Aktionstag organisiert. „Es gibt weltweit relativ wenige Hackathons im Medienbereich, denn die meisten werden für Entwickler veranstaltet. Wir wollen aber das technische Know-How der IT-Profis auch für Journalisten zugänglich machen“, sagt sie. Ein Ziel der Veranstaltung: „Wir wollen tolle Ideen in Teams entwickeln und den Journalisten die Scheu vom Coden und von der Zusammenarbeit mit Entwicklern und Designern nehmen. Denn es gibt auch bei Burda viele Redaktionen, die von der Auswertung öffentlicher Datensätze, von der visuellen Darstellung von Informationen und Automatisierung einiger Arbeitsabläufe profitieren können.“

Auf dem Blog von Open Data Hack Day kann man sich über die aktuellsten Trends in Datenvisualisierung informieren und Interviews mit den bekanntesten Informationsdesigners und Datenjournalisten lesen.

Was Hubert Burda 2013 bewegte

Hubert Burda bleibt Offenburg immer verbunden

Emotionen und bewegende Momente: In der Silvesterausgabe des Offenburger Tageblatts beschreiben Hubert Burda und Lisa-Chefredakteurin Maria Sandoval ihr schönstes Ereignis 2013. Hubert Burda hat der erste Baggerbiss zum Abbau der Alten Druckerei bewegt. Es sei gleichsam ein schöner wie auch wehmütiger Moment gewesen. Denn mit der alten Druckerei habe sein Vater die Basis für die großartige Entwickung des Unternehmens gelegt. Aber er freue sich jetzt auch, wenn Neues entstehe. Maria Sandoval nannte ihr zehnjähriges Jubiläum als Lisa-Chefredakteurin als ihr schönstes Ereignis 2013 und schwärmt von ihrem fantastischen Team.

Hubert Burda: Ein schöner, wenn auch etwas wehmütiger Moment 2013 war für mich der erste Baggerbiss zum Abbau unserer Alten Druckerei. Hier hat mein Vater damals die Basis für die großartige Entwicklung gelegt, die das Unternehmen über die Jahrzehnte in Offenburg und von hier aus weltweit genommen hat. Entwicklung ist der Schlüssel für ein gesundes, florierendes Unternehmen wie auch für eine prosperierende Stadt. Deshalb verfolge ich mit Freude und großem Interesse, wie Offenburg wächst und sich beständig erneuert. Brachliegende Zeugen der Industriegeschichte wie die Spinnerei und Weberei weichen und machen Platz für Neues, für ein attraktives Wohnquartier mit hoher Lebensqualität im Mühlbachviertel. Ich freue mich, dass auch wir mit dem Verkauf der Kronenwiese und dem Abriss der Alten Druckerei den Weg für eine Neugestaltung dieses Areals freimachen und unseren Beitrag zur modernen, städtebaulichen Weiterentwicklung von Offenburg leisten können. Mit Spannung beobachte ich zudem das Geschehen im Herzen der Stadt, wo im Umfeld der alten Stadthalle ein neues Einkaufszentrum entstehen soll. Offenburg bewegt uns!

Maria Sandoval: Mein schönstes Ereignis 2013 war leise und von den meisten Menschen unbemerkt: Im September feierte ich mein zehntes Jubiläum in der Lisa-Redaktion. Zehn Jahre – viele Ehen halten nicht mal halb so lang… Was für eine ereignisreiche Zeit! Viele meiner Kollegen hier begleiten mich seit dem ersten Tag. Und meine Kollegen sind auch der Grund, warum ich jeden Morgen gerne zur Arbeit fahre und mich nach jedem Urlaub wieder auf die Rückkehr freue. Die Lisas sind ein fantastisches Team und es macht mich glücklich, schon so lange ein Teil davon sein zu dürfen. Am zehnten Jahrestag, den wir zusammen gefeiert haben, wurde mir das einmal mehr sehr bewusst. Liebe Lisas, es ist ein Geschenk, mit euch zu arbeiten.

