„So normal wie elektrischer Strom“

Offenburger Tageblatt vom 28. April 2006

Über die Wirkung von Medien sprach Hubert Burda in seinem ersten Vortrag als Heinrich-Hertz-Gastprofessor an der Karlsruher Fridericiana. 500 Zuhörer, darunter Generalbundesanwalt Kay Nehm, verfolgten Mittwochabend die Vorlesung im Audi-Max der Universität. Das mit 7500 Euro dotierte Honorar kommt der Felix-Burda-Stiftung zugute.

Von Ute Dahmen

Karlsruhe. »Sie sind einer der innovativsten Medienunternehmer unseres Landes«, würdigte Universitätsrektor Horst Hippler den Offenburger und Münchner Verleger. Als Gastprofessor an der Technischen Universität Karlsruhe steht Burda in der Tradition von Roman Herzog und Marcel Reich-Ranicki. 1987 wurde die Heinrich-Hertz-Gastprofessur erstmals anlässlich des 100. Jahrestages der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz in Karlsruhe vergeben.

»Die Medien sind der explosivste und am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig«, so Burda über eine Entwicklung, die ohne die wissenschaftliche Bestimmung der elektromagnetischen Wellen durch Hertz nicht denkbar wäre. Nach der Erfindung von Rundfunk und Fernsehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, lösten ab 1980 die Innovationen CD, Video, Satelliten-TV eine digitale Medienexplosion aus, die sich heute in Blogs, Podcasting, Fotohandy und MP3 manifestiert. »2050 wird der PC für uns so normal sein wie elektrischer Strom«, ist Burda überzeugt.

Informativ und unterhaltsam vermittelte Hubert Burda einen historischen Überblick. Angefangen bei der Bildsprache der Hieroglyphen über die Papyrusrolle und das erste Alphabet der Griechen bis hin zu Gutenberg und der Erfindung des Buchdrucks 1434 in Straßburg. Hier betonte der Offenburger die Schlüsselrolle des Oberrheingrabens mit seiner Fortsetzung im Rhonetal als die historische Gegend, in der mit der Erfindung von Buchdruck, Kupferstich, Holzschnitt, der Herstellung des Papiers, Fotografie, Film, elektromagnetischen Wellen und den Anwendungsbereichen von Computer-Technologien (SAP, ZKM) die wohl entscheidende kommunikativste Landschaft Europas sich ausgeprägt habe.

Allerdings, so warnte der Gastredner, würde seit Gutenberg die linke, sprich textorientierte Hirnhälfte forciert, die rechte, die für Visualität und Fantasie stehe, vernachlässigt. »Wir brauchen beide!« Das Fernsehen, so Burda, sei das große Medium der Inszenierung der rechten Hirnhälfte. Er erinnerte an die Mondlandung 1969, die weltweit von mehr als 700 Millionen Menschen via TV verfolgt wurde. Für das WM-Endspiel prophezeit er über eine Milliarde Zuschauer. »Das nennt man Synchronsphären, wenn alle Menschen den gleichen Gesprächsstoff haben.«

Medien sind für den Vorstandsvorsitzenden von Hubert Burda Media Möglichkeiten, die natürliche Kommunikation wie das Gespräch oder den Gesang durch technische Geräte zu verstärken und zu vervielfältigen. Dass jede Medaille auch eine Kehrseite hat, lässt Burda allerdings nicht außer Acht: »Wir dürfen neben High Tech den High Touch nicht vergessen«, sagt er und meint den mitmenschlichen Umgang. »Wo immer sich Medien verändern, verändert sich die Gesellschaft monumental«, zitierte Burda Walter Benjamin.

Nächster Termin
Ausblick auf die Veränderungen, für die auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page stehen, wird Hubert Burda in seinem Vortrag »Vernetzte Zukunft« geben: Am 24. Mai, 17.15 Uhr, im Audi-Max der Universität Karlsruhe, Straße am Forum 1, Gebäude 30.95. Der Eintritt ist frei.

