Grünes Gewölbe: Festakt in Dresdens Wunderkammer

Dr. Burda sprach vor 680 Besuchern des Festakts

In den von ELLE kunstvoll inszenierten Paraderäumen des Dresdener Residenzschlosses feierten rund 700 Gäste aus Mode, Kunst, Wirtschaft, Politik und Medien am vergangenen Samstag die Einweihung der umfangreichsten Kleinodiensammlung Europas, der rekonstruierten Schatzkammer August des Starken im Grünen Gewölbe.

Den vorausgehenden Festakt eröffnete Dr. Hubert Burda mit einer Rede zur kunsthistorischen Bedeutung der Sammlung. Außerdem sprachen der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Dr. Martin Roth, und die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Barbara Ludwig.
In seiner Rede zog Dr. Burda den Vergleich zwischen den europäischen historischen Wunderkammern des 16. und 17. Jahrhunderts und den heutigen modernen Medien, wie dem World Wide Web. Der Wiederaufbau habe in Dresden ein „Center of Cultural Excellence“ und ein kulturelles Statement für Europa geschaffen, zusammen mit der Frauenkirche und der Semperoper sei Dresden so eine „globale Kulturmarke“, die für „finest style, splendor and quality“ stehe.

Bericht in den Dresdner Neueste Nachrichten

„So normal wie elektrischer Strom“

Offenburger Tageblatt vom 28. April 2006

Über die Wirkung von Medien sprach Hubert Burda in seinem ersten Vortrag als Heinrich-Hertz-Gastprofessor an der Karlsruher Fridericiana. 500 Zuhörer, darunter Generalbundesanwalt Kay Nehm, verfolgten Mittwochabend die Vorlesung im Audi-Max der Universität. Das mit 7500 Euro dotierte Honorar kommt der Felix-Burda-Stiftung zugute.

Von Ute Dahmen

Karlsruhe. »Sie sind einer der innovativsten Medienunternehmer unseres Landes«, würdigte Universitätsrektor Horst Hippler den Offenburger und Münchner Verleger. Als Gastprofessor an der Technischen Universität Karlsruhe steht Burda in der Tradition von Roman Herzog und Marcel Reich-Ranicki. 1987 wurde die Heinrich-Hertz-Gastprofessur erstmals anlässlich des 100. Jahrestages der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz in Karlsruhe vergeben.

»Die Medien sind der explosivste und am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig«, so Burda über eine Entwicklung, die ohne die wissenschaftliche Bestimmung der elektromagnetischen Wellen durch Hertz nicht denkbar wäre. Nach der Erfindung von Rundfunk und Fernsehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, lösten ab 1980 die Innovationen CD, Video, Satelliten-TV eine digitale Medienexplosion aus, die sich heute in Blogs, Podcasting, Fotohandy und MP3 manifestiert. »2050 wird der PC für uns so normal sein wie elektrischer Strom«, ist Burda überzeugt.

Informativ und unterhaltsam vermittelte Hubert Burda einen historischen Überblick. Angefangen bei der Bildsprache der Hieroglyphen über die Papyrusrolle und das erste Alphabet der Griechen bis hin zu Gutenberg und der Erfindung des Buchdrucks 1434 in Straßburg. Hier betonte der Offenburger die Schlüsselrolle des Oberrheingrabens mit seiner Fortsetzung im Rhonetal als die historische Gegend, in der mit der Erfindung von Buchdruck, Kupferstich, Holzschnitt, der Herstellung des Papiers, Fotografie, Film, elektromagnetischen Wellen und den Anwendungsbereichen von Computer-Technologien (SAP, ZKM) die wohl entscheidende kommunikativste Landschaft Europas sich ausgeprägt habe.

Allerdings, so warnte der Gastredner, würde seit Gutenberg die linke, sprich textorientierte Hirnhälfte forciert, die rechte, die für Visualität und Fantasie stehe, vernachlässigt. »Wir brauchen beide!« Das Fernsehen, so Burda, sei das große Medium der Inszenierung der rechten Hirnhälfte. Er erinnerte an die Mondlandung 1969, die weltweit von mehr als 700 Millionen Menschen via TV verfolgt wurde. Für das WM-Endspiel prophezeit er über eine Milliarde Zuschauer. »Das nennt man Synchronsphären, wenn alle Menschen den gleichen Gesprächsstoff haben.«

Medien sind für den Vorstandsvorsitzenden von Hubert Burda Media Möglichkeiten, die natürliche Kommunikation wie das Gespräch oder den Gesang durch technische Geräte zu verstärken und zu vervielfältigen. Dass jede Medaille auch eine Kehrseite hat, lässt Burda allerdings nicht außer Acht: »Wir dürfen neben High Tech den High Touch nicht vergessen«, sagt er und meint den mitmenschlichen Umgang. »Wo immer sich Medien verändern, verändert sich die Gesellschaft monumental«, zitierte Burda Walter Benjamin.

Nächster Termin
Ausblick auf die Veränderungen, für die auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page stehen, wird Hubert Burda in seinem Vortrag »Vernetzte Zukunft« geben: Am 24. Mai, 17.15 Uhr, im Audi-Max der Universität Karlsruhe, Straße am Forum 1, Gebäude 30.95. Der Eintritt ist frei.