Wettbewerbsrechtliche Groteske

Hubert Burda fordert, dass die Europäische Kommission härter gegen den Kartell-Verstoß vorgeht

Im laufenden EU-Kartellverfahren gegen Google zeichnen sich neue Entwicklungen ab: Der Internet-Konzern legte überarbeitete Vorschläge zur Beilegung des Verfahrens vor. In einer Stellungnahme bezeichnet VDZ-Präsident Hubert Burda diese als unzureichend. „Sollte die Europäische Kommission Googles Vorschläge tatsächlich billigen, wäre das der Freibrief für den Missbrauch eines digitalen Monopols.“

Insbesondere die von Google vorgeschlagene neue Darstellung von Konkurrenzangeboten führe das EU-Wettbewerbsrecht ad absurdum. So behielte Google die Freiheit, eigene Dienste – entsprechend gekennzeichnet – an erster Stelle zu positionieren, während Konkurrenten für eine weniger prominente Darstellung weiterhin bieten müssten. „Statt für ‚Fair Search‘ zu sorgen“, so Burda, „würde es Wettbewerbskommissar Almunia zulassen, dass Google die Suchergebnisse weiterhin im Eigeninteresse sortieren kann. Es wäre eine wettbewerbsrechtliche Groteske, wenn die Kommission diesen Missbrauch eines Monopols nicht beseitigen, sondern sogar legalisieren würde.“

Burda nimmt daher die EU-Kommission in die Pflicht: „Fairen Wettbewerb wird es in der digitalen Welt nur geben, wenn ‚Fair Search‘ gewährleistet ist und Google seine eigenen Angebote nicht willkürlich bevorzugen darf. Wir rufen die Europäische Kommission daher erneut auf, das Verfahren konsequent weiterzuführen.“

Das seit 2010 anhängige Verfahren dreht sich vor allem um die Frage, ob Google seine marktbeherrschende Stellung von ca. 90 Prozent im europäischen Suchmaschinenmarkt ausnutzt, um die eigenen Angebote bei der Darstellung von Suchergebnissen bevorzugt zu behandeln und Konkurrenten damit zu behindern.

HuffPo-Team zu Besuch bei Hubert Burda

Hubert Burda begrüßte gestern in München Arianna Huffington und Anchorman Cherno Jobatey

Die deutschsprachige Huffington Post ist ab sofort unter www.huffingtonpost.de online. HuffPo-Gründerin Arianna Huffington hat den „Red Button“ gemeinsam mit dem designierten Chefredakteur Sebastian Matthes und dem frisch ernannten Anchorman und bekannten TV-Moderator Cherno Jobatey gedrückt. „Wir wollen unseren Lesern die besten Inhalte, die das Internet zu bieten hat, zugänglich machen“, so Huffington bei der offiziellen Pressekonferenz. Matthes betonte: „Die US-HuffPo ist mit fünf Leuten gestartet, wir starten mit 15 Leuten, da ist also gleich zu Beginn einiges möglich.“

Schon gestern Abend begrüßte Verleger Dr. Hubert Burda die einflussreiche Amerikanerin, ihr amerikanisches HuffPo-Team und die Macher der deutschen Ausgabe vorab zu einem privaten Dinner in München. „Sie gilt als das Symbol für Kommunikation“, so Hubert Burda in seiner Ansprache, der auf die damals 28-jährige Journalistin schon 1978 in seiner Zeit als Bunte-Chefredakteur aufmerksam geworden war. Damals veröffentlichte Arianna Stassinopoulos Artikel im New Yorker über berühmte Persönlichkeiten. Später, 2003, hat sie sich ihren „journalistischen Traum“ erfüllt, eine „Plattform für tausende von Stimmen der Gesellschaft zu schaffen“, wie Arianna Huffington heute erzählt. Cherno Jobatey, der Anchorman der deutschen HuffPo, freut sich auf eine „neue Farbe in der deutschen Medienwelt“ und darauf den „Menschen endlich die Inhalte zu bieten, die sie wirklich interessieren und lesen wollen“

Die deutschsprachige Ausgabe entsteht in Kooperation zwischen der Huffington Post Media Group und der Tomorrow Focus AG und geht in Deutschland zunächst mit einem 15-köpfigen Team am Münchner Redaktionssitz Neumarkter Straße an den Start. Weltweit arbeiten 700 festangestellte bezahlte Redakteure für die HuffPo, insgesamt 50.000 freiwillige Blogger und Autoren tragen zu den Inhalten bei. Mehrere tausend Blogger wollen sich an der deutschsprachigen Ausgabe beteiligen, um ihrer Expertise ein Forum zu verschaffen. 60 Experten können zum Launch veröffentlichen.