„Worthülsen in Talk-Shows reichen künftig nicht mehr aus“

Badische Neueste Nachrichten vom 27. April 2006

Karlsruhe. Dass seine Medien Gehör finden, ist für ihn tägliches Geschäft: Hubert Burda ist Chef eines Unternehmens, zu dem im In- und Ausland mehr als 250 Magazine gehören. Wie sie wirken, darüber sprach der 65-Jährige gestern Abend an der Universität Karlsruhe, wo er offiziell die von der Uni-Gesellschaft gestiftete Heinrich-Hertz-Gastprofessur antrat.

Von Tina Kampf

In gut einer Stunde zeichnete der Kunstgeschichtler die rasante Entwicklung der Medien nach: Angefangen bei frühen Formen der schriftlichen Kommunikation, bei Hieroglyphen und Wandmalereien, bis zur heutigen Zeit, „in der jemand schon asozial erscheint, der nach der Landung am Flughafen nicht sofort mit seinem Handy telefoniert“. Begeistert schwärmte er von den Möglichkeiten der Medien, ihrer rasanten Ausweitung, von Geschwindigkeiten, von Ereignissen, die Menschen weltweit und zeitgleich vor dem Bildschirm verfolgen – und lieferte mit seinem eigenen Auftritt gleichsam ein Beispiel dafür, dass es auch heute noch anders geht: Mehrere hundert Zuhörer hatten sich – allen Möglichkeiten der modernen Technik zum Trotz – die Mühe gemacht, zur Uni zu fahren, um Burda persönlich vor Ort zu erleben.

Kein Widerspruch für den Gastprofessor: „High-Tech ist ohne Hightouch nicht zu verstehen“, versicherte Burda. Auch wenn Menschen Technik nutzen, sich in der virtuellen Welt bewegen würden, hätten sie dennoch den Wunsch, selbst etwas anzufassen oder zu gestalten. „Da will man auch raus, nähen, einkaufen, Spätzle machen.“ Eine Entfremdung oder gar ein Ende des technischen Fortschritts? Für Burda undenkbar: „Die Entwicklung wird weitergehen, wir werden lernen müssen, uns permanent umzustellen.“ Schon der kommende Bundeswahlkampf werde medial in einer völlig anderen Form stattfinden als der im vergangenen Herbst, erklärte er: So genannte Blogs – Internet-Foren, in denen jeder seine Meinung veröffentlichen und Ereignisse kommentieren kann – würden an Bedeutung gewinnen. „Da reicht es nicht mehr, einige Worthülsen in Talk-Shows anzuführen – da kann jeder sofort nachfragen oder klarstellen, wenn etwas nicht stimmt.“

Insgesamt gelte: „Wahlen werden in den Medien gewonnen“, sagte der Chef des Offenburger Konzerns, dem Uni-Rektor Horst Hippler unternehmerischen Weitblick bescheinigte. Ein Weitblick, der sich vielleicht auch in der Medien-Vielfalt innerhalb des Burda-Konzerns widerspiegelt, zu dem nicht nur Magazine, sondern auch Internet- und Radiobeteiligungen sowie TV-Produktionen gehören. „Die Frage wird letztlich sein, wer täglich die Themen bestimmt“, sagte der Unternehmer, der dabei den klassischen Print-Bereich derzeit gut aufgestellt sieht. Umfragen zufolge würden immerhin rund 30 Prozent der Europäer diesem Medientyp das meiste Vertrauen schenken.

Allein: Burda zeigte auch auf, wie sich gerade junge Menschen derzeit das Internet zu Nutze machen, Seiten nach ihren Wünschen und Ideen gestalten. Ein Stück „vernetzte Zukunft“ – über die Hubert Burda ausführlicher am 24. Mai in Karlsruhe referieren wird.

 

Europäisches Verlegertreffen in Brüssel

Networking in Brüssel: Stefan Braunschweig (w&v), Viviane Reding, Dr. Hubert Burda und Dr. Bernd Kundrun

“Medien bedeuten Wandel. Wir müssen die Chancen des Wandels nutzen.” Mit dieser Botschaft wandte sich Dr. Hubert Burda am Dienstag in seiner Rede beim European Publishers Forum in Brüssel an seine europäischen Kollegen. Der Verleger forderte die Medien auf, sich nicht allein auf die Abwehr drohender Regulierungen zu fokussieren, sondern auch die Chancen des Wandels zu nutzen.