„Worthülsen in Talk-Shows reichen künftig nicht mehr aus“

Badische Neueste Nachrichten vom 27. April 2006

Karlsruhe. Dass seine Medien Gehör finden, ist für ihn tägliches Geschäft: Hubert Burda ist Chef eines Unternehmens, zu dem im In- und Ausland mehr als 250 Magazine gehören. Wie sie wirken, darüber sprach der 65-Jährige gestern Abend an der Universität Karlsruhe, wo er offiziell die von der Uni-Gesellschaft gestiftete Heinrich-Hertz-Gastprofessur antrat.

Von Tina Kampf

In gut einer Stunde zeichnete der Kunstgeschichtler die rasante Entwicklung der Medien nach: Angefangen bei frühen Formen der schriftlichen Kommunikation, bei Hieroglyphen und Wandmalereien, bis zur heutigen Zeit, „in der jemand schon asozial erscheint, der nach der Landung am Flughafen nicht sofort mit seinem Handy telefoniert“. Begeistert schwärmte er von den Möglichkeiten der Medien, ihrer rasanten Ausweitung, von Geschwindigkeiten, von Ereignissen, die Menschen weltweit und zeitgleich vor dem Bildschirm verfolgen – und lieferte mit seinem eigenen Auftritt gleichsam ein Beispiel dafür, dass es auch heute noch anders geht: Mehrere hundert Zuhörer hatten sich – allen Möglichkeiten der modernen Technik zum Trotz – die Mühe gemacht, zur Uni zu fahren, um Burda persönlich vor Ort zu erleben.

Kein Widerspruch für den Gastprofessor: „High-Tech ist ohne Hightouch nicht zu verstehen“, versicherte Burda. Auch wenn Menschen Technik nutzen, sich in der virtuellen Welt bewegen würden, hätten sie dennoch den Wunsch, selbst etwas anzufassen oder zu gestalten. „Da will man auch raus, nähen, einkaufen, Spätzle machen.“ Eine Entfremdung oder gar ein Ende des technischen Fortschritts? Für Burda undenkbar: „Die Entwicklung wird weitergehen, wir werden lernen müssen, uns permanent umzustellen.“ Schon der kommende Bundeswahlkampf werde medial in einer völlig anderen Form stattfinden als der im vergangenen Herbst, erklärte er: So genannte Blogs – Internet-Foren, in denen jeder seine Meinung veröffentlichen und Ereignisse kommentieren kann – würden an Bedeutung gewinnen. „Da reicht es nicht mehr, einige Worthülsen in Talk-Shows anzuführen – da kann jeder sofort nachfragen oder klarstellen, wenn etwas nicht stimmt.“

Insgesamt gelte: „Wahlen werden in den Medien gewonnen“, sagte der Chef des Offenburger Konzerns, dem Uni-Rektor Horst Hippler unternehmerischen Weitblick bescheinigte. Ein Weitblick, der sich vielleicht auch in der Medien-Vielfalt innerhalb des Burda-Konzerns widerspiegelt, zu dem nicht nur Magazine, sondern auch Internet- und Radiobeteiligungen sowie TV-Produktionen gehören. „Die Frage wird letztlich sein, wer täglich die Themen bestimmt“, sagte der Unternehmer, der dabei den klassischen Print-Bereich derzeit gut aufgestellt sieht. Umfragen zufolge würden immerhin rund 30 Prozent der Europäer diesem Medientyp das meiste Vertrauen schenken.

Allein: Burda zeigte auch auf, wie sich gerade junge Menschen derzeit das Internet zu Nutze machen, Seiten nach ihren Wünschen und Ideen gestalten. Ein Stück „vernetzte Zukunft“ – über die Hubert Burda ausführlicher am 24. Mai in Karlsruhe referieren wird.

 

Burda looks beyond printing

von Thomas Crampton, in: International Herald Tribune, November 13, 2005

As a 102-year-old family-owned German company run by a 65-year-old man who is the grandson of the founder, Hubert Burda Media Group could be expected to be just another dull European corporation. Such an analysis, however, would not factor in the energy and digital passions of Hubert Burda. An avid art collector who peppers conversation with references to classical music and world literature, Burda has spent the past few years zealously pushing his media company into everything digital, even insisting that he will never open a printing plant again…

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Erfolgsfaktor Vielseitigkeit

Am 7. Juni 2005 lud der Vorstand von Hubert Burda Media über 30 renommierte Journalisten aus Wirtschafts-, Regional- und Fachpresse nach Offenburg zum ersten Annual Media Day ein. Nach einer kurzen Einführung von Reinhold G. Hubert und Peter Elfert durch den Medien Park präsentierten Dr. Jürgen Todenhöfer und Dr. Paul-Bernhard Kallen im Casino die aktuellen Geschäftszahlen 2004.

Dr. Hubert Burda beim Annual Media Day

Im Anschluss bat Dr. Hubert Burda zu einem leichten Lunch in den Media-Tower. Im Konferenzraum im 15. Stock vernetzten sich Presse und zahlreiche Geschäftsführer des Hauses. Mit herrlichem Blick auf das Badener Land gab der Verleger einen Überblick über die Medienhistorie im „Oberrhein-Valley“ und knüpfte daran die aktuellen Ausblicke für Hubert Burda Media. Mit Kurzvorträgen aus den Bereichen Zeitschriften Inland, Zeitschriften Ausland und Service & New Media wurde während des Lunches die Bilanz 2004 vertieft und die jungen Manager des Konzerns vorgestellt.

Highlight des Annual Media Day war die Präsentation des Geschäftsberichts 2004, den alle noch druckfrisch mitnehmen durften. Für ganz besonders Neugierige gab es zum Abschluß noch einen kurzen Blick in die neue Druckerei.