Arianna Huffington, Präsidentin und Chefredakteurin der Huffington Post Media Group: „Wir freuen uns sehr, dass wir die deutsche Ausgabe als neues Mitglied in die HuffPost-Familie aufnehmen können. Mit TOMORROW FOCUS steht uns ein Partner zur Seite, der schon sehr viel dazu beigetragen hat, die Zukunft der digitalen Medien in Deutschland zu gestalten.“

Zunächst ist das Angebot der Huffington Post in sechs Ressorts (Politik, Wirtschaft, News, Entertainment, Lifestyle und Tech) aufgeteilt. Wie bei der amerikanischen Ausgabe gliedert sich das Layout der Huffington Post-Webseite in drei Spalten. In der mittleren und rechten Spalte laufen die Beiträge der Redaktion. In der linken Spalte, den sogenannten Featured Blog Posts, stehen vornehmlich die Beiträge von Gastautoren und Experten. Die Huffington Post lädt alle Leser ein, sich an der Plattform mit eigenen Texten zu beteiligen.

Als Editorial Director, also eine Art „Anchorman“ der HuffPo konnten die HuffPo-Macher TV-Journalist Cherno Jobatey verpflichten. Auch er ist über DLD Burda schon lange verbunden. Jobatey begann seine Karriere als freier Journalist für „taz“, „Die Zeit“ und den „Spiegel“. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er durch das ZDF-Morgenmagazin, das er 20 Jahre lang moderierte und prägte. Zusätzlich produziert und moderiert er seit zwei Jahren das Online-Format „UdLDigital Talkshow“. Er empfängt hier führende Bundespolitiker (z. B. Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen, Hans-Peter Friedrich), dazu Blogger, Hacker und Experten. Jobatey trägt mit Kolumnen zur Huffington Post bei und kümmert sich vor allem um den Ausbau des Autoren-Netzwerkes.

Arianna Huffington: „Mit Cherno Jobatey als Editorial Director wird die deutsche Ausgabe die interessantesten Geschichten in diesem Land erzählen und – was mindestens genauso wichtig ist – die Deutschen dabei unterstützen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Sie nehmen Teil an Konversationen verschiedenster Art: Von den Auswirkungen der Eurokrise auf die Menschen bis hin zu der Art und Weise, wie Individuen und Organisationen Erfolg neu definieren können und Burn-out bekämpfen können. Wir bieten außerordentliche Möglichkeiten, diesen Dialog auszubauen und zu verbessern, indem wir die Erfahrung und Kompetenz unserer Partner mit der Kraft unserer HuffPost-Plattform verbinden.“

Als Chefredakteur steigt Sebastian Matthes baldmöglichst ins Boot, der derzeit noch als Ressortleiter Technik und Wissenschaft bei der Wirtschaftswoche fungiert. Der Politologe und Volkswirt ist Absolvent der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten und schrieb schon für „Handelsblatt“, „Spiegel“ und „Neue Zürcher Zeitung“. Der 36-jährige bloggt selbst unter Ungedruckt.net und wird von über 5000 Followern bei Twitter gelesen.

Zum Launch schreiben für die deutschsprachige Huffington Post u. a. Vorstandschefs wie René Obermann (Deutsche Telekom) und Kasper Rorsted (Henkel), Foodwatch-Chef Thilo Bode, der ehemalige Tennis-Profi Boris Becker, Prof. Wolfgang Hünnekens vom Institute of Electronic Business und der Strafrechtler Prof. Dr. Heinz Schöch, Unternehmer Franz M. Haniel, Investor Nicolas Berggruen, Politiker wie Ursula von der Leyen (CDU), Dorothee Bär (CSU) und Jimmy Schulz (FDP), Sky-Filmchef Marcus Ammon, Schauspielerinnen wie Miriam Pielhau, Jutta Speidel und Uschi Glas. Zu den Gastautoren gehören außerdem bekannte deutsche Blogger wie u. a. Johannes Lenz, Karsten Lohmeyer, Romy Mlinzk, Sascha Pallenberg oder Thilo Specht.