An dem Gipfel der fünf Spitzenorganisationen europäischer Verleger nahmen auch die EU-Kommissarin für Kommunikation, Margot Wallström, und Viviane Reding, Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, teil. Etwa 160 führende Medienvertreter diskutierten Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Pressefreiheit und Verantwortung der Medien.

In einem Pressegespräch in der Landesvertretung von Baden-Württemberg diskutierte der Verleger mit Journalisten Das Forum war auf Betreiben der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit den Verbänden organisiert worden und stellt eine der besten Gelegenheiten zur politischen Vernetzung in Brüssel dar.

Bereits am Montag hatte Dr. Hubert Burda im Rahmen einer Einladung von Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Gelegenheit genutzt, wichtige medienpolitische Themen der Branche wie die Europäische Fernsehrichtlinie oder die Verordnung Rom II zu thematisieren.

Erfolgreicher Start für MAX Creative Class

„Ist Deutschlands kreative Klasse konkurrenzfähig?“ lautet die Frage der ersten MAX Creative Class im Hamburger Hafen-Loft. Die Premiere der Kreativrunde, zu der Verleger Dr. Hubert Burda und MAX-Chefredakteur Christian Krug eingeladen hatten, war ein voller Erfolg: Rund 200 Gäste aus Medien, Werbung und Unterhaltung verfolgten die beiden hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen.

Verleger Dr. Hubert Burda mit den Teilnehmern der Podiumsdiskussion

Die Auftaktrede des Verlegers über „das große Potential in der kreativen Vernetzung von Printmedien mit den neuen digitalen Möglichkeiten“ inspirierte dabei zahlreiche Teilnehmer. Dr. Burda wies auf die Bedeutung neuer elektronischer Kommunikationsformen im Internet wie beispielsweise Weblogs hin und nannte zahlreiche Start-Ups, die dieses Phänomen bahnbrechend vorangetrieben haben. Kreativität sei allerdings weder planbar, noch ließe sie sich erzwingen, so der Verleger.

Verleger Dr. Hubert Burda inspirierte mit seiner Auftaktrede die Teilnehmer der Creative Class

Seine Rede bildete die Grundlage für die folgenden Podiumsdiskussionen, moderiert von Christian Krug und der ARD-Moderatorin Inka Schneider. Im ersten Panel diskutierten Schauspieler Jan Josef Liefers, Musikerin Inga Humpe, die in New York lebende Regisseurin Katja Esson, Oscar-Preisträger Florian Gallenberger, Künstler Tino Sehgal, die Münchner Podcasterin Annik Rubens sowie die erfolgreiche Modemacherin Julia Ruhnke über das kreative Potential in Deutschland.

Der Vergleich effektiver Werbung im In- und Ausland war Thema der zweiten Diskussionsrunde. Werber Amir Kassaei, Agenturinhaber Hartwig Keuntje, Industrial Designer Christian Labonte, Bitfilm-Gründer Aaron Koenig, Oliver Voss von der Miami Ad School und Computerspiel-Produzent Benedikt Grindel kamen zu dem Ergebnis, dass lokale Unterschiede für die Werbewirksamkeit entscheidend seien. So inszeniere beispielsweise die Holsten Brauerei für ihre Marke Astra ein ureigenes St.Pauli-Lebensgefühl.

Die gelungene Veranstaltung und die neue MAX-Ausgabe „Be Creative“ wurden am Abend ausgelassen bei der MAX Lounge-Party gefeiert – mit Smudo von den Fantastischen Vier als Star-DJ.

Publisher’s Dinner mit Steve Ballmer

Jürgen Gallmann, Microsoft Deutschland, der bayerische Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu, Steve Ballmer, Dr. Hubert Burda, Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Rudolf Gröger von o2 Germany

„Im Jahr 2000 habe ich Steve Ballmer in Seattle zum Besuch in München eingeladen“, erinnert sich Dr. Hubert Burda: „In den seither vergangenen fünf Jahren hat sich in der digitalen Welt viel getan: Die Online-Werbung hat sich im Markt etabliert. Denken Sie an Ebay als Vermarktungsplattform und die Veränderungen in der Musik- und Filmindustrie durch Download-Angebote im Internet“, so der Verleger. Der Microsoft-Chef Steve Ballmer war am Mittwoch zu Gast beim Publisher’s Dinner von Hubert Burda Media.