Die Ziele des schon im Vorfeld mit hitzigen Debatten begleiteten Projekts sind ambitioniert: „Wir wollen spätestens im Jahr 2016 profitabel sein und möchten nach fünf Jahren die Flughöhe erreicht haben, die Focus Online jetzt hat: 10 bis 15 Millionen Euro Nettoumsatz, zweistellige Umsatzrendite und circa 9 Millionen Unique User“, so Christoph Schuh, Vorstand Tomorrow Focus. Den Reichweitenaufbau soll vor allen Dingen eine enge Kooperation mit Focus Online sicherstellen. Oliver Eckert, Geschäftsführer Tomorrow Focus Media: „Wir haben bei anderen Angeboten wie Holidaycheck und Finanzen100 sehr gute Erfahrungen damit gemacht, Focus Online als Reichweitenbringer einzusetzen. Das machen wir diesmal auch.“

Fortsetzung des Dialogs in Brüssel

Hubert Burda beim Dinner des European Publishers Council in Brüssel, neben ihm Neelie Kroes (Vizepräsidentin der Europäischen Kommission) und Francisco Balsemão (Impresa, EPC-Chairman) mit Kommissionspräsident José Manuel Barroso

Im Kreise europäischer Spitzenpolitiker erneuert Hubert Burda die Forderung nach fairen rechtlichen Rahmenbedingungen. Am Dienstag war er zum jährlichen Dinner des European Publishers Council (EPC) nach Brüssel gereist, einem der hochkarätigsten Zusammenschlüsse europäischer Verleger, den Burda 1991 mitbegründet hatte.

„Chancengleichheit für europäische Unternehmen im internationalen Wettbewerb“, so die Forderung des Verlegers in seiner Ansprache vor EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und den EU-Kommissaren Viviane Reding, Neelie Kroes, Androulla Vassiliou und Michel Barnier am Dienstag in Brüssel. Burda war zum jährlichen Dinner des European Publishers Council (EPC) gereist, einem der hochkarätigsten Zusammenschlüsse europäischer Verleger, den Burda 1991 mitbegründet hatte. Außer ihm waren u.a. Julia Jäkel (Gruner + Jahr), Stefan von Holtzbrinck, Michael Ringier, Rob Grimshaw (Financial Times), Kevin Beatty (Daily Mail) und Francisco Balsemão (Impresa) vor Ort.

Burda betonte zunächst die Bedeutung der Zeitschriften in der europäischen Medienlandschaft: Während Gattungen wie die Tageszeitung zunehmend unter Druck gerieten, investiere Burda in neue Magazine wie zuletzt Harper’s Bazaar und expandiere gleichzeitig in die digitale Welt: „Wir tun das eine, ohne das andere zu lassen“, so Burda mit Blick auf die duale Konzernstrategie, die dynamisches Wachstum in digitalen Geschäftsfeldern mit höchst erfolgreichem und international expansivem Magazingeschäft vereint.

Im Anschluss sprach der Verleger über die richtige Politik für die Consumer-Internet-Branche – ein Thema, das bereits vor zwei Wochen im Mittelpunkt stand, als eine Burda-Delegation zu politischen Gesprächen in Brüssel war. „Die USA haben das Consumer Internet früh zu einer strategischen Industrie gemacht, mit dem Resultat, dass alle wichtigen Mautstellen im Internet, wie etwa Online-Werbung, e-Commerce und App-Verkäufe von amerikanischen Unternehmen dominiert werden“, konstatierte der Verleger. „Europa dagegen hängt hinterher.“ Um den europäischen Unternehmen aber zumindest Chancengleichheit zu garantieren, müssten die massiven Wettbewerbsnachteile abgebaut werden, die durch rechtliche Asymmetrien entstünden – insbesondere in den Bereichen Datenschutz, Steuern und Suchmaschinenneutralität. Burdas Appell an die EU-Kommission: „Wir brauchen ein Level Playing Field, also gleiches Recht für alle und damit faire Chancen im Wettbewerb!“