„Wir kennen uns seit zehn Jahren“, erinnert sich auch Steve Ballmer, „und wir sind uns einig: Wir stehen vor der größten Revolution seit Gutenberg. Digitale Innovationen bestimmen unser tägliches Leben.“ Rund 60 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft nahmen an dem Abendessen in München teil, darunter Bahn-Chef Helmut Mehdorn, Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu, der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Dr. Helmut Panke, Allianz-Vorstandsmitglied Dr. Paul Achleitner, Adidas-CEO Herbert Hainer, Verleger Dr. Stefan von Holtzbrinck, der Vorstandsvorsitzende von O2, Rudolf Gröger, Sixt-Vorstand Erich Sixt, Jamba-Geschäftsführer Marc Samwer, Six Apart-Chef Loic Le Moer, Unternehmerin Christiane zu Salm sowie Outblaze-CEO Yat Siu.

Am Publisher’s Dinner mit Steve Ballmer nahmen 60 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft teil

„Vor 30 Jahren hatte Bill Gates eine Vision: Auf allen Schreibtischen sollte ein Computer stehen“, erinnert sich Ballmer in seiner Rede an die Anfänge des Unternehmens in Seattle. „Über ein Vierteljahrhundert später gibt es jeden Tag neue technische Geräte und Möglichkeiten und spätestens in 30 Jahren wird der Computer Einfluss auf alle Lebensbereiche nehmen: Zuhause, bei der Arbeit, beim Fernsehen und Musikhören, bei der Zugfahrt, im Museum. Es wird digitalisierte Bücher geben und die Kommunikationswege werden sich ändern: E-Mail, Voice over IP, RSS-Feeds, Instant Messaging – vieles, was wir uns heute noch nicht vorstellen können, wird Teil unseres digitalen Lebensstils werden. Um als Unternehmen erfolgreich zu bleiben, müssen wir uns jeden Tag verändern und uns ständig auf Neues einstellen“, prognostiziert der Microsoft-Chef. „Unser Ziel dabei ist, den Menschen die Möglichkeiten zu geben, die Stärken des Computers zu nutzen. Die Technik wird nicht kostenlos zu haben sein, aber für sehr wenig Geld“, so Ballmer.

Steve Ballmer

Diese Suche nach hervorragenden Leistungen haben wir gemeinsam“, ergänzt Dr. Burda: „Ohne transatlantischen Partnerschaften, ohne globale Marken, Austausch und Zusammenarbeit sind künftige Innovationen nicht denkbar. Die Stärke der Medien liegt dabei darin, Menschen zu verbinden und Plattformen zu schaffen. Die Leute vertrauen starken Marken. Media Communities schaffen emotionale Bindungen und sind Interessengemeinschaften.“

Steve Ballmer ist Vorstandsvorsitzender von Microsoft und damit operativer Chef des Softwareunternehmens. Der 49-Jährige gilt als aggressiver Wettbewerber und feinfühliger Manager zugleich. In den 70er Jahren studierte er in Harvard und lernte dort Microsoft-Gründer Bill Gates kennen. Nach seinem Abschluss in Angewandter Mathematik zog es Ballmer zwei Jahre als Produktmanager zu Procter & Gamble, bevor Bill Gates seinen ehemaligen Studienkollegen 1980 zu Microsoft holte. 1998 wurde er Präsident von Microsoft, seit Januar 2000 ist er als Nachfolger von Bill Gates Vorstandsvorsitzender.

Hubert Burda Media setzt als innovatives Medienhaus auf starke digitale Marken. Anfang des Jahres setzte das Unternehmen mit dem Digital Lifestyle Day Zeichen und versammelte die wichtigsten Macher und Entscheider der digitalen Welt. Unter dem Motto „Connect & Collaborate“ findet am 23. und 24. Januar 2006 der zweite Digital Lifestyle Day in München statt. Anfang September wurde in Berlin zudem erstmals der Digital Lifestyle Award vergeben.