Besondere politische Aufmerksamkeit, so Burda weiter, verdiene die Consumer-Internet-Branche, da sie andere Branchen immer stärker beeinflusse: „Hier werden Schlüsseltechnologien entwickelt, wie zum Beispiel Datenverarbeitung, die für andere Wirtschaftszweige immer wichtiger werden“, so Burda. „Wenn Europa im Consumer Internet abgeschlagen bleibt, wird sich dies bald auch auf die Automobilindustrie, den Biotechnologiesektor oder die Medizintechnik auswirken, wo diese Schlüsseltechnologien verstärkt zur Anwendung kommen“, prognostizierte Burda den Vertretern der EU-Kommission. Es müsse also auch im Interesse der Politik sein, eine wettbewerbsfähige Consumer-Internet-Branche in Europa zu haben.

Gleiches Recht für alle

Sitznachbarn: VDZ-Präsident Hubert Burda und der Präsident der EU-Kommission José Manuel Barroso © Hubert Burda Media

Der European Publishers Council (EPC) ist einer der wichtigsten Zusammenschlüsse europäischer Verleger, um sich auf höchster Ebene mit internationalen Spitzenpolitikern auszutauschen. Anfang der Woche traf sich der exklusive Kreis um Hubert Burda mit dem Präsidenten der EU-Kommission José Manuel Barroso, der EU-Kommissarin für Justiz Viviane Reding sowie der EU-Kommissarin für die Digitale Agenda Neelie Kroes in Brüssel. Ziel: Die Verlegeranliegen an diesen drei wichtigen EU-Schnittstellen zu platzieren und vertiefend zu diskutieren.

Besonders ausführlich wurde über die anstehende Novellierung des Datenschutzrechts, die nötige Modernisierung des Wettbewerbsrechts und das Urheberrecht im digitalen Zeitalter gesprochen – und damit über die politische Agenda, die Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen bereits beim Kongress Digitale Wirtschaft im Bundestag auf nationaler Ebene skizziert hatte.

VDZ-Präsident Hubert Burda, Mitbegründer des seit 1991 existierenden EPC, erneuerte in Brüssel die Forderungen der Verleger in diesen Themenkreisen. „Im Datenschutz haben wir kein ,level playing field‘ zwischen Amerika und Europa“, erklärte er. Sein Appell: „Für alle Unternehmen, die Daten europäischer Bürger sammeln und verwenden, müssen dieselben Spielregeln gelten.“

Die neue Medienwelt brauche außerdem ein zeitgemäßes Wettbewerbsrecht. Zum einen, weil das derzeitige Recht die traditionellen Medienmärkte nicht mehr sinnvoll reguliere, und zum anderen, weil es die Bildung von Monopolen im Internet nicht verhindere. Burda machte deutlich: Suchmaschinen (und auch Social Networks) sind ein Teil der Netzinfrastruktur – und damit ein Nadelöhr für nahezu jedes Internetangebot. Denn nur wer auffindbar und sichtbar ist, könne erfolgreich sein.

Dies berge, verdeutlichte der VDZ-Präsident den Vertretern der Europäischen Kommission, die Gefahr des Missbrauchs durch Unternehmen mit dominierender Stellung. Sie könnten ihre Marktposition ausnutzen, um sich Vorteile in Geschäftsfeldern zu verschaffen, die direkt auf die eigene Infrastruktur aufsetzen, etwa durch die privilegierte Anzeige eigener Inhalte und Dienste. Burda unterstrich hier die Forderung nach Neutralität der Netzinfrastruktur, um Chancengleichheit für alle Internetangebote zu schaffen.

Burda und Christoph Keese (Axel Springer AG) erläuterten zudem den Einsatz der deutschen Verleger für ein eigenes Leistungsschutzrecht. In Berlin hatte die Bundesregierung vor wenigen Wochen ihren Willen zur Schaffung dieses neuen Rechts bekräftigt, damit Verlage im Online-Bereich nicht schlechter gestellt seien als andere Werkmittler. Für die Verleger ist dies ein wichtiger Schritt, „um die rechtlichen Rahmenbedingungen an die neue digitale Realität anzupassen“.