Die Rede von Verleger Dr. Hubert Burda entnehmen Sie diesem Link: Herunterladen

 

Quo Vadis Europa?

Chefredakteure, Verleger, Herausgeber, Autoren und Kolumnisten aus ganz Europa trafen sich am Wochenende in Potsdam im Rahmen des „M 100 Sanssouci Colloquiums“ zum ersten großen Kongress europäischer Medienmacher. Unter dem Motto „Quo vadis Europa?“ diskutierten die Teilnehmer aus zwölf Ländern zwei Tage lang über aktuelle Fragen der europäischen Integration.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, Lord Weidenfeld, Lord Foster und Dr. Burda bei der Preisverleihung

Höhepunkt des Treffens war ein Gala-Dinner, bei dem erstmals der „M100 Sanssouci Medien-Preis“ verliehen wurde. Dr. Hubert Burda überreichte die Auszeichnung an den britischen Stararchitekten Lord Norman Foster. Foster sei mit seiner Architektur in der Lage, Politik und Demokratie transparenter zu machen, so der Münchner Philosoph Wilhelm Vossenkuhl in seiner Laudatio. Architektur, Medien und die Bildenden Künste seien Formensprachen, die aufeinander wirken und sich künftig noch mehr gegenseitig befruchten sollten, erklärte Dr. Burda in seiner Rede über die Bedeutung der technologischen Revolution im Medienbereich.

Eröffnet wurde die Tagung vom Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Günter Verheugen. Dieser betonte, dass sich der Kontinent nach dem Scheitern der Europäischen Verfassung in mehreren Mitgliedsländern in einer tiefen Krise befinde. Allerdings gäbe es keine Alternative zum Prozess der europäischen Integration. Nur so könne der Frieden bewahrt und die sozialen und wirtschaftlichen Fragen der Länder des Kontinents gelöst werden.

Unter anderem diskutierten der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Matthias Döpfner, FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust sowie die verantwortlichen Redakteure von Times, El Pais und Ha’aretz in Potsdam über aktuelle Fragen der europäischen Entwicklung. Das vom britischen Verleger Lord Weidenfeld und der Stadt Potsdam ins Leben gerufene Treffen der europäischen Meinungsmacher soll als feste Institution etabliert werden

Das Manuskript der Rede von Verleger Dr. Hubert Burda zum Download entnehmen Sie bitte diesem Link: Herunterladen

Medien in der Schule

Verleger Dr. Hubert Burda hat gefordert, in Schulen der Medienkunde eine größere Rolle einzuräumen. „Wir brauchen für die fortschreitende Wissens- und Mediengesellschaft ein eigenes Unterrichtsfach an unseren Schulen, dass den modernen und qualifizierten Umgang mit Medien vermittelt“, so der Verleger bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing (Kreis Starnberg).

Dr. Burda bei seinem Vortrag in der Evangelischen Akademie

In der Vermittlung von Medienkompetenz liege ein bildungspolitischer Auftrag, so der Verleger. Neben dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) engagieren sich die Medienhäuser mit eigenen Projekten. Hubert Burda Media erreicht beispielsweise mit „Focus macht Schule – Fakten im Unterricht“ heute 10.000 Schüler. Das Magazin FOCUS Schule richtet sich zudem gezielt an Schüler, Lehrer und Eltern.

Die Vermittlung von Medienkompetenz sei wichtig, weil in der digitalen Medienwirtschaft ständig neue Jobs entstünden, so Dr. Burda. Berufe wie Mediengestalter oder Info- und Knowledgebroker seien Berufe mit Zukunft. Die Rede des Verlegers stand unter dem Titel „Der mediale Rahmen“. Sie war teil einer dreitägigen Tagung unter dem Motto „Der Rahmen“ in Schloss Tutzing am Starnberger See.

Veröffentlichung der Rede von Dr. Hubert Burda: Herunterladen

Franz Beckenbauer erhält CDA-Zukunftspreis

Die CDU Sozialausschüsse (CDA) vergaben Ihren diesjährigen Zukunftspreis an Fußball-Idol Franz Beckenbauer. Der Arbeitnehmerflügel der CDU würdigte mit seiner Entscheidung die vom Präsidenten des FC Bayern München gegründete Beckenbauer Stiftung. Die Stiftung hilft behinderten und unverschuldet in Not geratenen Menschen.

Die Laudatio hielt Dr. Hubert Burda, CDA-Preisträger des Vorjahres, im Plenarsaal des ehemaligen Bundestages in Bonn. Die Jury habe sich für Beckenbauer entschieden, weil sein Name nicht nur für sportliche Erfolge stehe, sondern auch für die Verbindung von persönlichem Erfolg und sozialer Verantwortung. „Sein Herz für die Menschen, sein Charisma und seine Bereitschaft, für andere einzutreten, machen ihn zu einem Vorbild für unsere Gesellschaft“, so Verleger Dr. Hubert Burda in seiner Laudatio.

Beispielhaft dafür sei die Arbeit der von ihm gegründeten Beckenbauer-Stiftung, die mit großem Erfolg Hilfe für behinderte oder unverschuldet in Not geraten Menschen leiste – schnell, unbürokratisch und effektiv. Als Chef des Organisationskomitees zur WM 2006 habe Franz Beckenbauer maßgeblich dazu beigetragen, die WM 2006 nach Deutschland zu holen. Beckenbauer engagiere sich zudem gemeinsam mit SOS Kinderdorf, um ein Projekt zum Aufbau von sechs neuen Kinderdörfern weltweit zu organisieren.

Der CDA-Zukunftspreis wurde am 22. April überreicht. Mit ihm werden seit 1997 Persönlichkeiten geehrt, die durch ihr Wirken und ihre Ideen Erfolg und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden.

Wie Medien wirken

In seinem Vortrag am 14. April 2005 sprach Dr. Hubert Burda im Rahmen der Vortragsreihe “Bildung – Flügel für die Zukunft” des Arbeitskreises Humanistisches Gymnasium zum Thema: “In medias res – Wie Medien wirken”. Rund 300 Gäste kamen in die Glyptothek in München. Er führte die Zuhörer von hieroglyphischen Inschriften über die Stationen Malerei, Drucktechniken, Fotografie, Film, Radio und Fernsehen bis hin zur heutigen „Medienexplosion”. Die Kulturgeschichte der Medienwirkung betrachtete er dabei im Rahmen der Vernetzung von Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft: „Hier in der Glyptothek wird vor allem klar, dass die Mediengeschichte über einen weiten Zeitraum zurück aufs engste mit unseren kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Tradition und Entwicklung verbunden ist.“

Auditorium in der Glyptothek

„Medien entwickeln sich so, wie sie vom Menschen gebraucht werden, gerade in der Vermittlung von Wissen.“ Und um solche kulturgeschichtlichen Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen, bedürfe es des Wissens und der Bildung, wie sie in der Schule insbesondere gemäß eines humanistischen Kanons vermittelt würden. Im Hinblick auf die heutige Funktion und Aufgabe der Medien ging Dr. Burda auf die Agenda-Setting-Funktion ein.

Mit Verweis auf den „Iconic Turn“ betonte er die Möglichkeiten der medialen Inszenierung von Wirklichkeit, in erster Linie in Form von Bildern. Aber auch die Verbindung der textuellen Prägnanz mit Infografiken sei ein Trend, der mit dem Focus Magazin eingesetzt habe: „Gerade die wichtigsten Zukunftsfragen wie Krankheiten, Umwelt, Klima können heute anders dargestellt werden. Und damit sind die Medien zusammen mit dem Internet der Motor unserer zukünftigen Wissensgesellschaft.“ Die aktuelle Phase gehe dabei von der Massenkommunikation zur individuellen Kommunikation. Und mit der Entwicklung von „Weblogs“ würde ein alter Traum wahr – dass der Empfänger zum Sender wird.

Hintergrund: Der Vortrag von Dr. Hubert Burda war Teil der Veranstaltungsreihe „Bildung – Flügel für die Zukunft“ des Arbeitskreises Humanistisches Gymnasium.